Umfrage unter Bankern: Wertewandel in den Banken? Nur eine Werbekampagne

exklusivUmfrage unter Bankern: Wertewandel in den Banken? Nur eine Werbekampagne

von Claudia Tödtmann

Eine Umfrage belegt: Mit dem Wertewandel nach der Finanzkrise meinen es die Top-Manager der Banken nicht ernst. Das einzige was zählt, ist Profit - nicht aber Kundentransparenz oder die Einhaltung von Normen und Werten.

Der Imagewandel der Banken ist eine Werbemaßnahme, aber in der Realität gelebt wird er nicht. Das geben selbst Bank-Mitarbeiter zu. Anscheinend haben die Banken aus der Finanzkrise noch keine Lehren gezogen. Zumal: Skandale wie bei der Deutschen Bank vom Libor-Skandal bis zum Deutsche-Bank-Prozess sind kein Einzelfall. Dennoch findet der Wertewandel hin zu Transparenz, Integrität und Kundenorientierung nur in Werbekampagnen statt, aber nicht im Tagesgeschäft am Bankschalter. Das ist das Fazit einer Studie der Umsetzungsberatung Mutaree, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt.

Die Umfrageergebnisse werfen kein gutes Licht auf das Top-Management der Finanzinstitute. So lautet eine der Kernfragen der Studie: Was bringt Banken zum Umdenken? Nur gesetzliche Zwänge, sagen die meisten Bankangestellten (82 Prozent). Und was noch? Andere externe Faktoren wie ungünstige Marktbedingungen, die für die Geldhäuser unangenehm sind: Die dauerhaft niedrigen Zinsen etwa benennen daher 73 Prozent der Befragten als Beispiel, was Banken unter Zugzwang setzt. Statt die Zukunftsthemen Digitalisierung und Kundenorientierung anzugehen, beschränken sich Banken aufs Reagieren, so das Fazit der Untersuchung.

Anzeige

Themen, die die gesamte Industrie beschäftigen, wie die Digitalisierung, stehen dagegen bei den Banken weiter unten auf der Prioritätenliste. Nur 39 Prozent der Banker sehen, dass dieses Thema ihre Geldhäuser in Bewegung bringt. "Der Handlungsdruck ist bei diesen Zukunftsthema offenbar noch nicht hoch genug", meint Claudia Schmidt, Mutaree-Geschäftsführerin und Expertin für Veränderungsmanagement.

Weitere Artikel

Insgesamt hat Mutaree 283 Fach- und Führungskräfte in den Banken befragt, darunter rund drei Viertel in Leitungsfunktionen und die Hälfte im Vertrieb. Das Ergebnis: Rund 50 Prozent der Banken sagen, dass der kulturelle Wandel in ihrem Haus nicht stattfindet. Nur 20 Prozent der Banken honorieren es, wenn ihre Mitarbeiter wertekonformes Verhalten an den Tag legen. Dem entspricht, dass ihr Image den Banken nicht so wichtig ist und auf der To-do-Liste tatsächlich auf den hinteren Plätzen rangiert.

Indiz: Kriterien für Beförderungen

Der beste Beleg ist für  Beraterin Schmidt das Beförderungsverhalten: Karriere macht, wer gute Abschlüsse vorweisen kann und überdurchschnittlich hohe Umsätze erzielt. Aber nicht, wer besonders kundenorientiert handelt. So bleibt es dabei, dass gute Verkäufer regelmäßig mit Führungspositionen belohnt werden, um sie zu halten. Ob diese dann aber als Führungskraft brauchbar sind, interessiert nicht. Das Ergebnis: Die schädlichen Verhaltensmuster bleiben und der Wertewandel ist ausgebremst.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%