Verdacht der Untreue: Ex-Führung von Sal. Oppenheim droht Prozess

Verdacht der Untreue: Ex-Führung von Sal. Oppenheim droht Prozess

, aktualisiert 05. Dezember 2011, 14:00 Uhr
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Die frühere Führungsriege des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim steht vor einer Anklage wegen Untreue in besonders schwerem Fall.

Quelle:Handelsblatt Online

Ehemalige Führungsmitglieder der Privatbank Sal. Oppenheim werden wegen Untreue angeklagt. Es geht um zwei Immobiliengeschäfte in Köln. Unter den Angeklagten ist Ex-Gesellschafter Christopher Freiherr von Oppenheim.

KölnGegen frühere Führungsmitglieder der einst größten europäischen Privatbank Sal. Oppenheim ist Anklage wegen Untreue in einem besonders schweren Fall erhoben worden. Das sagte Rechtsanwalt Prof. Klaus Volk am Montag der Nachrichtenagentur dpa. „Es geht um zwei Immobiliengeschäfte in Köln.“

Der Münchner Anwalt vertritt Christopher Freiherr von Oppenheim, der einer von vier persönlich haftenden Gesellschaftern war. Die Beschuldigungen richten sich Volk zufolge aber nicht nur gegen seinen Mandanten: „Die Anklage bezieht sich auf die früheren persönlich haftenden Gesellschafter.“

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Die Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte die Fertigstellung der Anklage nicht. Die Behörde ermittelt seit gut anderthalb Jahren gegen Ex-Verantwortliche der Traditionsbank, die nach Milliardenverlusten Anfang 2011 von der Deutschen Bank übernommen worden war.

Das Verfahren arbeitet Unregelmäßigkeiten auf, die mit zur Schieflage der einst stolzen Privatbank führten. Management und Eigner von Sal. Oppenheim hatten die Bank mit Wetten auf Derivate, Großkrediten an wichtige Kunden und der Beteiligung am Warenhauskonzern Arcandor in Bedrängnis gebracht. Nach über 200 Jahren Unabhängigkeit übernahm dann die Deutsche Bank 2010 das Kölner Geldhaus. Der Immobilienkomplex wird von Kennern des Verfahrens als "kleinerer Teil" des Gesamtverfahrens bezeichnet. Bei den öffentlich bereits länger bekannten Teilen des Falls soll ein Ende noch nicht absehbar sein.

Dabei geht es auch um den Verdacht, dass die Bank einigen Gesellschaftern Kredite über mehrere Hundert Millionen Euro zu günstigen Konditionen und ohne ausreichende Sicherheiten gegeben haben soll. Weiter sollen ehemalige Gesellschafter der Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz 2005 mehr als 300 Millionen Euro ohne ausreichende Sicherheiten geliehen haben. Sal. Oppenheim hatte zudem knapp 30 Prozent an Arcandor, dem Karstadt-Quelle-Nachfolger, erworben.

Gegen die einstige Spitze der Bank wird wegen Untreue und pflichtwidriger Schädigung des Bankvermögens ermittelt. Im fraglichen Zeitraum zeichneten Matthias Graf von Krockow, Friedrich Carl Janssen, Christopher Freiherr von Oppenheim und Dieter Pfundt sowie Georg Baron von Ullmann als Aufsichtsratschef verantwortlich für die Geschicke des Bankhauses. In dem Gesamtermittlungskomplex wählte die Staatsanwaltschaft eine harte Gangart: Mit zwei Großrazzien sorgte sie für Aufsehen.

Ebenfalls im Visier der Staatsanwälte steht der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff wegen Beihilfe zur Untreue. Er hatte kurz nach seinem Ausscheiden einen üppig dotierten Beratervertrag in Sachen Arcandor erhalten. Die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht nach, Middelhoffs Honorar sei überhöht gewesen. Middelhoff hat dies bislang bestritten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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