Royal Bank of Scotland: RBS fällt bei britischem Banken-Stresstest durch

Royal Bank of Scotland: RBS fällt bei britischem Banken-Stresstest durch

, aktualisiert 30. November 2016, 15:38 Uhr
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Die Royal Bank of Scotland hat im britischen Banken-Stresstest versagt. Ihr fehlen rund zwei Milliarden Pfund, um eine neue Finanzkrise zu überstehen.

Die seit der Finanzkrise größtenteils verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) muss den nächsten Rückschlag einstecken. Beim Bankenstresstest in Großbritannien fiel das Geldhaus als einziges Institut auf ganzer Linie durch, wie die britische Notenbank am Mittwoch mitteilte. RBS musste bereits Pläne vorlegen, wie sie die aufgedeckten Kapitallöcher stopfen will. Unter anderem sollen nun die Kosten noch stärker sinken. „Die RBS bleibt anfällig für finanzielle und wirtschaftliche Schocks“, stellten die Aufseher fest.

Seit der Finanzkrise sind Stresstests ein wichtiges Instrument der Bankenaufsicht. Sie sollen helfen, das Vertrauen in die Stabilität der Branche zu steigern. Banken müssen dabei beweisen, dass sie für Krisenszenarien gewappnet sind. Die Bank of England unternimmt ihre eigenen Stresstests zusätzlich zu den europaweiten Fitnesschecks.

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Probleme im bislang härtesten Stresstest der Notenbank hatten auch die Großbanken Barclays und Standard Chartered. Beide rutschten im Stressszenario zwar auch unter die vorgegebenen Mindestkapitalquoten. Indes mussten sie keine neuen Pläne zur Verbesserung ihrer Kapitalausstattung vorlegen. Den Aufsehern reichten anders als bei RBS die bereits von beiden Banken zuvor angekündigten Veränderungen.

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Royal Bank of Scotland: 50 Milliarden Euro hat die Rettung den britischen Staat umgerechnet gekostet. Quelle: AP

Stabil erwiesen sich im Stresstest die übrigen Teilnehmer, die Großbanken HSBC und Lloyds sowie die britische Tochter der spanischen Großbank Banco Santander und der Baufinanzierer Nationwide.

Im Stressszenario spielte die Notenbank heftige wirtschaftliche Schocks und die Folgen für die Bankbilanzen durch. So unterstellten die Prüfer eine schwere Rezession in China, einen globalen Wirtschaftseinbruch und einen Verfall der Währungen aus Schwellenländern. Dazu wurde ein Rückgang der Häuserpreise in Großbritannien um 31 Prozent in fünf Jahren angenommen. Die Folgen des Brexit, der die Banken schwer treffen dürfte, spielten noch keine Rolle. Das Stressszenario stand bereits im März fest.

PremiumBank of Scotland Am Tropf des Staates Royal

Als eine der einst größten Banken Europas ging es in der Krise steil bergab und seither nicht mehr bergauf. Ein Ende der RBS würde Milliarden kosten.

Quartier der Royal Bank of Scotland in London. Quelle: REUTERS

Dennoch stürzte die harte Eigenkapitalquote - der wichtigste Gradmesser für die Stabilität einer Bank - bei RBS im Stressszenario um fast zehn Prozentpunkte auf 5,9 Prozent ab. Das lag auch den massiven Rechtsrisiken des Instituts für Altlasten, die erstmals in den Stresstest eingearbeitet wurden. So droht der RBS - wie der Deutschen Bank - in den USA noch eine Milliardenstrafe für windige Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise.

Die RBS hatte vor der Finanzkrise im Investmentbanking ein großes Rad gedreht. Dann musste sie vom britischen Steuerzahler mit mehr als 45 Milliarden Pfund gerettet werden. Von den Folgen der Krise hat sie sich bis heute nicht erholt und schreibt seitdem Jahr für Jahr rote Zahlen. Der britische Staat ist mit 73 Prozent an der RBS beteiligt.

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Im Streit um den Verkauf fauler Hypothekenpapiere hat die Royal Bank of Scotland 1,1 Milliarden Dollar gezahlt. Es geht um Klagen in Kalifornien und Kansas. Die Zahlung sei nicht als Schuldeingeständnis zu verstehen.

Die neuerliche Altlast kostet die Krisenbank 1,1 Milliarden Dollar. Quelle: REUTERS

Die Aktie der Bank sackte nach Bekanntgabe der Stresstest-Ergebnisse um bis zu fünf Prozent ab. Das Papier ist damit weit entfernt von dem Niveau, bei dem der Staat seinen Anteil verlustfrei verkaufen könnte. Experten gehen deshalb nicht davon aus, dass der Staat seine Beteiligung in den kommenden Monaten weiter reduzieren wird. Im Sommer 2015 hatte die Regierung erstmals seit der Verstaatlichung 2008 RBS-Aktien verkauft und so den Staatsanteil leicht gesenkt

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