Übernahme-Poker: Ringen um Sarasin geht in die letzte Runde

Übernahme-Poker: Ringen um Sarasin geht in die letzte Runde

, aktualisiert 23. November 2011, 14:21 Uhr
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Eine Entscheidung über die Zukunft der Bank Sarasin soll innerhalb einer Woche fallen.

Quelle:Handelsblatt Online

Bis Ende des Monats ist bei der Übernahme der Schweizer Vermögensverwaltungsbank Sarasin eine Entscheidung zu erwarten. Neben Julius Bär und der Raiffeisenbank-Gruppe soll es noch einen dritten Interessenten geben.

Dubai/ZürichDas Ringen um die Übernahme der traditionsreichen Schweizer Vermögensverwaltungsbank Sarasin geht in die Endrunde. Eine Entscheidung über die Zukunft der Basler Bank sollte innerhalb einer Woche fallen, erklärte das Mitglied der Geschäftsleitung der Bank Julius Bär, Remy Bersier, am Mittwoch in einer Medienkonferenz in Dubai. Er bekräftigte das Interesse seiner Bank an dem Konkurrenten: Bär halte immer Ausschau nach Übernahmegelegenheiten und Sarasin sei weiterhin eine Möglichkeit, sagte Bersier.

Eine andere mit der Sache vertraute Person in der Schweiz bestätigte den Zeitplan. Mit einer Entscheidung sei bis Ende des Monats zu rechnen. Die niederländische Rabobank, die 46 Prozent des Kapitals und 68 Prozent der Stimmrechte an Sarasin hält, will bei den Schweizern aussteigen. Neben der Bank Julius Bärs gilt die Schweizer Raiffeisenbank-Gruppe als Interessent.

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Bank Bär, die neben dem Rabobank-Paket auch die Anteile der Minderheitsaktionäre übernehmen möchte, müsste dafür Schätzungen zufolge 2,5 Milliarden Franken (gut zwei Milliarden Euro) auf den Tisch legen. Sie erhielte dafür verwaltete Vermögen von rund 100 Milliarden Franken. Bisher verwaltet Bär rund 160 Milliarden Franken.

Die Raiffeisen-Gruppe will Medienberichten zufolge nur das Rabobank-Paket übernehmen und die restlichen Aktien an der Börse lassen. Ein Raiffeisen-Sprecher wollte dazu keine Stellung nehmen. Raiffeisen legte am Dienstag zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine nachrangige Anleihe auf und beschaffte sich auf diesem Weg 350 Millionen Franken. Das Sarasin-Management ist laut einem internen Memo von Mitte November daran interessiert, auch mit neuen Aktionären als unabhängige Schweizer Privatbank weiterarbeiten zu können.


Dritter Interessent im Spiel

Nach Angaben eines Investmentbankers ist noch ein dritter Interessent im Spiel, der nicht aus der Schweiz stammt. Ein anderer Investmentbanker hielt es für möglich, dass sich die Parteien im Moment gar nicht einigen und die Niederländer mit einem Verkauf warten, bis die Lage an den Finanzmärkten wieder einen höheren Preis zulässt. Allerdings bestehe die Gefahr, dass Kunden und auch Kundenberater bei Sarasin abspringen, wenn sie die Unsicherheit länger hinziehe, sagte ein anderer Banker.

Schweizer Privatbanken stehen seit dem Verfall des Bankgeheimnisses unter erhöhtem Kosten- und Konsolidierungsdruck, der sich infolge der Euro-Schuldenkrise verschärfte. Credit Suisse will ihre bislang selbstständige Privatbank-Tochter Clariden Leu in den Konzern eingliedern, um so die Kosten um 200 Millionen Franken senken.

Die Sarasin-Aktie wurde am Mittwoch an der leicht schwächeren Börse um 2,5 Prozent tiefer bei 33 Franken gehandelt. Mitte Oktober, als die Verkaufsabsichten der Niederländer bekannt wurden, war die Aktie bei 28 Franken gehandelt worden und hatte in der Folge bei 36 Franken einen Höhenpunkt erreicht. Die Bär-Aktie, die am Vortag gegen den Trend gestiegen war, gab leicht nach. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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