Übernahme: Kanadas Börse will kanadisch bleiben

Übernahme: Kanadas Börse will kanadisch bleiben

, aktualisiert 31. Oktober 2011, 08:30 Uhr
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Kanadische Flagge: Börsenbetreiber TMX empfiehlt seinen Aktionären, das Angebot eines einheimischen Konsortiums anzunehmen.

von Reuters , Michael Maisch und Gerd BrauneQuelle:Handelsblatt Online

Ein Konsortium von kanadischen Banken steht kurz vor der Übernahme des Börsenbetreibers TMX aus Toronto. Damit würde die Übernahme durch die Londoner Börse LSE scheitern. Für die Briten wäre das eine herbe Niederlage.

BangaloreDas Direktorium des kanadischen Börsenbetreibers TMX hat seinen Aktionären empfohlen, für das Übernahmeangebot der Bietergruppe Maple zu stimmen. Wie TMX in der Nacht zum Montag mitteilte, fiel die Entscheidung einstimmig. Die Offerte liegt bei etwa 3,8 Milliarden US-Dollar. Das Maple-Konsortium aus kanadischen Banken und Pensionsfonds vereitelte mit ihrem Angebot eine bereits mit dem TMX-Management vereinbarte freundliche Übernahme durch die London Stock Exchange (LSE).

TMX betreibt Kanadas größte Börse in Toronto. Der Fusionspoker um das Unternehmen läuft schon seit Monaten. Zunächst sah es so aus, als wenn die Londoner LSE den Zuschlag erhalten würden. Doch im Juni platzte die Übernahme. Kurz bevor die Aktionäre von TMX über den Deal abstimmen wollten, machten die Engländer einen Rückzieher – und kamen damit einer Absage durch die Anteilseigner von TMX zuvor.

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Zuletzt hatte die LSE noch versucht, die Aktionäre mit dem Versprechen einer Sonderdividende zu überzeugen; das Angebot der Londoner Börse erhöhte sich auf insgesamt 4,1 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 2,8 Milliarden Euro. Damit zog die LSE zwar an dem kanadischen Bankenkonsortium Maple vorbei, das schon damals mit einer eigenen Offerte über 3,9 Milliarden Dollar versucht hatte, die Übernahme zu verhindern und TMX im eigenen Land zu halten. Aber während die Briten den TMX-Eigentümern nur Aktien bot, lockte das Konsortium mit dem Namen die Aktionäre auch mit einem Baranteil.

Die Übernahme in Kanada sollte für die LSE, die im Aktienhandel massiv Marktanteile an alternative Anbieter verloren hat, eigentlich zum Befreiungsschlag werden. Aus den beiden Börsen wollte LSE-Chef Xavier Rolet  die weltgrößte Handelsplattform für Rohstoffe, Energie und Bergbau bauen.

Analysten hatten bereits im Mai gewarnt, dass die LSE, sollte Rolets Vision scheitern, selbst zum Übernahmeziel werden könnte. Seit Wochen halten sich Gerüchte, dass die US-Technologiebörse Nasdaq über ein Angebot für den Londoner Konkurrenten nachdenkt. Nasdaq-Chef Bob Greifeld ist selbst dringend auf Partnersuche, nachdem er mit seinem Versuch, den New Yorker Konkurrenten Nyse zu kaufen, gescheitert ist. Mit diesem Vorstoß wollte Greifeld die Fusion der Nyse mit der Deutschen Börse verhindern. Als weiterer potenzieller Interessent für die LSE wird die Börse Singapur gehandelt, die erst vor kurzem ihre Pläne für einen Zusammenschluss mit der Börse Sidney aufgeben musste. Die australische Regierung hatte ihr Veto eingelegt.

Die TMX-Gruppe will sich nun laut Vorstandschef Tom Kloet nach anderen Möglichkeiten umsehen, wie sie ihr Geschäft vergrößern kann. Hierzu gehört auch die erneute Überprüfung des Angebots der Maple Group Acquisition Corporation. Das Konsortium rechnet sich nach dem Rückzug der Londoner offenbar gute Chancen aus, selbst zum Zuge zu kommen. "Wir müssen jetzt sicherstellen, dass wir freundliche Verhandlungen mit dem Management der TMX aufnehmen und alles unter unserem Dach zusammenführen", sagte ein Maple-Sprecher der Nachrichtenagentur.

Quelle:  Handelsblatt Online
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