Vikram Pandit: Citigroup-Chef tritt überraschend zurück

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Vikram Pandit: Citigroup-Chef tritt überraschend zurück

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Citigroup-Chef Vikram Pandit legt einen Tag nach Veröffentlichung der Quartalszahlen sein Amt.

Citigroup-Chef Vikram Pandit legt sein Amt nieder. Neuer Lenker einer der größten US-Banken wird Europachef Michael Corbat. Das teilte das Finanzhaus am Dienstag in New York mit.

Citigroup-Chef Vikram Pandit legt sein Amt nieder. Damit geht einer der bekanntesten Banker der Wall Street. Neuer Lenker einer der größten US-Banken wird Europachef Michael Corbat. Das teilte das Finanzhaus am Dienstag in New York mit.

„Ich habe beschlossen, dass es jetzt die richtige Zeit ist, dass jemand anderes das Ruder bei der Citigroup übernimmt“, erklärte Pandit seinen vollkommen überraschenden Schritt. Genau Gründe wurden nicht genannt. Auch der fürs Tagesgeschäft zuständige Citigroup-Vorstand John Havens nahm seinen Hut.

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Pandit war als Sanierer angetreten

Pandit hatte 2007 das Ruder übernommen. Gemeinsam mit John Haven hatten beide die Bankengruppe durch die Turbulenzen der Finanzkrise geführt. Der US-Steuerzahler musste die Bank während der akuten Phase mit einem 45-Milliarden-US-Dollar schweren Rettungsschirm vor dem Untergang retten.

Vikram Pandits Aufgabe war es, Risiken abzubauen und den Konzern in die Gewinnzone zurückzuführen. Pandit trennte sich in der Folge radikal von Problemsparten. Milliardenschwere Papiere und nicht-strategische Beteiligungen bündelte der gebürtige Inder in einer "Bad Bank". Die restliche Bank fokussierte er auf Privat- und Firmenkunden und das Kapitalmarktgeschäft.

Bei dem Umstrukturierungsprozess fielen zehntausende Stellen weg. Das deutsche Privatkundengeschäft verkaufte Pandit an die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel. Die einstige Citibank firmiert hierzulande nun unter Targobank. Durch den Umbau gelang der Citigroup die Wende. Sie verdient wieder Geld.

Allerdings war das Haus zuletzt weniger profitabel als die Konkurrenz von JPMorgan Chase oder Wells Fargo. Das schlägt sich im Börsenkurs nieder: Die Aktie kostet heute 36 Dollar, während es Anfang vergangenen Jahres noch 50 Dollar waren. Angesichts dessen musste sich Pandit auf der vergangenen Hauptversammlung im April herbe Kritik anhören. Die Aktionäre sprachen sich sogar gegen seinen Millionenbonus aus - ein Novum an der Wall Street.

Erst am Montag hatte Citi relativ solide Quartalszahlen im Kerngeschäft bekanntgegeben. Allerdings zeigte sich dabei auch, dass die Aufräumarbeiten bei dem Geldhaus, das in der Finanzkrise in Schieflage geraten war, noch länger dauern als gedacht. Milliardenschwere Abschreibungen führten deshalb im dritten Quartal unter dem Strich zu einem herben Gewinneinbruch.

Nachfolger wird der Citi-Chef in Europa, Nahen Osten und Afrika

Nachfolger von Pandit an der Konzernspitze soll nun Michael Corbat werden, wie Verwaltungsratschef Michael O'Neill mitteilte. Corbat leitete bei Citi zuletzt das Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. In dieser Rolle habe der Manager "außergewöhnliche Führungsqualitäten" bewiesen und kenne die Bank sehr gut, erklärte O'Neill. Mit Pandit geht auch einer seiner engsten Vertrauten von Bord: Der für das operative Geschäft zuständige Vorstand John Havens.

An der Wall Street kamen die Nachrichten nicht gut an: Die Citi-Aktie, die am Vortag noch ordentlich zugelegt hatte, verlor vorbörslich fast zwei Prozent.

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