Starkes Quartal: Investmentbanking rettet Bilanz der Deutschen Bank

Starkes Quartal: Investmentbanking rettet Bilanz der Deutschen Bank

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Die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (l) und Anshu Jain (r).

Die Deutsche Bank hat ein überraschend gutes viertes Quartal hingelegt. Der Nettogewinn stieg auf 1,7 Milliarden Euro. Für Rechtsstreitigkeiten musste das Institut weniger zurücklegen.

Robuste Geschäfte im Investmentbanking und geringere Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten haben der Deutschen Bank zu überraschend starken Zahlen verholfen. Im vierten Quartal lag der Nettogewinn bei 441 Millionen Euro nach einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Vor allem im wichtigen Anleihehandel konnten die Frankfurter zuletzt Marktanteile gewinnen. Für die Aufarbeitung von Skandalen aus der Vergangenheit legte die Bank dieses Mal nur 200 Millionen Euro zur Seite.

"Viele Ergebnisse des vergangenen Jahres und des vierten Quartals sind ermutigend", erklärten die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die derzeit an einer neuen Strategie feilen. "Dennoch arbeiten wir hart an unserer Kostenbasis, und daran, unsere Kapitalstärke aufrecht zu erhalten und die Rendite für unsere Aktionäre zu steigern." Wie die Weichenstellungen für die Zukunft aussehen sollen, wollen Jain und Fitschen erst im Frühjahr verraten.

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Bei den Anlegern überwog die Erleichterung. Die Deutsche-Bank-Aktie notierte vorbörslich bei Lang & Schwarz 3,4 Prozent fester.

Querelen bei der Deutschen Bank Der hilflose Herr Achleitner

Die Diskussion um die Zukunft der Postbank verschärft die Identitätskrise und die Konflikte im Vorstand der Deutschen Bank. Selbst Aufsichtsratschef Paul Achleitner wirkt hilflos.

Deutsche Bank Aufsichtsratschef Achleitner Quelle: REUTERS

Im Gesamtjahr stand ein Überschuss von 1,7 (Vorjahr: 0,7) Milliarden Euro zu Buche - deutlich mehr als von Analysten erwartet. Der Vorsteuergewinn verdoppelte sich auf 3,1 Milliarden Euro.

Radikalumbau trägt erste Früchte

Die Altlasten der Deutschen Frankfurter reichen vom Skandal über manipulierte Zinsen (Libor) und Devisen über Steuerbetrugsvorwürfe bis hin zu diversen US-Hypothekenklagen. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten summieren sich inzwischen auf rund 3,2 Milliarden Euro. Eigentlich hatten die Bankchefs gehofft, den Großteil der Affären und Klagen 2014 zu den Akten legen zu können.

Doch wie eine dunkle Wolke hängt noch immer der Libor-Vergleich mit den angelsächsischen Regulierern über der Bank, an dem Jain und Fitschen emsig feilen, wie schon vor einiger Zeit aus Finanzkreisen verlautet ist.

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Dass sich die Deutsche Bank auf ihr Kerngeschäft Investmentbanking - wo Jain mehr denn je angreifen will - verlassen kann, war nach den überwiegend enttäuschenden Bilanzen der großen US-Rivalen nicht zu erwarten gewesen. Doch die Sparte lieferte - im Schlussquartal stieg der Vorsteuergewinn auf 516 (Vorjahr: 132) Millionen Euro.

Im Privatkundengeschäft rund um die Postbank, für das es Insidern zufolge Gedankenspiele um eine Abspaltung gibt, brach das Ergebnis dagegen auf 55 (218) Millionen Euro ein. Grund waren Sonderbelastungen wegen der gerichtlich erzwungenen Erstattung von Kreditbearbeitungsgebühren.

Die Vermögensverwaltung, seit Jahren die größte Baustelle im Konzern, kann allmählich die Früchte ihres Radikalumbaus ernten: Hier stieg das Ergebnis im Quartal auf 365 (200) Millionen Euro.

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