Rechtsstreit mit Deutscher Bank: Anzeichen auf Kirch-Vergleich verdichten sich

Rechtsstreit mit Deutscher Bank: Anzeichen auf Kirch-Vergleich verdichten sich

Ein Schlussstrich unter den Dauerstreit mit Kirch scheint für die Deutsche Bank so greifbar wie nie. Womöglich noch am Donnerstag könnte der Millionen-Vergleich besiegelt werden.

Die Anzeichen für einen Vergleich der Deutschen Bank mit den Kirch-Erben verdichten sich. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, der Vergleich solle am Donnerstag um 10.00 Uhr unterschrieben werden. Die Bank zahlt demnach rund 925 Millionen Euro, einschließlich Zinsen und sonstiger Kosten. Das Geldhaus wollte den Bericht nicht kommentieren.

Bereits am Vortag hatte es in Finanzkreisen geheißen, die Chance auf eine Einigung liege bei 99,5 Prozent. Die Vergleichssumme wurde mit mehr als 900 Millionen Euro angegeben. Beide Seiten hatten schon mehrfach versucht, den Dauerstreit um eine Mitverantwortung der Bank für die Kirch-Pleite 2002 aus der Welt zu schaffen. Anfang 2012 war ein Anlauf des damaligen Vorstandschefs Josef Ackermann zu einem Vergleich kurz vor dem Abschluss geplatzt.

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Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte die Bank und ihren damaligen Chef Rolf Breuer zeitlebens für den Zusammenbruch seines Medienkonzerns 2002 verantwortlich gemacht. Breuer hatte in einem Fernsehinterview Anfang 2002 die Kreditwürdigkeit Kirchs in Zweifel gezogen.

Kirch trat in der Folge eine Prozesslawine gegen Breuer und die Bank los, seine Erben setzten die juristische Dauerfehde fort. Kurz vor Weihnachten 2012 errang die Kirch-Seite vor dem Oberlandesgericht (OLG) München einen bedeutenden Sieg: Die Richter verurteilten die Bank zu Schadenersatz und warfen der Bank etliche Verfehlungen vor.

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Über die Höhe wird derzeit in dem Verfahren mit Hilfe eines Gutachters verhandelt. Gefordert hatte die Kirch-Seite in diesem Prozess rund zwei Milliarden Euro. Der nächste Termin war für diesen Donnerstag anberaumt. Das OLG sagte die Sitzung am Mittwoch aber überraschend wegen des Eingangs neuer Schriftsätze ab.

Gegen das Grundsatzurteil des OLG wehrt sich die Bank vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Zudem sind weitere Verfahren anhängig. Das alles müsste mit einem Vergleich erledigt werden, um einen Schlussstrich unter die zivilrechtlichen Auseinandersetzungen zu setzen.

Finanziell ist die Bank auf eine Einigung jedenfalls vorbereitet. Nicht nur für den Kirch-Streit, auch für andere Rechtsstreitigkeiten legte Deutschlands größte Bank zuletzt Milliarden zur Seite.

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