Bild: dpaCommerzbank
Interne Bad Bank: Portfolio Restructing Unit
Zum 30. September 2009 sammelte die Commerzbank 44 Milliarden Euro an Schrottpapieren in einer firmeninternen Bad Bank. Auf 8,7 Milliarden Euro hat die Londoner Mannschaft um den ehemaligen Goldman-Sachs Banker Vijay Radhakishun das Abwicklungsportofolio bereits geschrumpft. Dafür muss Bankchef Blessing jetzt die Reste der unverkäuflichen Eurohypo in die Bad Bank aufnehmen. Das wird die Summe der faulen Kredite bis zur Jahresmitte voraussichtlich auf 135,7 Milliarden Euro anschwellen. 127 Milliarden davon stammen aus dem Restgeschäft der Eurohypo.
Bild: dapdHypo Real Estate - FMS Wertmanagement
Die Bad Bank der verstaatlichten Münchener Immobilien Bank besaß bei ihrer Gründung zum 1. Oktober 2010 Schrottpapiere im Wert von 175,6 Milliarden Euro. Zum 30. Juni 2011 hat sie den Bestand auf 160,5 Milliarden Euro reduziert. Ende Juni dieses Jahres sollen die Zahlen für 2011 folgen. FMS-Chef Christian Blum wird ein dickes Minus präsentieren müssen. Schätzung von Bankexperten gehen davon aus, dass die FMS rund 50 Milliarden der 175 Milliarden Euro abschreiben muss. Den Steuerzahler kommt das teuer zu stehen.
Bild: dpaHSH Nordbank
Eine interne Bad Bank kümmerte sich um die Altlasten der Landesbank von Hamburg und Schleswig Holstein. Am 31. Dezember 2010 startete der Finanzfriedhof mit 69 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2011 waren es immerhin "nur noch" 59 Milliarden Euro. Die HSH Nordbank hat sich zur Unterstützung den Abwicklungsprofi Wolfgang Topp von der Deutschen Bank ins Haus geholt. Er leitet jetzt die interne Bad Bank des Instituts - mit Erfolg.
Bild: dpaWestLB
Die vom übrigen Institut abgespaltene Bad Bank "Erste Abwicklungsanstalt EAA" bündelte zum 1. Januar 2010 Schrottpapiere im Wert von 77,5 Milliarden Euro. Bei der Abwicklung helfen den Rheinländern die Experten vom US-Finanzkonzern Pimco, eine Tochter der Allianz. Markus Bolder und Matthias Wargers leiten die EAA. Gemeinsam mit ihrem Team haben sie das Portfolio zum Jahresende 2011 auf 51 Milliarden Euro eingedampft. Damit liegen Bolder und Wargers über ihrem Plan soll. Doch es könnten neue Altlasten im Wert von 100 Milliarden Euro an Kredite und Restgeschäft aus der zerlegten WestLB in die Abwicklungsanstalt wandern. Das birgt neue, unüberschaubare Risiken.
Bild: dpaBayernLB
Die Bayern tauften ihre interne Bad Bank Projekt Herkules. Ein passender Name. Mit 67,2 Milliarden Euro Finanzschrott startete das Projekt am 1. Juli 2009. Zum Jahresende 2011 waren es nur noch 27 Milliarden Euro. Gut 40 Prozent der verbliebenen Papiere entfallen auf ABS-Papiere, also gebündelte und verbriefte Kleinkredite, von denen niemand weiß, ob und in welchem Umfang die Schuldner sie zurückzahlen können.
Bild: dapdBank of Ireland - NAMA
Die irische Regierung gründete im September 2009 die erste Bad Bank in Europa - die National Asset Management Agency (NAMA) Sie übernahm faule Kredite im Wert von 47 Milliarden Euro. Irland erhielt eine Finanzspritze des IWF über 67,5 Milliarden Euro und Gelder aus dem EU-Rettungsschirm, um den Bankensektor zu stabilisieren. Übrig blieben nur zwei von fünf Banken - die Bank of Ireland und die Allied Irish Banks.
Bild: ReutersRoyal Bank of Scotland
In Großbritannien gibt es eine offene und zwei versteckte Bad Banks. Die offene ist die UK Asset Resolution (UKAR). Sie gehört dem Staat und ist seit 2010 der Ort, wo die Schrottpapiere der Northern Rock und der Bausparkasse Bradford and Bingley im Nominalwert von 75 Milliarden Pfund lagern. Eine Teil der Altlasten konnte die UKAR bereits abtragen. Sie schuldet den Steuerzahlern jetzt noch 58 Milliarden Euro (46,6 Milliarden Pfund). Die versteckten Bad Banks gehören zu den Großbanken Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds Banking Group. Beide Institute konnten ihre Giftpapiere deutlich reduzieren. Die RBS muss noch 132 Milliarden Pfund (Stand 31. Dezember 2011) abbauen.
Bild: ReutersSpanien
In Spanien gibt es keine echte Bad Bank, allenfalls eine versteckte Lightversion. Mit bisher vier Bankreformen hat der Gesetzgeber versucht die Kreditinstitute zu stärken. Als Teil der letzten Reform hatten Analysten auf eine Bad Bank nach dem Beispiel der irischen NAMA gehofft. Doch die Regierung konnte sich nur zu einer halbherzigen Lösung durchringen. Die Banken lagern lediglich ihre physischen Immobilien in neu zu schaffende Auffanggesellschaften aus. Dabei handelt es sich nach Meinung von Analysten eher um eine buchhalterische Maßnahme. Als Basis für eine echte Bankensanierung tauge die Maßnahme nicht.
Commerzbank
Interne Bad Bank: Portfolio Restructing Unit
Zum 30. September 2009 sammelte die Commerzbank 44 Milliarden Euro an Schrottpapieren in einer firmeninternen Bad Bank. Auf 8,7 Milliarden Euro hat die Londoner Mannschaft um den ehemaligen Goldman-Sachs Banker Vijay Radhakishun das Abwicklungsportofolio bereits geschrumpft. Dafür muss Bankchef Blessing jetzt die Reste der unverkäuflichen Eurohypo in die Bad Bank aufnehmen. Das wird die Summe der faulen Kredite bis zur Jahresmitte voraussichtlich auf 135,7 Milliarden Euro anschwellen. 127 Milliarden davon stammen aus dem Restgeschäft der Eurohypo.
Die Finanzkrise gebar eine ganze Schar von Unternehmensskandalen. Von Gier und „too big to fail“ – also zu groß um Pleite zu gehen – war die Rede, es flossen zig Rettungsmilliarden aus den Staatskassen in die schwarzen Löcher der Bankbilanzen. Als nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers und der geplatzten Immobilienblase in den USA etliche Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister am Rande des Ruins standen, erlebten die längst totgesagten großen Verstaatlichungen von Unternehmen eine Renaissance. Obwohl sie eigentlich jeglicher marktwirtschaftlichen Vernunft widersprachen. Bleibt die Frage: Hat sich der Einsatz von Steuerzahlermilliarden eigentlich gelohnt?
Reüssieren die verstaatlichten Konzerne?
Zumindest vereinzelt können die verstaatlichten Finanzkonzerne Erfolge vorweisen. Etwa beim einst größten Versicherungskonzern der Welt, die American International Group (AIG). Der Konzern hatte sich auf dem US-Häusermarkt massiv verzockt. Weil die US-Regierung durch eine Pleite unkontrollierbare Schockwellen in der Finanzindustrie fürchtete, wurde AIG auf Biegen und Brechen gerettet. In mehreren Tranchen pumpten die USA insgesamt 182 Milliarden Dollar in das Unternehmen, das seinerzeit als das gefährlichste Unternehmen der Welt galt. Es war die teuerste Rettungsaktion überhaupt im Zuge der Finanzkrise. Im Gegenzug übernahm die US-Regierung die Mehrheit an den AIG-Aktien. Damit hielt der schützende Staat 92 Prozent an AIG.
Doch das Bild hat sich mittlerweile deutlich gewandelt. AIG verdient wieder Milliarden. Stück für Stück befreit sich der Konzern aus seinem staatlichen Käfig. Bis auf 25 Milliarden ist das zur Rettung bereitgestellte Geld wieder zurückgezahlt. Nach jüngsten Angaben will das US-Finanzministerium nun AIG-Aktien im Wert von 5,75 Milliarden Dollar zu verkaufen. Die Beteiligung des Staates an AIG soll so weiter reduziert werden, von zuletzt 61 auf etwa 53 Prozent. AIG selbst will Aktien im Wert von drei Milliarden zurück kaufen. Es ist bereits die vierte Aktienplatzierung durch den Mehrheitsaktionär.
AIG verdient wieder Milliarden
Was zur Zeit der Verstaatlichung kaum jemand für möglich gehalten hätte, ist die schnelle Rückkehr zur Ertragsstärke. Aber der Versicherer ist auf einem guten Weg, die bisherige Genesung von AIG eine Erfolgsgeschichte – auch wenn es zur vollständigen Reprivatisierung noch lange dauern wird. Im zweiten Quartal hatte sich der AIG-Gewinn unter anderem dank Steuervergünstigungen nochmals erhöht, auf 2,33 (Vorjahr 1,84) Milliarden Dollar. Dank höherer Versicherungsprämien und niedrigerer Katastrophenbelastungen ging es im Geschäft mit Schaden- und Unfall-Versicherungen steil nach oben. Auch mit der Lebensversicherungssparte ging es aufwärts.
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