Tarifrunde bei Banken: "Es trifft die Falschen"

Tarifrunde bei Banken: "Es trifft die Falschen"

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Beate Mensch, Gewerkschafterin bei Verdi: Die Gehälter müssen steigen

von Mark Fehr

Die Verdi-Gewerkschafterin Beate Mensch fordert mehr Gehalt und Schutz für Bankangestellte und sagt, was die Belegschaft vom neuen Führungsteam der Deutschen Bank zu erwarten hat.

WirtschaftsWoche Online: Sechs Prozent mehr Lohn will Verdi für die nach Tarif bezahlten Beschäftigten im Finanzsektor. Haben Sie kein Mitleid mit den klammen Banken?

Mensch: Von klammen Banken kann man wohl kaum sprechen. Viele Institute haben sich von der Finanzkrise erholt, was sie auch der Leistung der Mitarbeiter verdanken. Die Beschäftigten haben sich bereits in den Vorjahren mit mageren Gehaltsabschlüssen begnügen müssen, wodurch ihr Verdienst real gesunken ist. Das muss sich jetzt ändern. Die Bankbeschäftigten brauchen jetzt eine spürbare Entgelterhöhung.

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Trotzdem weisen die Arbeitgeber Ihre Forderungen zurück. Kann man als Bankangestellter nichts mehr verdienen?

Die Gehälter sind in der Tat in den letzten Jahren abgekoppelt worden. Unsere Forderung bewegt sich im Rahmen der Gehaltsentwicklung anderer Branchen und soll auch Reallohnverluste der Vergangenheit ausgleichen. Wir ringen mit den Arbeitgebern aber nicht nur um Gehälter. Es gibt noch andere wichtige Themen.

Welche?

Zum Beispiel die Übernahme von Auszubildenden und Regelungen zum Gesundheits- und Beraterschutz. Die Finanzaufsicht will Bankberater persönlich in die Haftung nehmen, wenn sie ihre Kunden falsch beraten.

Das freut Anleger und Sparer, denen Banken sonst verlustträchtige Produkte andrehen.

Zu Recht – aber es trifft die Falschen. Die Arbeitgeber müssen ihre Leute in Schutz nehmen. Banken sollten etwa Bußgelder für ihre Mitarbeiter übernehmen und diesen beistehen, wenn es zum Rechtsstreit mit den Kunden kommt. In den allermeisten Fällen ist nicht der Berater schuld, sondern der von Bank-Managern aufgebaute Vertriebsdruck. Noch hat sich kein Vorstand in dieser Frage öffentlich vor seine Mitarbeiter gestellt.

Sollte für Bankvorstände eine Gehaltsgrenze gelten wie bei der Commerzbank?

Ich will keine Neiddebatte entfachen und denke, dass Top-Manager wegen ihrer hohen Verantwortung angemessen bezahlt werden sollen. Bei der Commerzbank ist der Gehaltsdeckel richtig, solange die Öffentlichkeit mit für das Institut haftet. Allerdings sollte die Leistung von hochbezahlten Bankchefs stärker an anderen Kriterien gemessen werden als bisher. Nachhaltigkeit und die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern müssen bei der Vorstandsvergütung ein größeres Gewicht bekommen. Ebenfalls berücksichtigt werden sollte die Qualität der in Umlauf gebrachten Finanzprodukte.

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