Sparkasse: Geldinstitute stellen sich auf harte Zeiten ein

Sparkasse: Geldinstitute stellen sich auf harte Zeiten ein

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Die Minizinsen machen den Sparkassen besonders stark zu schaffen. Nun ist die Berliner Sparkasse sogar ins Minus gerutscht.

von Mark Fehr

Die deutschen Sparkassen melden Rekordzahlen. Doch es dürfte das letzte großartige Ergebnis vor einer langen Durststrecke gewesen sein.

Die niedrigen Zinsen gefährden das Geschäftsmodell der Sparkassen besonders stark. Die regionalen Geldhäuser im Eigentum von Städten und Gemeinden aber trotzen dem Trend mit erstaunlicher Resilienz. Noch. So stimmt Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon parallel zur Bekanntgabe sensationeller Geschäftszahlen die Kunden und Mitarbeiter der Finanzgruppe auf harte Zeiten ein. „Wir sind uns bewusst, dass die kommenden Jahre betriebswirtschaftlich deutlich schwieriger werden“, sagte Fahrenschon.

Doch zunächst die guten Nachrichten: Deutsche Sparer bunkern so viel Geldvermögen wie noch nie bei ihren 416 Sparkassen, während diese mehr und mehr Kredite an Privathaushalte und Unternehmen vergeben. Offenbar schätzt die Kundschaft die regional verwurzelten Institute als sicheren Hafen für ihr Geld.

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Jahreszahlen der Sparkassen Öffentliche Institute fordern Stütze gegen Minizins

Ihre Kunden leiden unter dem geringen Zinsstand besonders, deshalb wollen die Sparkassen staatliche Anreize für die Kleinanleger. Bei ihrer Bilanzkonferenz zeigten die Institute aber: Noch stimmt ihr Geschäft.

Er will den Abwärtstrend nicht mehr einfach so hinnehmen: Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, fordert staatliche Stützung für Sparer. Quelle: dpa

So kletterten die Geldeinlagen bei den Sparkassen 2014 auf 836,7 Milliarden Euro, 2,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Etwas langsamer wuchsen die von den Sparkassen vergebenen Kredite, und zwar um 1,7 Prozent auf 720,7 Milliarden Euro. Sogar um satte 40 Prozent schoss das in Konten, Aktiendepots, Fonds sowie Bausparverträgen und Lebensversicherungen gespeicherte Geldvermögen in die Höhe. Unterm Strich blieb den Sparkassen dank dieser Geschäfte ein Jahresüberschuss nach Steuern von zwei Milliarden Euro, genau so viel wie in den zurückliegenden vier Jahren. Was soll da noch passieren?

Sparkasse lebt von Zins-Spanne

Passieren kann einiges, denn die glänzenden Zahlen sind kein Beleg dafür, dass die niedrigen Zinsen die Sparkassen unbehelligt lassen. Von Altinvestments, die noch üppige Renditen bringen, können sich die Sparkassen nicht ewig ernähren. Diese Anlagen laufen nach und nach aus und können fast nur durch niedrig verzinste Investments ersetzt werden. Übergroße Risiken mit höheren Renditen verbieten sich für die stabilitätsorientierten Sparkassen.

Sie lebten bisher hauptsächlich von der Spanne zwischen den Habenzinsen, die sie für die Spareinlagen ihrer Kunden zahlen müssen und den Sollzinsen auf die Forderungen gegenüber ihren Kreditnehmern. Diese Spanne schließt sich in einer Welt, in der der Zins nach den Worten von Verbandspräsident Fahrenschon „faktisch abgeschafft“ ist.

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In dieser Situation bleibt den Sparkassen nichts anderes übrig, als Verwaltungskosten zu sparen und ihr Kreditgeschäft auszuweiten. Das dichte Filialnetz soll erhalten bleiben. Allerdings wird die Zahl der Zweigstellen langfristig schrumpfen. Das Sparkassenpersonal soll dank digitaler Technik von Routinetransaktionen entlastet und auf mehr Service und Beratung getrimmt werden.

Aufgehen kann der Plan nur, wenn die Sparkassen ihren individuellen Charakter gegenüber Großbanken und billigeren Direktbanken behaupten. Dafür müssen sie den Spagat schaffen, persönliche Beratung mit digitaler Effizienz zu verbinden.

Die geplanten Investitionen von insgesamt 270 Millionen Euro in mobile Zahlsysteme und internetgestützten Vertrieb sind nur ein erster Schritt in die Zukunft der guten alten Sparkasse.

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