Sal. Oppenheim: Familienfeinde vor Gericht

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Sal. Oppenheim: Familienfeinde vor Gericht

von Cornelius Welp

Der Prozessauftakt in Köln zeigt tiefe Gräben zwischen den einstigen Topmanagern der Privatbank Sal. Oppenheim. Die Vorwürfe der Staatsanwälte wiegen schwer.

Im Video: Strafprozess gegen Ex-Führung von Sal. Oppenheim

Der Teppichboden ist hellbraun, die Wand ist dunkelbraun getäfelt und der Blick aus dem Fenster des Betonklotzes geht auf eine Industriebaracke. Der Saal 210 des Kölner Landgerichts ist alles andere als eine standesgemäße Umgebung für traditionsbewusste Geldadlige und noch vor fünf Jahren hätten es sich die damaligen Chefs der Privatbank Sal. Oppenheim wohl kaum träumen lassen, dass sie jemals einen Fuß in dieses Gebäude setzen würden.

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Doch um kurz nach neun sind sie alle da, angeklagt als Täter oder Gehilfen zu schwerer Untreue: Die früheren vier persönlich haftenden Gesellschafter und der Troisdorfer Immobilienentwickler Josef Esch, der mit der Bank über die Auflage von Fonds geschäftlich eng verbunden war, sollen das Institut bei mehreren Immobiliendeals um fast 140 Millionen Euro geschädigt haben.

Oppenheim-Prozess Neue Indizien belasten Angeklagte

In Köln beginnt am Mittwoch der Prozess gegen frühere Top-Manager der Privatbank Sal. Oppenheim. Neue Indizien belasten die Angeklagten.

Der Schriftzug der Privatbank Sal. Oppenheim am Eingang der Bank in Köln Quelle: dapd

Seit sie die Bank nach 225 Jahren Unabhängigkeit Ende 2009 an die Deutsche Bank verkaufen mussten, sind die ehemaligen Vorzeigebanker öffentlich nicht mehr aufgetreten. Gerade von Krockow meldete sich einst gerne laut zu Wort und ermahnte seine Kollegen selbstbewusst zu soliderem Wirtschaften. Nur Josef Esch galt trotz seiner Leibesfülle schon vorher als Phantom.

„Wir sind doch eine Familie“ soll die frühere Bankführung laut der später verlesenen Anklage erklärt haben, als sie sich dagegen entschied, Esch wegen aus dem Ruder gelaufener Baukosten bei einem Immobilienprojekt in Anspruch zu nehmen und die Kosten lieber der eigenen Bank aufbürdete. Schon vor Beginn des Prozesses wird klar, dass diese Familie alles andere als heil, dass sie im Streit zerfallen ist.

Auf den ersten Blick haben sich die Angeklagten in den vergangenen Jahren kaum verändert, der einstige Risikochef Friedrich Carl Jannsen trägt das Haar immer noch halblang und streng nach hinten, der einst für Vermögensverwaltung zuständige Christopher von Oppenheim wirkt trotz seiner 47 Jahre immer noch schulbubenhaft. Doch vor allem bei dem massigen Ex-Bankchef Matthias von Krockow hat der Absturz eindeutig tiefe Spuren hinterlassen. Sein Gesicht ist gerötet, minutenlang steht er allein in einer Ecke des Saals und blickt verdattert vor sich hin, so als könne er immer noch nicht glauben, was da geschehen ist.

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