Sparkassen: Ein klarer Fall von Selbstbedienung

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Sparkassen: Ein klarer Fall von Selbstbedienung

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Geheime Gehaltsregeln: Sparkassenfiliale in Bayern.

von Mark Fehr

Sparkassen-Funktionäre werden fürstlich bezahlt: Zahlen aus Bayern zeigen, wie großzügig die Chef-Gehälter der öffentlich-rechtlichen Institute sind. Die Regeln geben sich die Nutznießer kurzerhand selbst.

In Miesbach hat die Politik durchgegriffen. Die acht Verwaltungsräte, die die örtliche Kreissparkasse im Auftrag des oberbayrischen Städtchens mit seinen 11.000 Einwohnern kontrollieren, bekommen weniger Geld, insgesamt 89.000 Euro jährlich.
2012 kassierte der damals neunköpfige Verwaltungsrat 187.000 Euro für sein Wächteramt. Der Landrat begründet die Halbierung mit „Kostenbewusstsein“.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Der Einschnitt ist vor allem eine politische Reaktion auf die Sparkassenaffäre in dem Voralpenkreis 2014.

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Bei deren Aufklärung kam eine ganze Liste von Skandalen ans Licht. Dazu gehören teure Geschenke der Sparkasse an Mitglieder ihres Verwaltungsrats, eine gesponserte Geburtstagsfeier für den damaligen Landrat oder Auslandsreisen für Kommunalpolitiker auf Sparkassenkosten, ebenso Renovierungen des Landratsbüros und eines Sitzungssaals für Kommunalpolitiker. Der Staatsanwalt ermittelt bis heute.

Der Fall Miesbach nährt die Kritik an den Bezügen der Funktionäre der sich gern als bodenständig darstellenden Sparkassen. Und die ist berechtigt, wie eine Berechnung einer Bürgerinitiative aus Landsberg am Lech zeigt. Deren Gründer Rainer Gottwald analysierte die Bezahlung der Vorstände bayrischer Sparkassen auf Basis bisher unveröffentlichter Richtlinien des Sparkassenverbands. Die Ergebnisse:

  • Die Summe der Vorstandsbezüge ist 2014 auf 54,2 Millionen Euro gestiegen, rund neun Prozent mehr als 2012.
  • Nur bei 16 der 71 bayrischen Sparkassen bewegten sich die Vorstandsgehälter 2014 innerhalb des vom Sparkassenverband selbst gesteckten Rahmens. Die übrigen 55 Institute zahlten mehr.
  • Auffällig ist etwa die Sparkasse Würzburg, deren Vorstände mit 1,5 Millionen Euro pro Jahr insgesamt rund ein Viertel mehr bekommen, als sie sollten. Auch in Landsberg am Lech wird die Leitung der Sparkasse großzügig bedacht, sie erhält zwölf Prozent mehr, als es die Verbandsvorschriften vorsehen. Die Institute bestreiten das und werfen der Bürgerinitiative vor, mit unvollständigen Daten zu rechnen.
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