Santander: Spanische Bank mistet Immobilienkredite aus

ThemaBanken

Santander: Spanische Bank mistet Immobilienkredite aus

Die spanische Großbank Santander kann sich immer weniger den Problemen im Heimatland entziehen. Jetzt schlägt die Rezession voll durch, Abschreibungen auf Immobilienkredite bescheren der Bank geringe Gewinne.

Die spanische Großbank Santander beschleunigt die Aufräumarbeiten im Immobiliengeschäft und nimmt dafür einen herben Gewinnrückgang in Kauf. Die Abschreibungen auf faule Hypotheken summierten sich im ersten Halbjahr auf 2,8 Milliarden Euro, wie die größte Bank der Euro-Zone mitteilte. Damit blieb unter dem Strich nur noch ein Gewinn von 1,7 Milliarden Euro übrig - halb so viel wie im Vorjahr und deutlich weniger, als Analysten erwartet hatten. Ohne Berücksichtigung der Rückstellungen wäre der Gewinn nur um 14 Prozent zurückgegangen.

Santander ist über den Berg - vorerst

Anzeige

Das Lateinamerika-Geschäft der größten spanischen Bank verzeichnete dem Bericht zufolge ein „starkes“ Wachstum in den ersten sechs Monaten des Jahres. Die Filialen der Bank in Lateinamerika trugen bereits 50 Prozent zum Gesamtgewinn bei. Chairman Emilio Botin sieht die Bank vorerst überm Berg. „Dank der Vorsorge, die wir jetzt getroffen haben, können wir das heimische Immobilienthema bis Jahresende hinter uns lassen“, erklärte er. Die Santander-Aktie legte fast zwei Prozent zu und entwickelte sich damit deutlich besser als der Gesamtmarkt. Spanien leidet noch immer unter den Folgen der geplatzten Immobilienblase 2008. Viele Privatkunden sind überschuldet und können ihre Häuserkredite nicht mehr abzahlen. Und manche Profi-Investoren haben sich mit teuren Projektentwicklungen wie Hotels verhoben, wovon heute vielerorts Bauruinen zeugen. Das belastet nicht nur den heimischen Finanzsektor, der die Verluste lange Zeit nicht eingestanden hatte, sondern inzwischen die gesamte spanische Wirtschaft.

Radikaler Schnitt

Weitere Artikel

Ob das Land als Ganzes unter den Euro-Rettungsschirm muss, ist weiter offen. Für die Rettung der maroden Banken hat sich Spanien bereits bis zu 100 Milliarden Euro von den europäischen Partner gesichert. Im Gegenzug zieht die Regierung in Madrid bei den Geldhäusern aber die Daumenschrauben an - sie sollen auf ihr Immobiliengeschäft insgesamt 80 Milliarden Euro abschreiben. Santander macht diesen Schnitt nun schneller und radikaler, als viele erwartet hatten. Die Bank sieht sich inzwischen zu 70 Prozent durch mit ihren Abschreibungen. Dabei ist Santander eine der gesündesten Banken im Land, weil sie Einbußen auf dem Heimatmarkt durch florierende Geschäfte in Lateinamerika ganz gut ausbügeln kann, auch wenn sich beispielsweise in Brasilien langsam ein Ende des Wirtschaftsbooms abzeichnet. Entsprechend gut läuft das operative Geschäft: Der Gewinn vor Risikovorsorge entsprach mit rund drei Milliarden Euro den Markterwartungen. Die Einlagen heimischer Kunden erhöhten sich um 15 Prozent. Dabei dürfte Santander auch die Krise der Konkurrenz geholfen haben: In das zweite Quartal fiel die Verstaatlichung der Sparkasse Bankia bei der sich riesige Kapitallöcher aufgetan hatten. Es war die bislang größte Bankenrettung des Landes.


Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%