Staatsanleihen: Commerzbank-Chef macht Schlagzeilen als Mr. Bond

Staatsanleihen: Commerzbank-Chef macht Schlagzeilen als Mr. Bond

von Mark Fehr

Die Eurobonds-Idee von Martin Blessing mag falsch sein, doch eine inhaltliche Debatte ist sie allemal wert. Denn er geht auf direkte Konfrontation zur Bundesregierung.

Jetzt, wo sich die Commerzbank nach harten Krisenjahren mehr und mehr erholt, wagt sich auch ihr Chef Martin Blessing wieder aus der Deckung. Mit seinem im Handelsblatt veröffentlichten Vorschlag für Eurobonds, also gemeinsame Staatsanleihen der Euroländer, geht er auf direkte Konfrontation zur Bundesregierung. Dass der Staat nach der Rettung aus der Finanzkrise immer noch rund 17 Prozent der Aktien an Deutschlands zweitgrößter Bank hält, stört ihn dabei nicht. Muss es auch nicht, denn mit den Hilfen für sein Institut wollten die Steuerzahler schließlich keinen Bankvorstand als hauptberuflichen Fürsprecher der jeweils amtierenden Regierung einkaufen, sondern das deutsche Finanzsystem retten.

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Es ist also völlig ok, wenn der Commerzbank-Chef seine Meinung frei äußert, statt Berlin nach dem Mund zu reden. Sein dabei zur Schau gestelltes staatsmännisches Auftreten muss man nicht für angemessen halten, aber das ist Geschmackssache. Der kräftige Rüffel aus dem Bundesfinanzministerium hat nicht lang auf sich warten lassen: Blessing solle sich lieber um seine Bank kümmern, hieß es ungewohnt rotzig aus der Hauptstadt. Touché, denn der Umbau der Commerzbank und der Abbau von Altlasten ist nach einigen Etappensiegen eben noch nicht abgeschlossen. Der harte Konter aus Berlin darf in der über die Medien ausgetragenen Debatte erlaubt sein, denn wer austeilt, muss auch einstecken können. Und das kann Blessing, immerhin hat er jahrelang als öffentlich heftig kritisierter Vorstandschef die Stellung gehalten, trotz zeitweise reduziertem Gehalt und systematischen Vorstandsbeschimpfungen auf den Hauptversammlungen.

Blessing fordert Euro-Bonds Der radikale Rat

„Die gemeinschaftliche Haftung der Euro-Länder ist bereits Realität“: Commerzbank-Chef Blessing bringt gemeinsame Staatsanleihen zurück in die Diskussion – und stellt sich damit gegen Kanzlerin Merkel.

Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank, will einer gemeinsame Schuldenhaftung in der Euro-Zone einführen.

Nachdem die aufregenden Begleitumstände des kontroversen Vorschlags abdiskutiert sind, tut eine Beschäftigung mit dem Inhalt ganz gut. Die ersten inhaltlichen Reaktionen auf Blessings Idee reichen von heftigem Zuspruch bis zu ebenso heftiger Ablehnung. Endlich spricht mal einer aus, was Sache ist, schließlich habe die Zentralbank mit ihren Geldspritzen ohnehin schon die Haftungsrisiken in der Eurozone vergemeinschaftet. Andere sehen Eurobonds, egal in welcher Form, als Angriff auf die vor allem in Deutschland hoch gehaltene Stabilitätskultur.

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