Streit mit Schäuble: Deutsche-Bank-Chef Fitschen – vom Vermittler zum Nörgler

Streit mit Schäuble: Deutsche-Bank-Chef Fitschen – vom Vermittler zum Nörgler

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Jürgen Fitschen (l), Co-Vorsitzender der Deutschen Bank und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Als Brückenbauer zu Politik wurde Jürgen Fitschen einst gefeiert. Nun liefert er sich einen öffentlichen Schlagabtausch mit Finanzminister Schäuble über die Bankenregulierung. Viele halten das für "unklug" bis "gefährlich".

Die Rollenverteilung in der Doppelspitze der Deutschen Bank ist klar: Anshu Jain pflegt vor allem die Kontakte zur Investorengemeinde, Jürgen Fitschen hält den Draht zur deutschen Politik. Als "Brückenbauer", "Mister Germany" und "Bankier alter Schule" wurde der Niedersachse bei seiner Ernennung gefeiert. Fitschen sollte das nach einer Serie von Skandalen ramponierte Image des größten heimischen Geldhauses wieder aufpolieren. Soweit der Plan - aufgegangen ist der bislang aber nicht. Im Gegenteil: Der gerade in aller Öffentlichkeit ausgetragene Streit mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble über die künftige Regulierung dürfte die Überzeugungsarbeit des Top-Bankers in Berlin eher erschweren. Schließlich ist Schäuble auch oberster Dienstherr der Finanzaufsicht BaFin. Von "unklug" bis "gefährlich" reichen daher die Kommentare von Politikern und Aktionärsvertretern.

Deutsche Bank Achleitner: Deutsche Bank hat aus Finanzskandalen gelernt

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, hat das größte deutsche Bankhaus gegen den Eindruck verteidigt, aus der Finanzkrise und den Finanzskandalen nichts gelernt zu haben.

Paul Achleitner Quelle: dpa

Anderthalb Jahre nach dem Start des Führungstandems hat das Image des Saubermanns Fitschen Kratzer bekommen. In Frankfurt und München laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaften gegen den 65-Jährigen. In der Mainmetropole geht es um Umsatzsteuerbetrug im Zusammenhang mit dem Handel mit CO2-Emissionsrechten. Die Ermittler in der bayerischen Landeshauptstadt werfen ihm vor, im langjährigen Rechtsstreit der Bank mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch vor Gericht gelogen zu haben. Das sind schwere Anschuldigungen gegen den Mann, der als Präsident des Bankenverbands in Berlin auch die Lobby-Arbeit für alle privaten Finanzinstitute macht.

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"Es steht zu befürchten, dass die Deutsche Bank durch solche Streitereien an Gehör verliert in der Politik", sagt Klaus Nieding, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Das Geldhaus drohe, den eigentlich guten Zugang zur Regierung aufs Spiel zu setzen - in der Finanzkrise hat der frühere Vorstandschef Josef Ackermann beispielsweise die Rettung der Hypo Real Estate mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verhandelt. "Ich halte es nicht für klug, wenn Fitschen auf dem Marktplatz einen Clinch mit Schäuble austrägt." Denn dabei könne der Bankchef nur verlieren. "Schließlich hat die Banken-Lobby gerade nicht die Lufthoheit über den deutschen Stammtischen."

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