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Stellenabbau: Kernproblem Personalkosten

Stellenabbau: Bankern droht Kündigungswelle

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Kernproblem Personalkosten


ThyssenKrupp

Der angeschlagene ThyssenKrupp-Konzern verschärft sein Sparprogramm und will 3000 Stellen in der Verwaltung streichen. Weltweit werde damit in den kommenden Monaten jeder fünfte Arbeitsplatz in der Verwaltung wegfallen, teilte ThyssenKrupp am Mittwoch mit. In Deutschland sollen 1500 Jobs gestrichen werden. Schwerpunkt der Stellenstreichungen soll die Essener Hauptverwaltung des Konzerns sein. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle verzichtet werden.

Das Unternehmen hatte im Februar dieses Jahres bereits die Streichung von 2000 Stellen in seinem europäischen Stahlgeschäft angekündigt. ThyssenKrupp hat nach erneuten Abschreibungen auf seine Stahlwerke in Übersee tiefrote Zahlen geschrieben. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) betrage der Verlust nach Anteilen Dritter 656 Millionen Euro. Nach den bisherigen Verkaufsgesprächen seien für die Werke in Brasilien und den USA Abschreibungen in Höhe von 683 Millionen Euro fällig geworden. Die Werke sollten "zeitnah" verkauft werden, bekräftigte der Konzern.

Bild: dpa

Die Commerzbank will ihr schwächelndes Privatkundengeschäft einer strategischen Prüfung unterziehen. Zu Gerüchten über geplante Stellenstreichungen äußert sich das Unternehmen nicht, doch die Arbeitnehmerseite positioniert sich schon mal vorsorglich: „Die Commerzbank sehen wir wegen der Staatshilfen in der Pflicht, für Sicherheit und gute Qualität der Arbeitsplätze zu sorgen“, sagt Gewerkschafterin Mensch. Der Bund solle nicht nur auf die finanzielle Entwicklung seines Aktienpakets schauen, sondern auch auf die Rolle der Bank als Arbeitgeber.

Die Landesbank Berlin ist mit einer Bilanzsumme von 131,2 Milliarden Euro zum Jahresende 2011 die kleinste Landesbank in Deutschland. Ihre Risikovorsorge verringerte sie im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 83 Millionen Euro. Bei dieser Übersicht nicht berücksichtigt ist die HSH Nordbank, denn sie ist durch die Beteiligung des privaten Finanzinvestors J.C. Flowers ein Sonderfall.

Bild: AP

Doch den Trends in der Branche kann sich auch ein teilverstaatlichtes Institut nicht entziehen. Denn beim internen Service der Institute, wie der Prüfung von Kreditanfragen oder dem Zahlungsverkehr, sehen Berater noch viel Luft. „Dort dürften Banken per Automatisierung die Personaldecke um 20 bis 30 Prozent reduzieren“, sagt Reinhard Messenböck, Experte für Retailbanking bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group.

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Auf einzelne Institute gerechnet ergebe sich dadurch ein Stellenabbau von rund drei Prozent jährlich. Jobs wandern dabei in Servicegesellschaften und Callcenter ab, wo deutlich weniger gezahlt wird, sodass sich die Lohnlisten der Kreditinstitute verkürzen.

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Auch die strengeren Regeln der Bankenaufsicht treiben den Stellenabbau. Um die hohen Kapitalquoten einzuhalten, bleibe vielen Banken laut Berater Messenböck nichts anderes übrig, als die Kosten – etwa beim Personal – zu senken. „Hohe Personalkosten sind unser Kernproblem“, heißt es auch bei der Euskirchener Sparkasse.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.08.2012, 06:59 UhrJoselyn

    Es ist erschreckend zu lesen, wie auf diese Weise wieder tausende von Menschen arbeitslos werden. Natürlich werden die Arbeitsplätze wie immer nur bei den normalen Angestellten abgebaut, damit die in den "Führungspositionen" noch mehr Geld bekommen.

    Es ist bereits jetzt so, dass Bankkaufleute, die nach der Ausbildung übernommen werden oder neu eingestellt werden, oftmals auf Provision mit einem kleinen Grundgehalt oder sogar ganz ohne Grundgehalt nur auf Provision eingestellt werden. Das man da keine Beratung und keinen Service mehr erwarten kann ist wohl jedem klar. Taxmeifyoucan hat Recht damit, dass das zu Armut, Chaos und Kriminalität führt wie in den USA. Leider.

    Schließlich haben wir auch in Deutschland 1,5 Millionen Jugendliche, die arbeitslos sind. Dazu kommen noch die vielen Menschen, die arbeitslos sind oder nur sehr wenig verdienen.


    Second Magazine vom 08.04.12:
    Aufgrund des Artikels (Thema Arbeitslosigkeit in Deutschland) hatten wir eine tiefergehende Analyse vorgenommen, und wir kamen zu dem Schluss, das darf doch nicht wahr sein:
    5,4 Millionen Menschen empfangen ALG I+II. (Statistisches Bundesamt)
    8,8 Millionen Menschen ernähren sich unterhalb des Mindestlohnes (DGB 14.03.12)
    18 Millionen Menschen bekommen Geld zur Grundsicherung (Statistisches Bundeamt)
    nicht weniger als 32 Millionen Menschen haben im Monat weniger als 400,00 €. Das lässt sich auch nicht mit den immer wieder gefälschten Zahlen beschönigen.

  • 28.08.2012, 20:47 Uhrtaxmeifyoucan

    @VerySeriousSam

    Sie haben ja so Recht! Warum wird nie bei den Geldsäcken der oberen Etagen gekürzt? Da würde sicher ein ordentlicher Batzen zusammenkommen.

    Weil diese aber den anderen die Stellen vernichten, sollten wir sie mit deftigen Zwangsanleihen belegen und ihnen vieles unter dem Arsch wegsteuern.

    Das halte ich für richtig! Auch darüber brauchen wir endlich eine Diskussion.

    die fahren mit steuerlich subventionierten Dienstwagen, sorgen dafür, dass es weniger Arbeitsplätze gibt, sich selbst gönnt man aber gigantische Boni, üppige Festgehälter und das große Fressen.

    es muss wie nach 1932 wieder für eine angemessene Besteuerung gesorgt werden -- so war es in den USA auch bis 1980. Das Ruder muss wieder herumgerissen werden, sonst erleben wir nur noch zivilisatorische Rückschritte.

    die Gesellschaften sind nur durch eine starke Mitte reich geworden - Neofeudalismus führt in Armut, Chaos und Kriminalität. Das sieht man doch überall bereits -- Zerfallserscheinungen in den USA und Europa.

  • 28.08.2012, 20:13 UhrJeremyRifkin

    Dort dürften Banken per Automatisierung die Personaldecke um 20 bis 30 Prozent reduzieren“, sagt Reinhard Messenböck, Experte für Retailbanking bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group, schreibt er.

    Endlich kriegt man mal life mit, wie genau die IT-Revolution Arbeitsplätze wegrationalisiert und wegautomatisiert. Sonst glaubt einen das ja immer keiner. Wir müssen endlich mal drüber offen und ehrlich diskutieren, wie wir eine Gesellschaft organisieren, in der Technik viele Arbeitskräfte nicht mehr benötigt. Ich vermisse die ehrliche Diskussion dazu. In Wirklichkeit ist der demographische Wandel ein SEGEN für uns! Die weniger Kinder werden es evtl. - bei angemessener Bildung - doch wieder etwas leichter haben. Damit das Sozialgefüge nicht auseinanderfliegt, muss man aber neue Regeln aufstellen. Eine gut sichernde Grundrente für die Verlierer gehört mit dazu. Ebenfalls eine Umverteilung von Arbeit. Wenn das Arbeitsvolumen sinkt, dann muss es nunmal Verteilung geben. Diejenigen in schlechter bezahlten Jobs müssen mit Abgaben entlastet werden,das muss auf stärkere Schultern übertragen werden. Statt nur über Arbeit muss man sich neue Finanzierungen für den Sozialstaat überlegen - bis hin zu Zwangsanleihen.

    "Das Ende der Arbeit" mal lesen. Und als nächstes kommen die Supermärkte ohne Kassierer überall -- in Dänemark ist schon der Erste ganz ohne!

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