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Schuldenschnitt: Teures Geschenk für Athen

von Mark Fehr, Cornelius Welp und Anne Kunz

Schuldenschnitt und Anleihetausch treffen nicht nur die deutschen Banken, sondern auch die Steuerzahler.

Die Fehler bei der Euro-Rettung


Rettungsfonds EFSF: Eine kleine Krücke
Die im Mai 2010 als Euro-Rettungsfonds geschaffene European Financial Stability Facility (EFSF) ging mit der Arbeitshypothese ans Werk, sie werde gar nie zum Einsatz kommen. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hofften, allein die Ankündigung, finanzschwachen Staaten zur Seite zu stehen, werde die Finanzmärkte nachhaltig beeindrucken. Doch es kam anders. Die Summe, die der EFSF zur Verfügung stand, ließ die Märkte kalt. Der Versuch, die Mittel der EFSF zu hebeln und das Kreditvolumen auf eine Billion Euro zu steigern, ist kläglich gescheitert. Mittlerweile sind die Investoren so beunruhigt, dass auch eine Versicherung von 20 bis 30 Prozent sie nicht mehr locken kann.

Quelle: dpa

Der Schuldenerlass und die Umschuldung zugunsten des griechischen Staats belasten den deutschen Bankensektor, auf den weitere Abschreibungen zukommen. Die Belastung ist von Institut zu Institut höchst unterschiedlich. Aber auch die Bundesbank und die deutschen Steuerzahler sind betroffen.

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So werden die nationalen Notenbanken laut den Gipfelbeschlüssen ihre Gewinne aus Investments in hellenische Bonds an Griechenland zurückzahlen. Hier bleibt der deutsche Steuerzahler noch außen vor, da die deutsche Bundesbank nur zu geldpolitischen, nicht aber zu Investitionszwecken Griechen-Anleihen gekauft hat. Wann Geld fließt und wie viel, hängt von der Höhe der Rückstellung ab. Die Notenbanken sichern sich durch diese gegen eventuelle Ausfälle ab. Der Nachteil: Sie zehren in der Bilanz die Gewinne auf.

Steuerzahler ständen 27 Prozent der EZB-Gewinne zu

Doch auch die Gewinne aus dem Aufkauf von Staatsanleihen sollen Griechenland zu Gute kommen. Gesetzt den Fall, es gibt tatsächlich Überschüsse. Derzeit bildet die EZB noch hohe Rückstellungen, die eine Gewinnausschüttung verhindern. Eigentlich ständen dem deutschen Steuerzahler etwa 27 Prozent dieser Gewinne zu, die dann vor allem in den Schuldentilgungsfonds gesteckt würden. Dessen Mittel sollen die deutsche Staatsverschuldung reduzieren. Da Teile des Bundesbankgewinns nun aber nach Griechenland fließen, geht der deutsche Tilgungsfonds leer aus.
Neben der deutschen Bundesbank ist auch der Bankensektor hierzulande betroffen. Die privaten Gläubiger wollen Griechenland jetzt sogar noch etwas mehr als die Hälfte seiner Schulden bei ihnen – 53,5 Prozent – komplett erlassen. Den Rest ihrer ausstehenden Anleihen tauschen sie in Papiere, die elf bis 30 Jahre laufen sollen und mit aus Athener Sicht günstigeren Zinsen ausgestattet sind. Die Rückzahlung wird dadurch weiter in die Zukunft verschoben und die Vergütung für das geliehene Geld sinkt. Das entlastet den griechischen Haushalt auf Kosten der Anleiheinvestoren, wodurch die Schuldenlast um 107 Milliarden Euro sinken würde. Die Gläubiger verlieren dabei nicht nur aufgrund des 53,5-prozentigen Forderungsverzichts, sondern auch wegen der Umtauschaktion.

Deutliche Wertkorrekturen
Deutsche Banken haben ihre griechischen Anleihen in Vorwegnahme des erwarteten Haircuts zwar schon auf rund die Hälfte des Nennwerts abgeschrieben. Doch der Tausch der Restschulden in länger laufende Anleihen wird mit zusätzlichen deutlichen Wertkorrekturen zu Buche schlagen. Der Bankenfachausschuss des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) geht davon aus, dass der Abschreibungsbedarf in Jahresabschlüssen nach internationalen IFRS-Regeln deutlich über die bisher erfolgten Berichtigungen auf rund die Hälfte des Werts hinausgeht. Marktteilnehmer diskutieren Verlustquoten von 70 bis 80 Prozent oder mehr. Wie teuer wird das für einzelne Institute?

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