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Schecks für Hausbesitzer: US-Banken müssen Milliarden für Hypothekenpfusch zahlen

Quelle: Handelsblatt Online

Das Justizministerium hat sich mit fünf Banken, die in der Finanzkrise fragwürdige Geschäfte gemacht haben, auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt - Schwung für Obamas Feldzug gegen die Banken.

Nach dem Platzen der Immobilienblase konnten viele Menschen ihre Raten nicht mehr zahlen und verloren ihr Haus. Quelle: Reuters
Nach dem Platzen der Immobilienblase konnten viele Menschen ihre Raten nicht mehr zahlen und verloren ihr Haus. Quelle: Reuters

New YorkHunderttausende schuldengeplagte und teils von den Banken aus ihren Häusern vertriebene US-Amerikaner können auf Erleichterung hoffen: Das US-Justizministerium hat sich mit fünf großen Kreditinstituten des Landes auf einen 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich verständigt, wie Justizminister Eric Holder am Donnerstag in Washington verkündete. Demnach können Hausbesitzer mit Schecks von jeweils 1500 bis 2000 Dollar rechnen sowie mit verbesserten Kreditbedingungen. Die Hilfen summierten sich nach letzten Schätzungen auf 20.000 Dollar je Einzelfall, berichtete die „New York Times“ in ihrer Donnerstagausgabe.

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Nach Angaben des „Wall Street Journal“ (WSJ) handelt es sich bei den Kreditinstituten um die Bank of America, die Citigroup, JPMorgan Chase, Wells Fargo und Ally Financial. Die Banken selbst äußerten sich nicht. Hintergrund des Vergleichs sind fehlerhafte Zwangsvollstreckungen von Häusern sowie die hohen Kreditbelastungen vieler Amerikaner.

Das Problem rührt noch aus der Immobilienblase vor dem Jahr 2007 her, als die Häuserpreise immer weiter gestiegen waren und selbst diejenigen noch Kredit bekamen, die kein Geld auf der Tasche hatten. Dann platzte die Blase: Die teuer gekauften Eigenheime verloren rasant an Wert und die gleichzeitig einsetzende Wirtschaftskrise ließ viele Menschen arbeitslos werden. Folge war, dass die Menschen ihre Raten nicht mehr zahlen konnten und ihr Haus verloren.

Bei den Pfändungen gingen die Banken jedoch nach Ansicht von US-Staatsanwälten schlampig vor. In vielen Fällen soll angesichts der schieren Masse nicht einmal mehr ein Sachbearbeiter drübergeschaut haben - er setzte einfach seine Unterschrift unter die Dokumente. Die Praxis wurde als „robo-signing“ (zu deutsch: roboterhaftes Unterschreiben) bekannt. Die Ermittlungen laufen seit längerem. Die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Martha Coakley, hatte jüngst auch Klage gegen einige Großbanken eingereicht.

Und so ist die Klagewelle gegen die Banken von Seiten des Staates wegen der Finanzkrise wohl noch lange nicht zu Ende. Zum einen nehmen mächtige Generalstaatsanwälte wie Eric Schneiderman aus New York nicht an dem Vergleich teil, denn da stehen weitere Verfahren in der gleichen Sache an. Zum anderen bereitet die US-Regierung nach einem Bericht des WSJ zeitgleich eine Klage gegen die Branche wegen des betrügerischen Verkaufs von Hypothekenpapieren vor. Welche Banken davon betroffen sein werden, ist noch unklar. Möglicherweise ist sogar auch die Deutsche Bank Mal dabei. Damit kommt Präsident Obamas Feldzug gegen die Banken jetzt erst so richtig in Schwung.

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