Skandal um Zinsmanipulation: Barclays-Aufsichtsratschef Agius tritt zurück

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Skandal um Zinsmanipulation: Barclays-Aufsichtsratschef Agius tritt zurück

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Im Skandal um manipulierte Zinssätze ist der Aufsichtsratschef der britischen Großbank Barclays, Marcus Agius, zurückgetreten.

Im Skandal um manipulierte Zinssätze ist der Aufsichtsratschef der britischen Großbank Barclays, Marcus Agius, zurückgetreten. Seine Bank soll versucht haben, den Liborsatz zu beeinflussen.

Der Skandal um Zinsmanipulationen bei der britischen Bank Barclays kostet Chairman Marcus Agius den Job. Die Affäre habe zu einem immensen Ansehensverlust von Barclays geführt, teilte Agius am Montag mit. „Ich werde hier nicht den Schwarzen Peter weiterreichen, sondern Verantwortung übernehmen, indem ich zurücktrete.“

In einer Stellungnahme, die auf der Internetseite der Bank veröffentlicht wurde, erklärte Agius, es tue ihm aufrichtig Leid, dass Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre „im Stich gelassen“ worden seien. Barclays kündigte eine interne Untersuchung der Vorfälle an. Ein neuer, verpflichtender Verhaltenskodex solle entwickelt werden.

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Nach Angaben von Barclays soll Agius seine Aufgaben als Chef des Verwaltungsrates aber vorerst weiter ausüben, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist. Neben Agius steht auch Barclays-Chef Bob Diamond in der Kritik.

Einfluss auf den Liborsatz

In den seit Monaten laufenden Untersuchungen - unter anderem in den USA, Großbritannien und der Schweiz - geht es um den Vorwurf der Manipulationen des weltweit gültigen Interbanken-Zinssatzes Libor. Dieser täglich in London fixierte Satz dient als Referenz für Kredite von Privatleuten und Unternehmen, Derivate sowie andere Finanzprodukte im Gesamtvolumen von 360 Billionen Dollar. Er basiert auf den Daten mehrerer Großbanken, die diese täglich abliefern.

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Barclays soll versucht haben, den Liborsatz zu beeinflussen. Die Bank muss deshalb an die Finanzaufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien sowie an das US-Justizministerium eine Rekordstrafe von 290 Millionen Pfund (rund 345 Mio Euro) zahlen. Gegen mehrere Banken in Europa und den USA laufen ebenfalls Ermittlungen.

Den Instituten wird vorgeworfen, dass sie von 2005 bis 2009 absichtlich falsche Angaben gemacht haben, um die eigenen Handelsgewinne in die Höhe zu treiben und die wahren Refinanzierungskosten zu verschleiern. Die Anleger an der Londoner Börse reagierten offenbar mit Erleichterung auf die Ankündigung: Barclays-Aktien legten im frühen Handel 1,5 Prozent zu.

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