
Die Kreissparkasse Euskirchen kehrt aus: Ein Dutzend Geschäftsstellen hat das Institut bei Bonn im Frühjahr dichtgemacht und teilweise durch Automaten ersetzt. Übrig bleiben 17 Filialen sowie sieben Selbstbedienungsstandorte.
Getrieben von Rationalisierungsdruck und strengeren Eigenkapitalregeln dünnen nicht nur Sparkassen, sondern auch andere Institutsgruppen ihr Filialnetz aus und reduzieren die Zahl der Mitarbeiter. Walter Sinn, Bankenexperte bei der Unternehmensberatung Bain & Company, geht davon aus, dass in zehn Jahren ungefähr ein Viertel der bestehenden Bankfilialen in Deutschland verschwunden sein wird.
Bisher wurden Stellen im Geldgewerbe, ob in Euskirchen oder Berlin, möglichst lautlos und sozialverträglich reduziert – wie Altersteilzeit oder den Verzicht auf Nachfolger für regulär ausscheidende Mitarbeiter. Die Instrumente des schonenden Abbaus sind jedoch weitgehend ausgereizt, was auf der Arbeitnehmerseite für Unruhe sorgt.
Bild: dpaGoldman Sachs
Bedrohte Stellen: unbekannt
Die US-Investmentbank steht offenbar noch in dieser Woche vor einem weiteren Arbeitsplatzabbau. Dabei werde das Aktienhandelsgeschäft diesmal wohl stärker betroffen sein als die im vergangenen Jahr kräftiger gestutzte Sparte für festverzinsliche Papiere, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Das Geldhaus von der Wall-Street trennt sich gewöhnlich jedes Jahr zu dieser Zeit von den fünf Prozent seiner Mitarbeiter, die intern am schlechtesten bewertet wurden. Da das Handelsgeschäft aber weiter unter schwachen Volumen und niedrigen Gewinnen leidet, würden wahrscheinlich hier in einigen Bereichen die Einschnitte tiefer sein, hieß es in den Kreisen.
Bild: REUTERSMorgan Stanley
Bedrohte Stellen: 1600
Die sechstgrößte US-Bank plant angeblich, in den nächsten Wochen den Geschäftsbereich Investmentbanking um 1600 Stellen zu reduzieren. Das entspricht etwa sechs Prozent der Mitarbeiter in dieser Sparte. Rund 800 Investmentbanker sollen in den USA entlassen werden, aber auch Mitarbeiter außerhalb der Vereinigten Staaten werden gehen müssen. Ähnlich wie bei den Entlassungen der Citigroup sollen Mitarbeiter aus allen Ebenen betroffen sein.
Bild: dapdCitigroup
Bedrohte Stellen: 11.000
Dass die Citigroup rund 11.000 Banker auf die Straße setzen wird, gab die amerikanische Bank bereits Anfang Dezember 2012 bekannt. Neu ist, dass es auch den Chef des Investmentbankings der Großbank, Richard Cookson, seinen Hut nehmen muss. Cookson war erst 2010 zu Citi Private Bank hinzugekommen.
Die Entlassungen von rund vier Prozent der gesamten Citigroup-Belegschaft (262.000 Mitarbeiter) waren eine der ersten Amtshandlungen des neuen Citigroup-Chefs Michael Corbat. Er wolle so die Kosten reduzieren und die Bank wettbewerbsfähiger machen.
Bild: dapdDeutsche Bank
Bedrohte Stellen: 1.500
Das größte deutsche Geldinstitut beschäftigt aktuell mehr als 100.000 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Ende Juli kündigte die Bank an, 1.500 Stellen im Investmentbanking zu streichen. Die Stellen werden größtenteils außerhalb Deutschlands fallen.
Bild: REUTERSNomura
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1000
Die japanische Finanzholding beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter. 1000 Investmentbanker sollen demnächst gehen.
Bild: REUTERSJP Morgan
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1600
Die weltweit größte Investmentbank und gleichzeitig Amerikas zweitgrößte Bank, die Investmentbank JP Morgan hat 2011 mit 19 Milliarden US-Dollar zwar so viel verdient wie nie, doch im vierten Quartal sanken die Erträge auf 22,2 Milliarden Dollar. Das sind 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn im vierten Quartal sank um fast ein Viertel auf 3,7 Milliarden US-Dollar. In den nächsten Monaten sollen daher 1600 Investmentbanker gehen.
Bild: REUTERSGoldman Sachs
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1000
David Viniar, Finanzchef von Goldman will 1000 der insgesamt 35.500 Stellen streichen. Als Begründung führt er wirtschaftliche Gründe an: Beim Handel mit festverzinslichen Wertpapieren machte die Bank 63 Prozent Verluste – das Geld muss erstmal wieder reingeholt werden. Rund 1,2 Milliarden Dollar sollen durch die Kündigungen eingespart werden. Treffen soll es sowohl alte als auch junge Angestellte
Bild: REUTERSBNP Paribas
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1400
Auch die französischen Großbank BNP Paribas hat Einsparungen angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes angekündigt. BNP Paribas will weltweit 1400 Stellen streichen.
Bild: APMorgan Stanley
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1000
Auch Morgan Stanley kürzt und will 300 Mann aus seiner Brokerage-Abteilung entlassen, laut Fox News sollen sogar bis zu 1.000 Leute gehen.
Bild: ReutersSociété Générale
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1600
Im Zuge ihres Sparplans streicht die französische Großbank Société Générale weltweit knapp 1600 Stellen, davon 880 in Frankreich. Der Sparplan werde in Frankreich ab Anfang April ohne Entlassungen umgesetzt, teilte die Leitung der Bank Anfang Januar mit. Für die Société Générale arbeiten weltweit 160.000 Angestellte, 40.000 davon in Frankreich.
Goldman Sachs
Bedrohte Stellen: unbekannt
Die US-Investmentbank steht offenbar noch in dieser Woche vor einem weiteren Arbeitsplatzabbau. Dabei werde das Aktienhandelsgeschäft diesmal wohl stärker betroffen sein als die im vergangenen Jahr kräftiger gestutzte Sparte für festverzinsliche Papiere, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Das Geldhaus von der Wall-Street trennt sich gewöhnlich jedes Jahr zu dieser Zeit von den fünf Prozent seiner Mitarbeiter, die intern am schlechtesten bewertet wurden. Da das Handelsgeschäft aber weiter unter schwachen Volumen und niedrigen Gewinnen leidet, würden wahrscheinlich hier in einigen Bereichen die Einschnitte tiefer sein, hieß es in den Kreisen.
„Die Beschäftigten im Kreditgewerbe stehen vor einer Zäsur, wir befürchten, dass es einen weiteren Stellenabbau geben wird“, sagt Beate Mensch, im Bundesvorstand der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zuständig für die Beschäftigten in der Finanzbranche. Grund sei, dass viele Institute ihre Strategie etwa im schwächelnden Privatkundengeschäft ändern wollen.
Tausende Jobs werden überflüssig
„Kommende Abbauwellen würden vor allem Mitarbeiter in mittleren Altersgruppen treffen“, sagt die Gewerkschafterin. Bei denen sei die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gern genutzte Altersteilzeit nicht anwendbar. Damit ist der Konflikt programmiert. „Gegen betriebsbedingte Kündigungen“, droht Mensch, „würden wir uns mit allen Mitteln wehren.“

Die Anzeichen für einen unruhigen Herbst bei den Banken sind unübersehbar. Die Commerzbank will sich im September zu neuen strategischen Maßnahmen äußern, die HypoVereinsbank will dies Ende des Jahres tun.
„Sollte es 2013 zu einer Rezession kommen, fürchten wir einen weiteren deutlichen Abbau“, sagt Klaus Grünewald, der für Verdi seit zehn Jahren im Aufsichtsrat der zur italienischen UniCredit gehörenden HypoVereinsbank sitzt und bereits zahlreiche Stellenstreichungen erlebt hat. Vor allem im Firmenkundengeschäft und Investmentbanking könnte es laut Grünwald zu weiteren Jobverlusten kommen.
Auch bei der von der Deutschen Bank übernommenen Postbank blicken die Beschäftigten bang in die Zukunft. Mit starken Einschnitten ins Filialnetz rechnen sie zwar nicht. Doch die Informatiker arbeiten an einer neuen, gemeinsamen IT-Plattform von Mutter und Tochter. Wenn die in den nächsten Jahren anläuft, werden wohl einige Tausend Jobs überflüssig.
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