Schwacher Anleihehandel: US-Banken mit mäßigen Ergebnissen

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Schwacher Anleihehandel: US-Banken mit mäßigen Ergebnissen

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Die größte Investmentbank Goldman Sachs hat vor allem am Geschäft mit Börsengängen verdient.

Goldman Sachs und die Citigroup blieben im vierten Quartal was das Ergebnis angeht hinter ihren Möglichkeiten. Schuld war vor allem das schwache Anleihegeschäft. Davon ist auch der Erfolg der Deutschen Bank abhängig.

Die steigenden Marktzinsen in den USA bremsen Goldman Sachs und die Citigroup. Die weltweit führende Investmentbank musste im vierten Quartal ihrer Abhängigkeit vom Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren Tribut zollen. Der Goldman-Gewinn schrumpfte um 21 Prozent auf 2,25 Milliarden Dollar.

Das drittgrößte US-Geldhaus Citi verdiente mit 2,6 Milliarden Dollar zwar 21 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, verfehlte damit aber die Erwartungen der Experten. Beide sprachen fast wortgleich von einem schwierigen Marktumfeld. Das dürfte auch Auswirkungen auf die Deutsche Bank gehabt haben, die ihre Zahlen Ende Januar veröffentlichen will.

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Citi-Aktien fielen am Donnerstag zum Börsenauftakt um 3,6 Prozent, Goldman-Papiere gaben um 1,3 Prozent nach.

US-Investoren machen sich seit dem Herbst auf höhere Zinsen gefasst. Unternehmen zögerten deshalb zuletzt mit der Emission neuer Anleihen. Insgesamt haben die Investmentbanken im vierten Quartal nach Reuters-Daten an den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere sieben Prozent weniger verdient. Bei Goldman Sachs machte sich der Abschwung noch stärker bemerkbar. Das Geschäft der Investmentbank mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen im Auftrag von Kunden ging um 15 Prozent zurück, die Einnahmen aus der Begleitung von Anleihe-Emissionen und den eigenen Finanzanlagen in ähnlichen Größenordnungen.

Goldman ist - wie die Deutsche Bank - stark abhängig von dem Geschäftszweig, der vor der Finanzkrise regelmäßig für extrem hohe Gewinne gesorgt hat. 2009 hatte das Geschäft noch fast die Hälfte der Einnahmen ausgemacht, 2013 waren es noch 25 Prozent, nachdem die Bank sich vom Eigenhandel getrennt hatte. Finanzchef Harvey Schwartz setzt darauf, dass sich Rivalen aus dem Anleihe-Geschäft zurückziehen. Das Rohstoff-Bereich sei zu wichtig für Kunden, als dass Goldman dort etwas ändern könne.

Citi büßte in der Anleihen-Sparte ebenfalls 15,5 Prozent ein. Andere große US-Banken schnitten hier von Oktober bis Dezember besser ab: JPMorgan legte ein Prozent zu, bei der Bank of America Merrill Lynch stiegen die Einnahmen sogar um 16 Prozent.

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Geschäft mit Börsengängen brummt
Das Beratungsgeschäft konnte die Goldman-Einbußen nicht wettmachen. Dabei brummte vor allem der Bereich mit der Begleitung von Kapitalerhöhungen und Börsengängen. Allein für den Börsengang von Twitter kassierten die Banker 23 Millionen Dollar. Bei Fusionen und Übernahmen stemmte Goldman sich erfolgreich gegen den allgemeinen Abwärtstrend. Trotzdem gingen die Einnahmen konzernweit binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar zurück, übertrafen die Schätzungen der Analysten aber deutlich. Auch der Gewinn war höher als Experten kalkuliert hatten. Im Gesamtjahr verdiente Goldman Sachs 8,04 Milliarden Dollar, acht Prozent mehr als 2012.

Vorstandschef Lloyd Blankfein sprach von "soliden Renditen in einem etwas herausfordernden Umfeld". Mit einer Eigenkapitalrendite von elf Prozent lag Goldman 2013 aber weit von den Boomzeiten entfernt, die 30 Prozent brachten. Ende des Jahres seien mehr Aufträge im Investmentbanking in Bearbeitung gewesen als Ende 2012. Goldman Sachs spart auch an den eigenen Bankern: Die Personalkosten fielen um drei Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar.

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