Scarano festgenommen: Vatikanischer Geistlicher wollte 20 Millionen Euro schmuggeln

Scarano festgenommen: Vatikanischer Geistlicher wollte 20 Millionen Euro schmuggeln

, aktualisiert 28. Juni 2013, 11:54 Uhr
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Im Rahmen der Ermittlungen bei der Bank des Vatikans haben die Behörden drei Verdächtige festgenommen. Der Geistliche Nunzio Scarano sei am Stadtrand von Rom gefasst worden, sagte sein Anwalt am Freitag. Polizeikreisen zufolge handelt es sich bei den zwei weiteren Verdächtigen um ein Mitglied des italienischen Geheimdienstes und um einen Finanzmakler.

Im Zuge der Ermittlungen gegen die Vatikanbank IOR ist der hochrangige Vatikan-Geistliche Monsignore Nunzio Scarano festgenommen worden. Ihm und zwei weiteren Beschuldigten werden Korruption und Betrug vorgeworfen.

Die italienische Polizei hat den vatikanischen Geistlichen Monsignor Nunzio Scarano wegen eines mutmaßlichen Plans festgenommen, 20 Millionen Euro in einem Regierungsflugzeug aus der Schweiz nach Italien zu schaffen. Scarano werden unter anderem Betrug und Korruption vorgeworfen, wie sein Anwalt Silverio Sica am Freitag mitteilte. Der Plan wurde letztlich nie in die Tat umgesetzt. Der Geistliche sei am Stadtrand von Rom gefasst worden.

Scarano sei ein Mittelsmann gewesen, sagte Sica. Freunde hätten ihn gebeten, 20 Millionen Euro, die ein Börsenhändler in der Schweiz für sie hätte investieren sollen, zurück zu beschaffen. Ein italienischer Geheimdienstagent sollte das Geld daraufhin in einem Regierungsflugzeug nach Rom bringen. Der Plan scheiterte, weil der Broker sich nach einer anfänglichen Zusage weigerte, das Geld zu übergeben. Auch der Agent und der Broker wurden festgenommen.

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Scarano arbeitete als Buchhalter für die Verwaltung des Vatikans und wurde bereits vor einigen Wochen beurlaubt. Für ihn häufen sich nun die Probleme mit der Justiz. In der südlichen Stadt Salerno läuft derzeit ein Verfahren gehen ihn wegen Geldwäsche über sein Konto bei der Vatikanbank. 2009 soll er 560.000 Euro Bargeld aus dem Vatikan nach Italien geschleust haben, um damit eine Hypothek auf sein Haus in Salerno zu bezahlen. Sein Anwalt sagte, Scarano habe 56 Bekannten jeweils 10.000 Euro übermittelt, um das Geld unbemerkt in Italien einzuführen. Ursprünglich soll es sich bei dem Geld um Spenden gehandelt haben, die für ein Pflegeheim für unheilbar Kranke in Salerno bestimmt waren. Papst-Sprecher Federico Lombardi sagte diese Woche, der Vatikan werde im Fall Scarano angemessene Maßnahmen ergreifen.

Die Vatikanbank Istituto per le Opere di Religione IOR (Institut für die religiösen Werke) ist immer wieder mit Skandalen in Verbindung gebracht worden und stand lange wegen wenig transparenter Geschäfte in der Kritik. Vor einigen Monaten war der Deutsche Ernst von Freyberg zum neuen Chef des Instituts berufen worden. Er hatte einen radikalen Kurs gegen mögliche Fälle von Geldwäsche und Steuerhinterziehung in der Bank angekündigt. Er folgte auf den italienischen Bankchef Ettore Gotti Tedeschi, dem Unfähigkeit vorgeworfen worden war.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass eine neue Kommission nach dem Willen von Papst Franziskus die Geschäfte der Vatikanbank beobachten soll. Das Oberhaupt der katholischen Kirche will die Rechtsstellung und die Aktivitäten des Instituts besser kennenlernen und es mit dem Auftrag der Weltkirche und des Heiligen Stuhls abstimmen, wie der Vatikan mitteilte. Das Gremium, bestehend aus zwei Kardinälen und drei weiteren Mitgliedern, soll in diesen Tagen seine Arbeit aufnehmen. Seine Aufgabe ist es nach Vatikan-Angaben, die Geschäfte der Bank zu beobachten und direkt dem Papst zu berichten.

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