US-Tochter: Fed bemängelt Schlamperei bei der Deutschen Bank

US-Tochter: Fed bemängelt Schlamperei bei der Deutschen Bank

, aktualisiert 23. Juli 2014, 10:46 Uhr

Die Deutsche-Bank-Aktie ist am Mittwochmorgen größter Dax-Verlierer. Auslöser ist neuer Ärger in den USA: Die Aufseher werfen der US-Tochter unsaubere Berichte vor. Die Bank bemüht sich um Schadensbegrenzung.

Neuer Ärger für die Deutsche Bank in den USA: Die Notenbank von New York, Aufseherin über die größten amerikanischen und ausländischen Banken im Land, wirft dem Frankfurter Institut Finanzkreisen zufolge eine unsaubere Rechnungslegung der US-Tochter vor. In einem Schreiben vom 11. Dezember an die Bankführung habe die Fed Schlamperei im Berichtswesen bemängelt, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Mittwoch. Dabei gehe es aber eher um technische Fehler und nicht um Tricksereien bei der Bewertung von Wertpapieren. Über den Brief hatte zuvor auch das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet.

Die Deutsche Bank bemühte sich um Schadensbegrenzung: "Wir arbeiten weiter sorgfältig daran, unsere Kontrollen und Systeme zu stärken und haben uns verpflichtet, hierin branchenführend zu sein", erklärte das Institut. Dazu werde wie angekündigt eine Milliarde Euro investiert. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin wollte sich zu der Kritik der US-Aufseher nicht äußern.

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Anleger reagieren nervös

Die Nachrichten schickten die Deutsche-Bank-Aktie zu Handelsbeginn auf Talfahrt. Mit einem Minus von zwei Prozent war das Papier größter Dax-Verlierer. "Das macht die Anleger natürlich nervös", sagte Analyst Dirk Becker von Kepler Cheuvreux. Im Moment habe man den Eindruck, dass ausländische Banken in den USA besonders hart rangenommen würden.

Wie das "WSJ" berichtete, wurde der Brief der New Yorker Fed von Daniel Muccia verfasst, der für die Aufsicht der US-Töchter ausländischer Geldinstitute zuständig ist. Nach seiner Einschätzung muss die Deutsche Bank einige Berichte und Dokumente möglicherweise nachträglich korrigieren. Früher angesprochene Fehler seien bislang nicht behoben worden. Sollte es sich aber tatsächlich nur um technische Details handeln, hätte das wohl keine Auswirkung auf die Konzerngeschäftsberichte.

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Es ist nicht das erste Mal, dass sich die US-Aufseher die Deutsche Bank vorknöpfen. Im Juni 2013 schlugen Aussagen des Vize-Chefs der Einlagensicherungsbehörde FDIC, Thomas Hoenig, hohe Wellen. Er hatte damals erklärt, mit Blick auf die Verschuldungsquote sei Deutschlands größtes Geldhaus "schrecklich unterkapitalisiert". Die Bank wies die Darstellung zurück und argumentierte, gemessen am neuen Branchenstandard Basel III sei sie eines der am besten kapitalisierten Institute der Welt. In diesem Jahr folgte allerdings eine gut acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung.

Schlagzeilen machte in dieser Woche auch eine Rüge des US-Senats: Ein Unterausschuss für Steuerfragen hatte harsche Kritik an der Deutschen Bank und der britischen Barclays geübt und ihnen vorgeworfen, Hedgefonds bei Steuertricksereien geholfen zu haben. Die beiden Geldhäuser hätten komplexe Finanzprodukte an die Fonds verkauft, wodurch diese ihre Steuerzahlungen um viele Milliarden Dollar hätten drücken können, hieß es.

Nach Erkenntnissen der Abgeordneten waren die Geschäfte zwar moralisch fragwürdig, aber nicht illegal.

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