Steueraffäre bei Schweizer Bank: UBS-Tippgeber bekommt einen dicken Scheck

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Steueraffäre bei Schweizer Bank: UBS-Tippgeber bekommt einen dicken Scheck

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Bradley Birkenfeld brachte die Ermittlungen zu den UBS-Steuersündern ins Rollen. Dafür wurde er reich entlohnt.

Der Ex-Banker Bradley Birkenfeld hat für seine Tipps an die US-Steuerbehörde, die die Ermittlungen gegen die UBS ins Rollen brachten, nun eine stattliche Belohnung kassiert: Mehr als 100 Millionen Dollar erhält der Whistleblower.

Erst brachte ihn die US-Regierung wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung hinter Gittern, nun erhielt der Ex-Banker Bradley Birkenfeld eine Belohnung in nie da gewesener Höhe: 104 Millionen Dollar waren der US-Steuerbehörde IRS die Hinweise wert, die der ehemalige Vermögensverwalter der Schweizer Großbank UBS lieferte.

Mit seinen Tipps hatte Birkenfeld die Steueraffäre der UBS in den USA ins Rollen gebracht. Schlussendlich zahlte die UBS 2009 im Rahmen eines Vergleichs 780 Millionen Dollar an die USA. Die Bank gab zudem die Namen Tausender US-Kunden preis, die mutmaßlich Steuern hinterzogen hatten. Die Schweiz weichte in der Folge in einem Staatsvertrag mit den USA ihr Bankgeheimnis auf. „Die IRS hat heute 104 Millionen Botschaften an Whistleblower auf der ganzen Welt gesendet, dass es jetzt einen zuverlässigen und sicheren Weg gibt, Steuerbetrug zu melden, und dass die IRS nun Belohnungen zahlt“, hieß es in der Erklärung von Birkenfelds Anwälten, Stephen Kohn und Dean Zerbe. „Die IRS hat ebenso 104 Millionen Botschaften an Banken auf der ganzen Welt geschickt - hört auf, Steuerbetrug zu ermöglichen, oder ihr werdet gefasst.“

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Angst vor peinlichen Enthüllungen UBS-Zocker muss sich für Milliardenschaden verantworten

Der Prozessauftakt in einem der größten Betrugsfälle der Branche war spektakulär, aber kurz. Der frühere UBS-Händler Kweku Adoboli hat mit seiner Zockerei ein tiefes Loch in die Bilanz der schweizerischen Bank gerissen.

Der Prozess gegen den ehemaligen UBS-Händler Kweko Adoboli könnte unangenehme Details über die UBS sowie die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA zu Tage fördern Quelle: REUTERS

Zweieinhalb Jahre hinter Gittern

Birkenfeld war wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung für einen kalifornischen Milliardär und ehemaligen UBS-Kunden verurteilt worden und saß zweieinhalb Jahre in Haft. Wegen guter Führung wurde er im August entlassen. Sein Hausarrest endet im November, dann beginnt die dreijährige Bewährungszeit. „Die umfassenden Informationen des Hinweisgebers waren außergewöhnlich, was Umfang und Tiefe angeht“, hieß es in dem Resümee der IRS, das von Birkenfelds Anwälten zur Verfügung gestellt wurde.

Die Organisation National Whistleblower Center teilte mit, Birkenfeld habe entscheidend mitgeholfen, ein System zur Umgehung von Steuern im Umfang von 20 Milliarden Dollar zu sprengen. Mit der Zahlung solle zudem dazu angestiftet werden, Missstände zu melden. Es sei wohl die größte Belohnung, die jemals an einen Whistleblower gegangen sei.

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Anwälte bezeichnen Verurteilung als Fehler

Birkenfeld war trotz seiner Aussagen im August 2009 zu 40 Monaten Haft verurteilt worden, weil er dem Milliardär Igor Olenicoff half, rund 200 Millionen Dollar an der US-Steuerbehörde vorbei auf Konten in der Schweiz und in Liechtenstein zu verstecken. Der Whistleblower musste zudem Gerichtskosten von 100.000 Dollar tragen und eine Buße von 30.000 Dollar zahlen. „Ich bin ein stolzer Amerikaner und habe für mein Land getan, was ich konnte, und so vergelten sie es mir“, sagte er damals.

Birkenfelds Verurteilung sei ein schrecklicher Fehler gewesen, sagte einer der Anwälte. Dank seiner Aussagen habe die IRS über fünf Milliarden Dollar an Bußen und ausstehenden Steuern erhalten. Über 35.000 US-Steuerzahler hätten am Amnestieprogramm für Steuersünder teilgenommen.

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