Schrottpapiere: Angst vor den Bad Banks

Schrottpapiere: Angst vor den Bad Banks

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Der Schuldenschnitt für Griechenland reißt noch größere Löcher bei der Bad Bank der Hypo Real Estate ein. Darunter leiden die Steuerzahler.

von Mark Fehr

Still und leise wollten deutsche Banken ihre teuren Krisensünden abwickeln. Doch die milliardenschweren Finanzfriedhöfe kommen nicht zur Ruhe.

Schon der Gedanke an sie beschert Albträume: Eigentlich hätten die krisenverursachenden Schrottpapiere nach ihrer Beerdigung in den Bad Banks in Frieden ruhen sollen. Doch an ruhigen Schlaf ist nicht zu denken angesichts der Risiken, die etwa aus dem Milliardengrab des verstaatlichten Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate hochgären.

Wie die HRE hat auch die gescheiterte nordrhein-westfälische Landesbank WestLB Krisengeschäfte in eine externe Gesellschaft ausgelagert. Andere Banken haben sich entschieden, dolose Papiere intern abzuwickeln. Diesen Weg hat die Commerzbank gewählt, Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut. Die Landesbanken BayernLB sowie die HSH Nordbank haben ebenfalls interne Abbaubanken eingerichtet.

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Während sich einige der Restehalden positiv entwickeln, wachsen bei anderen Abschreibungen und Verluste in den Himmel. Betroffen sind nicht allein die Institute, sondern auch die Steuerzahler, die Krisenbanken sowie deren Abwicklungsvehikel mit Kapital und Garantien ausgestattet haben. Welche Risiken drohen bei einzelnen Instituten?

Hypo Real Estate

Ende 2010 beerdigte das verstaatliche Kreditinstitut aus München mit Hilfe des Bundes Risikokredite und Randgeschäfte im Nennwert von 173 Milliarden Euro in der Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement. Zweck der mit Steuergeld gesponsorten Amputation: Die gesunden Reste der HRE durften unter dem neuen Namen „Pfandbriefbank“ weiter leben.

Derweil schlägt der jüngste Schuldenerlass für das säumige Griechenland im Bad-Bank-Portfolio ein. Zwar hatte die Abwicklungsanstalt ihre Griechenland-Papiere bereits um 21 Prozent abgeschrieben. Doch der Schuldenschnitt zugunsten Athens von mehr als der Hälfte sowie der Umtausch von auslaufenden griechischen Anleihen in neue Bonds mit längerer Laufzeit kostet die FMS Wertmanagement weitere rund neun Milliarden Euro.

Das Problem für die Steuerzahler: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble muss die Löcher der staatlichen Bad Bank mit Geld aus der Staatskasse stopfen. Zudem sollen laut einem Bericht des Spiegel bis 2020 weitere Abschreibungen von etwa zehn Milliarden Euro auflaufen.

Bei der teuren Vergangenheitsbewältigung der Hypo Real Estate sorgt ein Konstruktionsfehler für regelmäßige Pannen. Die Bad Bank ist rechtlich sauber vom Rest des Instituts abgespalten, sodass die Verluste zuerst beim Steuerzahler ankommen. Doch das dünne Personal der FMS Wertmanagement kann den Job nicht alleine machen. Die Abwickler sind auf Hilfe von Mitarbeitern der Hypo-Real-Estate-Gruppe angewiesen – aber in der Zusammenarbeit läuft einiges schief.

Das zeigte sich beim spektakulären Rechenfehler von 55 Milliarden Euro, der die Öffentlichkeit im Herbst 2011 schmerzlich an die in der Bad Bank schlummernden Risiken erinnerte. Schuld an der Blamage war die irische HRE-Tochter Depfa. Deren Mitarbeiter hatten versäumt, ihre Kollegen über abweichende Buchungsmethoden zu informieren.

WestLB

Die einst glorreiche Landesbank Nordrhein-Westfalens ist Geschichte. Die Lasten der Vergangenheit sollen in einer ausgegliederten Abwicklungsanstalt ihre letzte Ruhe finden, in der aktuell notleidende Papiere in Höhe von 40 Milliarden Euro liegen. Die Mitarbeiter haben das Schadportfolio bereits fleißig geschrumpft, denn bei der Ausgliederung Ende 2009 war der Nominalwert mit 85 Milliarden Euro noch gut doppelt so hoch.

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