Virgin Money: Branson kauft Skandalbank Northern Rock

Virgin Money: Branson kauft Skandalbank Northern Rock

, aktualisiert 17. November 2011, 14:42 Uhr
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Sir Richard Branson traut Nothern Rock ein starkes Comeback zu.

Quelle:Handelsblatt Online

Er öffnet den Weltraum für Touristen, besitzt eine Fluglinie und nun auch eine ehemalige Skandalbank: Richard Branson. Der schillernde Manager kauft die verstaatlichte britische Bank Northern Rock.

LondonDie britische Regierung verkauft nach eigenen Angaben die Hypothekenbank Northern Rock an die Holdinggesellschaft Virgin Money des Milliardärs Richard Branson. Northern Rock war das erste Opfer der Kreditkrise 2007/2008 gewesen.

Wie das Schatzamt in London am Donnerstag mitteilte, bezahlt Virgin 747 Millionen Pfund (873 Millionen Euro). Es gebe aber Bestimmungen, nach denen die Regierung bis zu einer Milliarde Pfund (1,17 Milliarden Euro) erlösen müsse. Weitere 50 Millionen Pfund (58 Millionen Euro) sollen sechs Monate nach dem Abschluss an die Regierung fließen. Noch einmal 230 Millionen (269 Millionen Euro) werden fällig, wenn sich das Geschäft in den nächsten fünf Jahren profitabel entwickelt.

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Virgin sicherte zu, dass keine weiteren Angestellten von Northern Rock entlassen werden. Auch werde das gesamte Filialnetz für mindestens drei Jahre erhalten.

„Für uns war klar, dass dies das beste Geschäft für den britischen Steuerzahler ist“, sagte Schatzkanzler George Osborne. „Wir bekommen mehr Geld zurück als bei jedem anderen Geschäft, das auf dem Tisch liegt.“ Der Verkauf werde den Wettbewerb im britischen Bankensektor beleben, der von vier großen Banken beherrscht wird.

Die Bank umfasst 75 Zweigstellen und 2.100 Mitarbeiter. Sie hat eine Million Kunden und Privat-Einlagen von 16 Milliarden Pfund (19 Milliarden Euro). Im Hypothekenbuch stehen 14 Milliarden Pfund (16 Milliarden Euro).


Schlechter Teil von Northern Rock wurde nicht verkauft

Virgin Money wurde 1995 gegründet und hat etwa drei Millionen Kunden. Der Erwerb von Northern Rock wird finanziert durch ein Konsortium, das Virgin und W.L. Ross & Co, ein Restrukturierungs-Spezialist, anführen.

Virgin-Chef Branson sagte: „Das Bankgeschäft im Vereinigten Königreich braucht frische Ideen und eine Spritze für neuen Wettbewerb. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der loyalen Belegschaft von Northern Rock, um eine neue Kraft im Markt aufzubauen.“

Während der Refinanzierungskrise von Northern Rock Ende 2007 hatte Großbritannien schockierende Szenen erlebt. Verzweifelte Anleger standen Schlange, um ihr Geld abheben zu können. Die Regierung verstaatlichte die Hypothekenbank im Februar 2008 und garantierte die Sicherheit der Einlagen. Bereits vor der Verstaatlichung hatte Virgin für Northern Rock geboten. Die Regierung lehnte aber ab, weil dies zu riskant und teuer gewesen sei.

Im vergangenen Jahr war Northern Rock in zwei Bereiche aufgeteilt worden. Virgin kauft Northern Rock PLC. Der Bereich Asset Management, den Virgin nicht kauft, hält die riskantesten Kredite. Die Regierung plant, den Bereich Asset Management allmählich herunterzufahren, um 50 Milliarden Pfund (58 Mia. Euro) zu tilgen, die das Schatzamt vorgelegt hatte.

Northern Rock hatte sich als kleiner Posten bei den Banken-Rettungen erwiesen. Der britische Steuerzahler hält weiterhin 83 Prozent an der Royal Bank of Scotland und etwa 40 Prozent der Gruppe Lloyds.

Quelle:  Handelsblatt Online
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