US-Notenbank: Achse des Bösen

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US-Notenbank: Achse des Bösen

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Die Symbiose zwischen US-Notenbank Fed und Wall Street funktioniert, aber nur zu Lasten von Wirtschaft und Gesellschaft.

von Frank Doll

Die Symbiose zwischen US-Notenbank Fed und Wall Street funktioniert seit 100 Jahren - zu Lasten von Wirtschaft und Gesellschaft. Flankiert von der Fed drehen Großbanken wieder ein Riesenrad an den Derivatemärkten.

Mit der Unterschrift des damaligen US-Präsidenten Woodrow Wilson unter den „Federal Reserve Act“ am 23. Dezember 1913 wurde das Zentralbanken-System der USA aus der Taufe gehoben. Gegründet wurde die Fed als Reaktion auf die Bankenpanik von 1907 zur Vermeidung weiterer Finanzkrisen und zum Schutz des Dollars. Das ging in der Rückschau weitestgehend schief. Gemessen am Dollar von 1913 ist der Greenback heute nur noch fünf Cent wert. Der Fed wird eine Mitschuld angelastet für den Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929, den Börsencrash von 1987, die Aktienmarktblase zur Jahrtausendwende und die weltweite Finanzkrise von 2008. Präsident Wilson hatte damals seinen Fehler erkannt, leider zu spät: „Unwissentlich habe ich mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird kontrolliert von ihrem Kreditsystem. Dieses System ist hochkonzentriert. Das Wachstum der Nation und alle unsere Aktivitäten befinden sich ob den Händen einiger weniger Menschen. Wir haben uns zu einer der am schlechtesten geführten, am meisten überwachten und beherrschten Regierungen der zivilisierten Welt entwickelt.“ Diese Einsicht hat nichts an Aktualität eingebüßt.

100 Jahre nach Gründung der Fed ist die Konzentration im US-Bankensystem weit fortgeschritten. Seit 1985 sind mehr als 10.000 Banken verschwunden, allein mehr als 1.400 in den vergangenen fünf Jahren. Aktuell gibt es in den USA noch 6.891 Banken. Das ist weniger als während der Großen Depression. Die marktbeherrschende Stellung einiger weniger Banken begünstigt Kartellabsprachen und gefährdet die Wirtschaft. Fast 70 Prozent aller bilanziellen Vermögenswerte des amerikanischen Bankensystems werden gehalten von nur zwölf Großbanken. Allein in den letzten fünf Jahren sind die Vermögenswerte der sechs größten US-Banken JP Morgan Chase, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo, Goldman Sachs und Morgan Stanley im Durchschnitt um 37 Prozent gewachsen.

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Im Wesentlichen sind das jene Banken, die gleichzeitig auch die einflussreichsten Anteilseigner der zwölf regionalen Banken im Federal Reserve System sind. Wie in Italien auch, befindet sich die Notenbank in den USA faktisch im Privatbesitz. Auf ihre Entscheidungen, so die Theorie, soll das aber keinen Einfluss haben.

Seit 2008 gibt es für zwölf Großbanken eine implizite Garantie durch die US-Regierung und die Fed. Ginge auch nur eine dieser Megabanken pleite, wäre das gesamte Bankensystem der USA am Ende. Doch weil die Bedrohung mit dem Untergang als natürliche Risikobremse durch die Staatsgarantie ausgehebelt wird, hat sich die Risikoneigung in den Banken nicht verringert, sondern gar noch verstärkt.

Teilbereiche des US-Bankensystem ähneln heute mehr einem Casino als einer  kreditwirtschaftlichen Veranstaltung. Allein die vier Megabanken JP Morgan Chase, Citigroup, Bank of America und Goldman Sachs halten Derivate mit einem ausstehenden Volumen von insgesamt 215.000 Milliarden Dollar, keine von ihnen ist mir weniger als 40.000 Milliarden Dollar im Spiel. Zum Vergleich: Die jährliche Wirtschaftsleistung der USA beträgt 16.700 Milliarden Dollar, die Staatsverschuldung aktuell 17.200 Milliarden Dollar.

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