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Verstaatlichte Banken: Wie es den Sündern der Finanzkrise heute geht

von Andreas Toller

Die Royal Bank of Scotland, AIG und Commerzbank mussten in der Finanzkrise den Staat als Großaktionär akzeptieren, um der Pleite zu entgehen. Gibt es für sie eine Chance auf Rückkehr zu alter Stärke?

Commerzbank

Interne Bad Bank: Portfolio Restructing Unit

Zum 30. September 2009 sammelte die Commerzbank 44 Milliarden Euro an Schrottpapieren in einer firmeninternen Bad Bank. Auf 8,7 Milliarden Euro hat die Londoner Mannschaft um den ehemaligen Goldman-Sachs Banker Vijay Radhakishun das Abwicklungsportofolio bereits geschrumpft. Dafür muss Bankchef Blessing jetzt die Reste der unverkäuflichen Eurohypo in die Bad Bank aufnehmen. Das wird die Summe der faulen Kredite bis zur Jahresmitte voraussichtlich auf 135,7 Milliarden Euro anschwellen. 127 Milliarden davon stammen aus dem Restgeschäft der Eurohypo.

Bild: dpa

Die Finanzkrise gebar eine ganze Schar von Unternehmensskandalen. Von Gier und „too big to fail“ – also zu groß um Pleite zu gehen – war die Rede, es flossen zig Rettungsmilliarden aus den Staatskassen in die schwarzen Löcher der Bankbilanzen. Als nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers und der geplatzten Immobilienblase in den USA etliche Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister am Rande des Ruins standen, erlebten die längst totgesagten großen Verstaatlichungen von Unternehmen eine Renaissance. Obwohl sie eigentlich jeglicher marktwirtschaftlichen Vernunft widersprachen. Bleibt die Frage: Hat sich der Einsatz von Steuerzahlermilliarden eigentlich gelohnt?

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Versicherungskonzern Finanzkrisen-Auslöser AIG mit neuem Lebensgeist

Der US-Versicherer AIG gilt als einer der Hauptauslöser für weltweite Finanzkrise und musste von der US-Regierung mit 182 Milliarden Dollar gerettet werden. Jetzt verdient die einstige Nummer eins der Versicherungsbranche wieder Milliarden und will Staatsschulden zurückzahlen.

Versicherungskonzern: Finanzkrisen-Auslöser AIG mit neuem Lebensgeist

Reüssieren die verstaatlichten Konzerne?

Zumindest vereinzelt können die verstaatlichten Finanzkonzerne Erfolge vorweisen. Etwa beim einst größten Versicherungskonzern der Welt, die American International Group (AIG). Der Konzern hatte sich auf dem US-Häusermarkt massiv verzockt. Weil die US-Regierung durch eine Pleite unkontrollierbare Schockwellen in der Finanzindustrie fürchtete, wurde AIG auf Biegen und Brechen gerettet. In mehreren Tranchen pumpten die USA insgesamt 182 Milliarden Dollar in das Unternehmen, das seinerzeit als das gefährlichste Unternehmen der Welt galt. Es war die teuerste Rettungsaktion überhaupt im Zuge der Finanzkrise. Im Gegenzug übernahm die US-Regierung die Mehrheit an den AIG-Aktien. Damit hielt der schützende Staat 92 Prozent an AIG.
Doch das Bild hat sich mittlerweile deutlich gewandelt. AIG verdient wieder Milliarden. Stück für Stück befreit sich der Konzern aus seinem staatlichen Käfig. Bis auf 25 Milliarden ist das zur Rettung bereitgestellte Geld wieder zurückgezahlt. Nach jüngsten Angaben will das US-Finanzministerium nun AIG-Aktien im Wert von 5,75 Milliarden Dollar zu verkaufen. Die Beteiligung des Staates an AIG soll so weiter reduziert werden, von zuletzt 61 auf etwa 53 Prozent. AIG selbst will Aktien im Wert von drei Milliarden zurück kaufen. Es ist bereits die vierte Aktienplatzierung durch den Mehrheitsaktionär.

AIG verdient wieder Milliarden

Was zur Zeit der Verstaatlichung kaum jemand für möglich gehalten hätte, ist die schnelle Rückkehr zur Ertragsstärke. Aber der Versicherer ist auf einem guten Weg, die bisherige Genesung von AIG eine Erfolgsgeschichte – auch wenn es zur vollständigen Reprivatisierung noch lange dauern wird. Im zweiten Quartal hatte sich der AIG-Gewinn unter anderem dank Steuervergünstigungen nochmals erhöht, auf 2,33 (Vorjahr 1,84) Milliarden Dollar. Dank höherer Versicherungsprämien und niedrigerer Katastrophenbelastungen ging es im Geschäft mit Schaden- und Unfall-Versicherungen steil nach oben. Auch mit der Lebensversicherungssparte ging es aufwärts.

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