Sparkassen-Präsident in der Kritik: Georg Fahrenschons magere Bilanz

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Sparkassen-Präsident in der Kritik: Georg Fahrenschons magere Bilanz

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Dem Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, fehlt es an Führungsstärke

von Mark Fehr

Die Sparkassen leiden unter dem Niedrigzins, weil sie vor allem von der Spanne zwischen den Spar- und Kreditzinsen der Millionen Kunden leben. Die Halbzeitbilanz von Verbandschef Georg Fahrenschon fällt ernüchternd aus.

Zum wohl wichtigsten Termin seiner Amtszeit wollte Georg Fahrenschon Verstärkung mitbringen. Eine 15-köpfige Entourage war geplant für das Gespräch mit Deutschlands oberstem Finanzaufseher Felix Hufeld. Der soll bis zum 3. Juli eine Vereinbarung des Sparkassenverbands absegnen, die regelt, wer pleitebedrohte Institute auffängt. Am Ende waren nur sechs Sparkassenfunktionäre dabei, weil die Aufsichtsbehörde BaFin keinen „halben Sparkassentag“, wie ein Verbandsfunktionär lästert, in ihrer Residenz in der Bonner Graurheindorfer Straße ausrichten wollte.

Mit dem geplanten Massenauftrieb hat der Verbandschef auch sein eigenes Lager irritiert. „Es ist der Job des Präsidenten, und nur seiner, der Aufsicht die Haftungspläne der Sparkassen zu erläutern“, sagt einer, der mit nach Bonn hätte fahren sollen. Fahrenschon fehle es an Führungsstärke, sagt ein Kritiker aus einem regionalen Sparkassenverband. „Statt Initiative zu ergreifen, lässt er Diskussionen laufen, geht nicht persönlich in die Verantwortung.“ Dabei bräuchte die Gruppe aus 416 Sparkassen und sieben Landesbanken, die vor vielen Problemen steht, eine straffere Führung.

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So sieht die Geldanlage der Deutschen aus

  • Lebensversicherung

    35 Prozent der Deutschen haben eine Lebensversicherung abgeschlossen.

  • Bausparvertrag

    Fast ebenso viele, nämlich 32 Prozent, besitzen einen Bausparvertrag oder Bausparplan.

  • Tagesgeld

    In Deutschland besitzen 29 Prozent der Bürger ein Tagesgeldkonto.

  • Immobilien

    Ebenso viele, nämlich 29 Prozent, sehen ihre Immobilie als Geldanlage an.

  • Fondsanteile, Festgeld, Aktien

    20 Prozent besitzen Fondsanteile, 17 Prozent Festgeld/Termingeld und 12 Prozent Aktien.

  • Edelmetalle

    Deutlich geringer ist dagegen der Anteil der Edelmetallbesitzer: sieben Prozent haben in Goldbarren oder -münzen investiert und vier Prozent zählen Silberbarren oder -münzen zu ihrem Besitz.

  • Kunst und Antiquitäten

    Sechs Prozent sehen ihre Antiquitäten (z. B. einen sehr alten Schrank) als Geldanlage und vier Prozent besitzen wertvolle Kunstgegenstände.

  • Anleihen und Zertifikate

    Jeweils zwei Prozent haben Geld in Anleihen bzw. Zertifikate angelegt.

Ohne Zukunftsmodell

Die Bilanz des 47-jährigen Fahrenschon nach der Hälfte seiner Amtszeit fällt ernüchternd aus: Bei der Abwehr digitaler Konkurrenten wie PayPal fehlt Entschlossenheit, die Sparkassen auf eine Linie zu bringen, für die angeschlagenen Landesbanken existiert kein Zukunftsmodell. Und auch zur Bewältigung der durch den Dauerniedrigzins entstandenen Probleme gibt es zu wenig Ideen. Bisher leben die Sparkassen vor allem von der Spanne zwischen dem Zins, den sie für Einlagen zahlen, und dem, den sie für Kredite verlangen. Die aber schrumpft bei Niedrigzinsen. Daher müsste der Verband vermehrt kostensparende Fusionen anstoßen – oder rentablere Geschäftsmodelle.

Von der Euphorie zu Fahrenschons Amtsantritt ist denn auch kaum noch etwas übrig. Bei seinem Start im Mai 2012 feierte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband den neuen Präsidenten wegen dessen jugendlicher Ausstrahlung noch, war der DSGV doch sonst von fleißigen, aber grauen Apparatschiks geprägt. Angetreten war der Volkswirt mit dem Ziel, die Sparkassen für die globale und digitale Wirtschaft zu wappnen. Was hat der finanzpolitisch erfahrene, taktisch clevere CSU-Mann und ehemalige bayrische Finanzminister falsch gemacht?

Es reiche nicht, zu repräsentieren, kritisiert ein Verbandsinsider. Der Präsident müsse auch strategische Weichen stellen.

Mobile Payment Sparkassen kaufen Zahlungsdienstleister Payone

Die Sparkassen stärken ihr Digitalgeschäft mit einem Spezialisten für den Online-Handel. Payone soll auch den Bereich Mobile Payment stärken.

huGO-BildID: 40521017 ARCHIV - Ein Sparkassen-Schriftzug auf einem Spiegel in einem Fahrstuhl, aufgenommen am 12.10.2010 in eine Sparkassen-Filiale in Dresden. Angesichts sinkender Einnahmen und steigender Kosten droht bei Banken und Sparkassen eine neue Sparwelle. Ein Drittel der deutschen Kreditinstitute fasst dabei auch die weitere Schließungen von Filialen ins Auge, wie aus einer der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX vorab vorliegenden Studie der Beratungsgesellschaft Steria Mummert hervorgeht. Dabei sind besonders Geschäftsstellen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Gefahr. Foto: Arno Burgi/dpa (zu dpa "Umfrage: Banken droht neue Sparwelle - Filialsterben geht weiter" am 30.11.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Fahrenschons defensives Gegenmittel

Zwar stehen die meisten Sparkassen noch so pumperlgesund da wie die feisten roten Sparschweine, die der DSGV im Foyer seiner Berliner Zentrale aufgestellt hat. Ihr gemeinsames Ergebnis vor Steuern stieg 2014 um etwa sechs Prozent auf 4,9 Milliarden Euro, dank geringer Kreditausfälle und eines – noch – positiven Zinsüberschusses. Doch eben diese Kennzahl gerät wegen der anhaltenden Niedrigzinsen unter Druck.

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret mahnte denn auch jüngst, die Sparkassen könnten nicht ewig von der Substanz leben. Auch Fahrenschons Gegenrezept ist defensiv: 4,1 Milliarden Euro sollen in die Reserven etwa für Kreditausfälle fließen, um die Zins-Durststrecke zu überstehen.

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