Traditionsbank: Verkauf der BHF-Bank rückt näher

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Traditionsbank: Verkauf der BHF-Bank rückt näher

von Melanie Bergermann und Cornelius Welp

Der seit Jahren andauernde erfolglose Verkaufsprozess der BHF-Bank zermürbt die Mitarbeiter und blamiert den Eigentümer Deutsche Bank. Nun ist endlich ein Ende in Sicht.

Björn Robens ist ein junger Chef mit langer Beziehung zu einer alten Bank. Vor rund zehn Jahren kam der heute 42-Jährige als Roland-Berger-Berater erstmals zur BHF-Bank in Frankfurt. Sein Auftrag damals: die Bank restrukturieren. Robens erledigte das – und blieb. Seit gut zwei Jahren steht er nun an der Spitze des Instituts, das 1970 aus der Fusion zweier Traditionshäuser hervorging. Sein Auftrag: die Bank erneut restrukturieren und für Ruhe sorgen. Das gelingt ihm trotz öffentlicher Verlautbarungen über Geschäftserfolge und begeisterte Kunden nur teilweise. „Wir hören nur, dass alles hervorragend läuft“, sagt ein Mitarbeiter. „Aber wir können das nicht glauben.“

Lästige Bank soll verkauft werden

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Kein Wunder. Seit das Institut der Deutschen Bank Anfang 2010 durch die Übernahme der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim in den Schoß gefallen ist, versucht der Branchenprimus, die ungewollte Mitgift loszuwerden. Der Verkaufsprozess geriet zu einer Abfolge von Pannen. Nun ist eine Entscheidung in Sicht. Bevor die neue Bankführung um Anshu Jain und Jürgen Fitschen am 11. September ihr lange erwartetes Zukunftskonzept vorstellt, soll das lästige Detail abgehakt sein. Nach Informationen der WirtschaftsWoche sind sich die Deutsche Bank und der Finanzinvestor RHJI mit Hauptsitz in Brüssel über Details wie den Kaufpreis von etwa 500 Millionen Euro einig. In den kommenden Tagen wollen sie einen Antrag auf Genehmigung bei der Finanzaufsicht BaFin stellen.

Der Weg ist reich an Irrungen und Wirrungen gewesen, hat den Ruf der BHF beschädigt und deren 1100 Angestellte tief verunsichert. Schon Sal. Oppenheim hatte Anfang 2009 vergeblich versucht, die 2004 von der niederländischen ING übernommene Bank zu verkaufen. Unter der Regie der Deutschen Bank schauten sich ausländische Häuser wie Vontobel, UBS und Mediobanca die BHF ebenso an wie die Finanzinvestoren KKR und Permira. Der schon sicher geglaubte Verkauf an die Liechtensteiner LGT scheiterte im April 2011 überraschend am Einspruch der BaFin. Die Behörde meinte, dass die LGT sich nicht ausreichend von Geldverschiebungen an der deutschen Steuer vorbei distanziert habe.

Experten halten dauerhaften Gewinn für fraglich

Die BaFin könnte auch RHJI einen Strich durch die Rechnung machen. Den vom Ex-Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer geführten Finanzinvestor beäugen die Bonner Aufseher ebenfalls skeptisch. Dabei haben sie keine grundsätzlichen Bedenken gegen Fischers Plan. Der sieht vor, dass sich die BHF mit der von ihm bereits erworbenen britischen Kleinwort Benson zusammenschließt, aber als eigenständige Marke mit allen Geschäftsfeldern erhalten bleibt. Unter dem RHJI-Dach könnte ein neuer Finanzdienstleister entstehen.

So weit, so gut. Das Dumme ist nur: RHJI machte 2011 einen Verlust von rund 80 Millionen Euro. Und selbst wenn Restrukturierungskosten aus dem Ergebnis herausgerechnet werden, bleibt bei Kleinwort Benson kaum mehr als eine schwarze Null. Die BHF war zuletzt profitabel. Dass ihr Geschäftsmodell aber dauerhaft genug abwirft, halten Experten für fraglich. Die Aufseher könnten, so heißt es unter Bankern, Zweifel an der Stabilität des von Fischer geschmiedeten Konstrukts haben.

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