Quotendiskussion : Warum der Finanzbranche die Frauen fehlen

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Quotendiskussion : Warum der Finanzbranche die Frauen fehlen

von Saskia Littmann

Obwohl mehr Frauen als Männer bei Banken und Sparkassen beschäftigt sind, ist die Vorstandsetage vieler Institute so weiblich wie das römische Konklave. Schaffen es Frauen nicht nach oben - oder wollen sie nicht?

Als hätte Josef Ackermann es geahnt. Bunte Halstücher und schicke Handtaschen drängen sich auf der „Women in European Business“-Konferenz der Deutschen Bank, einer Netzwerkveranstaltung für Frauen in Führungspositionen. „Farbiger“ und „schöner“ seien Vorstände, wenn Frauen in sie einziehen, hatte Ackermann vor rund zwei Jahren auf einer Veranstaltung behauptet  – und erntete dafür viel Häme und Kritik. Oberflächlich mag der Ex-Deutsche-Bank-Chef recht gehabt haben. Grundsätzlich allerdings nicht, denn abgesehen von Halstüchern und Handtaschen ist die Konferenz eine Netzwerkveranstaltung wie jede andere auch.

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Trotzdem bekommt sie Jahr für Jahr mehr Aufmerksamkeit. Denn wer häufiger Gast auf Veranstaltungen der Finanzbranche ist weiß, dass die Krawatten normalerweise in der absolute Mehrheit gegenüber den Halstüchern sind. In wohl kaum einer anderen Branche sind Frauen in Führungspositionen so rar wie im Finanzwesen. Erst Anfang des Jahres kam eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zu dem Ergebnis, dass die männliche Dominanz in den Führungsgremien von Banken und Versicherungen erdrückend sei. Untersucht wurden die nach ihrer Bilanzsumme 100 größten deutschen Banken und Sparkassen. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Ende 2012 waren nur rund vier Prozent der Vorstände weiblich. Bemerkenswert daran ist, dass insgesamt mehr Frauen als Männer in der Finanzbranche arbeiten. Fast sechs von zehn Beschäftigten sind Frauen, bei den Sparkassen lag der Anteil sogar bei 63 Prozent.

Banken Eine vom Aussterben bedrohte Spezies?

Während die Banken noch gegen die Regulierer und um das Vertrauen ihrer Kunden kämpfen, wollen ihnen neue Player mit Mobile Payment oder Crowdfunding Marktanteile wegschnappen.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Dieses Missverhältnis sorgt automatisch dafür, dass die wenigen Frauen, die es in die erste Reihe eines Finanzunternehmens geschafft haben, gleich als Vorzeigefrau herumgereicht werden. Wie etwa Dorothee Blessing, die erst vor kurzem ihren Job als Co-Chefin des Investmentbankings in Deutschland bei Goldman Sachs an den Nagel hängte. Besonders auffallend ist: Während die Institute der zweiten und dritten Reihe durchaus Frauen in ihren Vorständen haben, sind die Führungsgremien der Großen eine Männerdomäne. Weder die Deutsche Bank noch die Commerzbank hat eine Frau im Vorstand. Selbst das Group Executive Committee (GEC), bei der Deutschen Bank das wichtigste Führungsgremium unterhalb der Vorstandsebene, ist fest in männlicher Hand. Dabei hatte Co-Chef Jürgen Fitschen auf der letztjährigen „Women in Business“-Konferenz noch angekündigt, er werde die Bank nicht verlassen, solange nicht eine Frau in das Gremium eingezogen ist – auf einen Zeitplan wollte sich Fitschen jedoch nicht festlegen, bekanntermaßen läuft sein Vertrag 2015 aus. Auf die Aussage Fitschens angesprochen, wollte das Institut sich nicht zu konkreten Plänen äußern.  

Mehr Weiblichkeit in der zweiten Reihe

Besser sieht es bei Instituten der zweiten Reihe aus. Seit Mai letzten Jahres lenkt mit Eva Wunsch-Weber eine Frau die Geschicke der Frankfurter Volksbank, immerhin die zweitgrößte Volksbank Deutschlands. Auch andere Institute, wie die niederländische Direktbank MoneYou oder die Ethikbank, haben Frauen an der Spitze. Auch größere Geldhäuser verweisen stolz auf ihre weiblichen Vorstände und rücken diese bei öffentlichen Veranstaltungen gerne ins Rampenlicht. Bei der staatlichen KfW, Deutschlands drittgrößter Bank, ist Edeltraud Leibrock IT-Vorstand. Auch die Hamburger Sparkasse verkündete zuletzt, dass mit Bettina Poullain in Zukunft eine Frau den Finanzbereich des Instituts verantwortet.

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