Sparkassen-Präsident: Kandidat Gerlach gibt auf

Sparkassen-Präsident: Kandidat Gerlach gibt auf

, aktualisiert 07. November 2011, 18:34 Uhr
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Rolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe.

von Thomas BauerQuelle:Handelsblatt Online

Der Weg für Bayerns Ex-Finanzminister Fahrenschon ist frei: Gegenspieler Rolf Gerlach zieht seine Bewerbung für das Amt des deutschen Sparkassen-Präsidenten zurück - allerdings nicht ohne Wehgeschrei.

BerlinRolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe zieht seine Kandidatur um das Amt des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) zurück. Diese Entscheidung hat Gerlach im Laufe des Wochenendes gefasst, wie sein Büro mitteilt.

Gerlach begründet diesen Schritt damit, dass es offensichtlich zu Vorfestlegungen von Seiten einiger Sparkassenverbände gekommen sei, und zwar gegen ihn und für seinen Gegenkandidaten den früheren bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon.

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Gerlach soll sich, wie aus seinem Umfeld zu hören ist, enttäuscht gezeigt haben, dass durch die Vorfestlegung eine inhaltliche Auseinandersetzung über die Aufgaben und Konzepte des künftigen DSGV Präsidenten nicht mehr zu erwarten gewesen sei.

Die Wahl des Nachfolgers von DSGV Präsident Heinrich Haasis findet am 30. November in Berlin statt. Die aus 24 Mitgliedern bestehende Wahlversammlung setzt sich aus Vertretern der Sparkassenverbände, Landesbanken und Landesobleute zusammen. Der Amtswechsel ist für Ende April vorgesehen.

Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) hatte für viele überraschend seine Kandidatur für das höchste Amt der deutschen Sparkassen angekündigt. Fahrenschon soll insbesondere die Unterstützung der süddeutschen Landesbanken und Verbände haben.

Der parteilose Gerlach, der auch Vize-Präsident des DSGV ist, genießt in der Sparkassenorganisation Ansehen als Sparkassenfachmann. Seine Kritiker werfen ihm jedoch vor, als Aufsichtsrat der Westdeutschen Landesbank deren Niedergang nicht verhindert zu haben und im Beihilfeverfahren der Europäischen Wettbewerbskommission zu einseitig die Interessen seines an der WestLb beteiligten Sparkassenverbands verfolgt zu haben.

Innerhalb des Sparkassenverbands war vielfach Erleichterung über Gerlachs Rückzug zu vernehmen und Anerkennung, da Gerlach dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband einen internen Machtkampf erspart habe. Der Wahl von Georg Fahrenschon steht damit nichts mehr im Wege, da die Frist für weitere Bewerber vergangene Woche abgelaufen ist.

Quelle:  Handelsblatt Online
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