Schweizer Großbank: UBS-Aktionäre kritisieren Handgeld für Weber

Schweizer Großbank: UBS-Aktionäre kritisieren Handgeld für Weber

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Verteidigte die Boni: Der scheidende UBS-Präsident Kaspar Villiger.

Die Millionengehälter der Manager sind immer mehr Aktionären der Schweizer Großbank UBS ein Dorn im Auge. Auch das millionenschwere Begrüßungsgeld für Ex-Bundesbankchef Axel Weber missfällt vielen.

Auf der Generalversammlung stimmten nur noch 60 Prozent der Aktionäre dem Vergütungsbericht der größten Schweizer Bank zu. Im vergangenen Jahr hatte die Ja-Quote noch bei 64,4 Prozent gelegen. „Die Gehälter der Top-Kader sind viel zu hoch und nicht gesellschaftsverträglich“, warnte der Vertreter der Schweizer Aktionärsvereinigung Actares.

Der scheidende UBS-Präsident Kaspar Villiger verteidigte hingegen die Boni mit Erfahrungen aus der Vergangenheit. Als die Bank 2009 die Prämien zusammengestrichen habe, seien wichtige Leute gegangen und die Bank habe Milliarden-Einnahmen verloren. Spitzenleute seien nicht unter dem Marktpreis zu haben. 2011 erhielten die zwölf Top-Manager der UBS eine weitgehend aus Aktien-Boni bestehende Vergütung, die mit 70 Millionen Franken um rund ein Viertel niedriger ausfiel als im Vorjahr. Der Konzerngewinn war gleichzeitig um gut 40 Prozent auf 4,5 Milliarden Franken gesunken und die Aktie hatte gut ein Viertel ihres Kurswertes verloren.

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Bestbezahlter Manager war Amerika-Chef Robert McCann, der 9,2 Millionen Franken nach Hause tragen konnte. Investmentbank-Chef Carsten Kengeter verzichtete nach dem Handelsskandal in London auf einen Bonus. Der seit September amtierende und davor für einen Bereich zuständige Konzernchef Sergio Ermotti erhielt 6,35 Millionen Franken.

Falsches Signal

Kritik gab es auch an der Antrittsprämie für Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber, der für das Amt des Präsidenten der UBS kandidiert. Noch bevor Axel Weber nur eine Entscheidung als neuer Präsident des Verwaltungsrates der UBS gefällt hat, überwies ihm die größte Schweizer Bank zwei Millionen Franken (1,7 Millionen Euro) - für die Unterschrift unter seinen Vertrag. Obendrein gab es 200 000 UBS-Aktien im Wert von mehr als zwei Millionen Franken.

Die Aktionärsvereinigung Ethos kritisierte den Deal. „Das ist ein falsches Signal und schafft kein Vertrauen bei den Aktionären“, sagte Ethos-Geschäftsführer Dominique Biedermann. Villiger erklärte, die Zahlung habe auch damit zu tun, dass Weber auf die in der Schweiz übliche Zahlung für die Altersvorsorge „in mehrfacher Millionenhöhe“ verzichtet habe und zu einem in Deutschland nicht üblichen Einjahresvertrag bereitgewesen sei.

„Ist der Deutsche sein Geld wert?“, fragt sich so mancher in der Schweiz. Die Erwartungen, die sich mit Webers Übernahme der UBS-Präsidentschaft verknüpfen, könnten kaum größer sein. In den Medien ging dem 55-Jährigen ein Ruf wie Donnerhall voraus. Mit Weber stoße eine „eine geballte Ladung Energie“ zur UBS, hieß es im Zürcher „Tages-Anzeiger“. Die viel gelesene Digitalzeitung „20 Minuten“ titelte gar „Deutsches Alphatier packt die UBS-Zügel“. Das findet nicht jeder Schweizer gut, wie die Diskussionsforen im Internet zeigen. „Muss es wieder ein Deutscher sein? Warum kein Schweizer, der unsere Traditionen kennt?“, hieß es da. „Nationalgetue“ sei fehl am Platze, lautete eine Antwort. Die UBS müsse wieder wettbewerbsfähig werden, da sei im Schweizer Banken-Olymp der Fähigste gefragt, „ungeachtet seiner Nationalität“.

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