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Unicredit: Der Druck auf Italiens Banken wächst

von ant, dapd, dpa und rtr

Nach der Herabstufung von Italien hat Standard & Poor's nun auch das Rating von 34 italienischen Banken gesenkt. Auch die HypoVereinsbank-Mutter UniCredit bekommt eine schlechtere Note – trotz erfolgter Abschreibungen auf Griechenlandanleihen und einer höherer Eigenkapitalquote.

UniCredit-Zentrale in Mailand Quelle: Presse
UniCredit-Zentrale in Mailand Quelle: Presse

Nachdem Standard & Poor's (S&P) vor einigen Wochen schon neun Euro-Länder herabgestuft hatte, darunter auch Italien, hat die Ratingagentur nun auch die Bonitätsnoten von 34 italienischen Banken gesenkt. S&P sieht im italienischen Bankensektor daher eine hohe Anfälligkeit für externe Risiken. Betroffen waren auch große Banken wie die UniCredit, Intesa Sanpaolo oder die Banca Monte dei Paschi di Siena. Italiens größte Bank UniCredit wird von den Bonitätswächters nur mit der Note „BBB+“ für das Langfrist-Rating eingestuft, beziehungsweise „A-2“ für das Kurzfrist-Rating, der Ausblick ist „negativ“.

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„Unserer Ansicht nach hat sich die Anfälligkeit Italiens für externe finanzielle Risiken erhöht“, teilte S&P mit. Schuld daran sei die hohe öffentliche Auslandsverschuldung, durch die die italienischen Banken weniger Spielraum zur Streckung der Kredite von Großkunden hätten, hieß es. In den kommenden fünf Jahren sei weiter mit einer schwachen Profitabilität der Geldhäuser zu rechnen, erklärten die Bonitätswächter. Nur drei italienische Banken, die von Standard & Poor's bewertet werden, behielten ihr Rating.

Die Politik zieht ihre Lehren aus der Lehman-Pleite: Die weltweit stärksten Banken sollen so umgebaut werden, dass Steuerzahler nicht mehr für Verluste aufkommen müssen. Das beschlossen die führenden Volkswirtschaften zum Abschluss des G20-Gipfels im französischen Cannes (Foto). Insgesamt stehen 29 sogenannte systemrelevante Banken auf der Liste …

Quelle: Reuters

Mehr Kapitalausstattung

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti sagte dem US-Fernsehsender CNBC, viele italienische Banken seien bereits rekapitalisiert und weniger von der Schuldenkrise betroffen als andere europäische Geldhäuser. Wegen strengerer Bestimmungen der europäischen Bankenaufsicht (EBA) und großer Bestände von italienischen Staatsanleihen müssen die wichtigsten Banken des südeuropäischen Landes bis Juni ihr Kapital massiv erhöhen. Da beim Bankenstresstest der EBA die Staatsanleihen in den Bankenbüchern zu Marktpreisen bewertet werden, mindern fallende Anleihekurse die Vermögenswerte der Banken.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.02.2012, 08:40 UhrAnonymer Benutzer: II-tegraT

    Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu, dass uns die Aufwertungsgewinne flöten gehen und dass sich unsere Targe II-Salden womöglich in wertloses Papier verwandeln könnten. Allerdings könnten unsere Politiker dies auch als Chance nutzen, die enormen Handelsbilanzüberschüsse abzubauen. Dies ginge z.B. über Investitionen in vorgelagerte Wertschöpfungsstufen in den bisherigen Defizitländern (allerdings müssen dort die standortbedinungen angepasst werden). Des Weiteren kann unser Binnenkonsum über Lohnerhöhungen und entsprechend Steuerförderungen für den Bau von selbstgenutzten Eigenheimen, altersgerechten Wohnungen und KiTas angekurbelt werden.

  • 23.02.2012, 08:16 UhrAnonymer Benutzer: Wegweiser

    Ein Blick auf die italienische Target II Salden, auf die Volumia der Niedrigstzinsliquditätshilfen durch die EZB, zeigt ganz deutlich, in welcher Situation sich der Bankensektor und auch die italienische Volkswirtschaft befindet. Ohne die massive Hilfe durch die EZB (Herrn Draghi) wäre die ökonomische Situation für Italien, für Spanien und auch für Irland wesentlich kritischer.

    Jedoch können diese geld- und währungspolitische Maßnahmen an diese Staaten, die auch mit einigen erhelbichen Risiken für uns verbunden sind, nur eine kurzfristige Entspannung bewirken, um notwendige strukturelle Umgestaltungen vornehmen zu können. Leider ist aber der Zeitrahmen für diese Anpassungen bei einem sehr schwierigen Gesamtmarktumfeld sehr gering, die Aufgabenstellungen dafür um so größer.

    Ob sich mit dieser Währungspolitik der EZB eine währungs- und geldpolitische Währungsstabilität auf Dauer erzielen lässt, bleibt abzuwarten. Hinzu kommen noch die großen volkswirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen den einzelnen Eurovolkswirtschaften, die diese Lösung erschweren. Für uns selbst entgehen weiterhin alle Aufwertungsgewinne als volkswirtschaftliche Sozial- und Wohlfahrtsdividende (siehe Benzin, Diesel, Gas, Rohstoffe), die zusätzlichen Risiken steigen dafür um so mehr. Die Divergenz innerhalb der Währungszone dürfte weiter zunehmen, die daraus resultierenden Spannungen ebenso!

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