Bild: dpa1988
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung startet die Initiative Harmful Tax Competition. 41 Länder werden identifiziert, deren Steuergesetzgebung offenbar fairem internationalem Wettbewerb widerspricht. Die Schweiz, Österreich, Belgien und Luxemburg protestieren, weil sie ihr Bankgeheimnis gefährdet sehen.
Bild: REUTERS2001
Nach den Anschlägen vom 11. September auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington gehen die Amerikaner im Zuge der Terrorismusbekämpfung verstärkt auch gegen Geldwäsche vor. Sie nehmen rund um die Welt obskure Finanzzentren unter die Lupe und erzwingen die Offenlegung von Kontobewegungen auch im Ausland, um bei Verdacht darauf zugreifen zu können.
Bild: REUTERS2003
Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) bietet eine Amnestie für Steuerflüchtlinge an. Wer sein im Ausland verstecktes Vermögen freiwillig zurückbringt und dem deutschen Fiskus offenbart, soll mit einer Pauschalsteuer
von 15 Prozent davonkommen. Doch nur wenige Steuersünder finden dieses Angebot attraktiv und machen mit. Statt der erhofften fünf Milliarden nimmt Eichel lediglich 1,4 Milliarden Euro für die Staatskasse ein.
Bild: AP2005
Die Europäische Richtlinie zur Zinsbesteuerung tritt nach jahrzehntelangem Kräfteringen in Kraft. Widerstand leisten auch hier die Schweiz, Luxemburg, Belgien (Informationsaustausch erst seit 2010) und Österreich
(kein Informationsaustausch, aber anonyme Quellensteuer). Die Richtlinie gilt wegen der engen Definition von Kapitalerträgen als „Schweizer Käse“ – ihr Erfolg hält sich daher auch in sehr überschaubaren Grenzen.
Bild: dpa2008
Durchsuchung beim damaligen Top-Manager Klaus Zumwinkel. Zuvor hatte ein Mitarbeiter der LGT Bank Daten gestohlen. Unter dem Schock der Zumwinkel-Bilder zeigen sich viele Steuerhinterzieher selbst an.
Bild: dapd2008
Die USA werfen der Schweizer Bank UBS vor, 19 000 Amerikanern beim Steuerhinterziehen geholfen zu haben. Washington erzwingt trotz Schweizer Bankgeheimnis die Herausgabe aller Kundendaten.
Bild: dpa2009
Mitten in der Finanzkrise sagen die G20-Chefs den Steueroasen den Kampf an. Der Druck wirkt. Seit Mai 2009 ist kein Land mehr auf der „OECD List of Uncooperative Tax Havens”. Alle sechs Monate verfasst die OECD einen Fortschrittsbericht für die G20. Deutschland beginnt mit dem Ankauf von Steuer-CDs aus der Schweiz, insgesamt fünf Datenträger. Kaum jemand wird überführt, doch rund 30 000 Bürger zeigen sich aus Angst vor Entdeckung selbst an.
Bild: dpa2010–2012
Wolfgang Schäuble verhandelt mit der Schweiz ein Steuerabkommen. Altvermögen soll mit mindestens 21 Prozent nachversteuert werden. Am 26. Oktober stimmt der Bundestag, im November der Bundesrat darüber ab.
1988
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung startet die Initiative Harmful Tax Competition. 41 Länder werden identifiziert, deren Steuergesetzgebung offenbar fairem internationalem Wettbewerb widerspricht. Die Schweiz, Österreich, Belgien und Luxemburg protestieren, weil sie ihr Bankgeheimnis gefährdet sehen.
Die britischen Steuerbehörden überprüfen einem Zeitungsbericht zufolge die Konten von Tausenden Kunden der größten europäischen Bank HSBC. Ziel sei es herauszufinden, ob einige von ihren Inhabern zur Steuerhinterziehung genutzt worden seien, berichtete der „Daily Telegraph“ am Freitag.
Die Bank erklärte, sie gehe dem angeblichen Verlust von Kundendaten nach. Über eine Untersuchung seitens der Behörden sei sie jedoch nicht informiert worden. Sollte dies passieren, werde das Institut mit den Behörden voll zusammenarbeiten. Die zuständige Behörde HMRC bestätigte, dass sie die Daten erhalten habe und prüfe. Auf Details wollte sie nicht eingehen.
Bild: dpaBermuda und andere Karibikinseln fordern keine Ertragsteuern, haben aber strenge Geldwäschevorschriften. Paradiesisch für Unternehmen. Drittgrößter Versicherungsstandort der Welt. Google hortet hier seine außerhalb der USA erwirtschafteten Gewinne; rund 100 Milliarden Dollar. Nur für Steuerflüchtlinge ab zweistelligem Millionenbereich interessant, die hier eine Firma errichten.
Bild: REUTERSLiechtenstein gilt nicht mehr als Steueroase. Strenges Geldwäschegesetz. Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland.
Bild: dapdNordzypern erfüllt formal internationale Standards, gilt unter Insidern aber als "Piratennest". Vor allem osteuropäische Steuerhinterzieher finden hier Unterschlupf.
Bild: dpaLuxemburg verweigert den automatischen Informationsaustausch, hat aber eine Quellensteuer. Angeblich Fluchtland Nummer zwei für deutsche Steuerhinterzieher.
Bild: dpaÖsterreich verweigert den automatischen Informationsaustausch, hat aber eine Quellensteuer. Sparbücher lassen sich bis 15 000 Euro anonym ausstellen. Angeblich Fluchtland Nummer drei für deutsche Steuerhinterzieher.
Bild: dapdSchweiz, traditionell beliebtestes Steuerfluchtland für Deutsche, will kein Schwarzgeld mehr aufnehmen. Die Banken verlangen bei Neuanlagen einen Nachweis über die Herkunft. Nach dem Steuerabkommen mit Deutschland offener Datenaustausch.
Bild: dapdAbu Dhabi und Dubai sind beliebte Finanzzentren. Gut entwickelt, vergleichsweise rechtssicher und nicht gewillt, sich US-Druck auf Kontooffenlegung zu beugen.
Bild: dpaSingapur ist für Fiskalflüchtige heikler als die Schweiz. Strenge Geldwäschekontrollen. Informations- und Amtshilfeabkommen mit Deutschland auf der Zielgeraden.
Bermuda und andere Karibikinseln fordern keine Ertragsteuern, haben aber strenge Geldwäschevorschriften. Paradiesisch für Unternehmen. Drittgrößter Versicherungsstandort der Welt. Google hortet hier seine außerhalb der USA erwirtschafteten Gewinne; rund 100 Milliarden Dollar. Nur für Steuerflüchtlinge ab zweistelligem Millionenbereich interessant, die hier eine Firma errichten.
Die Behörden wurden dem Zeitungsbericht zufolge aktiv, nachdem ihnen eine Liste mit den Namen von 4388 Personen mit Wohnsitz in Großbritannien zugespielt worden sei, die auf den Konten auf der Kanalinsel Jersey 699 Millionen Pfund geparkt hätten. Darunter befänden sich Prominente, Banker, Ärzte sowie Bergbau- und Ölmanager. Außerdem führe die Liste etwa 4000 Kontoinhaber mit Adressen außerhalb Großbritanniens auf.
HSBC steht bereits im Visier der US-Aufsichtsbehörden wegen eines Geldwäsche-Skandals. Das britische Institut hält Strafzahlungen von deutlich mehr als 1,5 Milliarden Dollar für möglich. Bankchef Stuart Gulliver rechnet nicht nur mit Schadenersatzklagen, sondern auch mit strafrechtlichen Konsequenzen.
Ein Ausschuss des US-Senats hatte im Juli nach einjähriger Untersuchung festgestellt, dass HSBC Kunden über Jahre half, fragwürdige Gelder aus Ländern wie Mexiko, dem Iran, Saudi-Arabien oder Syrien zu transferieren. Die Bank hat sich dafür entschuldigt. Derzeit laufen interne Ermittlungen und Verhandlungen mit den US-Regulierern























