WestLB: Bürger müssen 18 Milliarden Euro zahlen

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WestLB: Bürger müssen 18 Milliarden Euro zahlen

Quelle:dapd

Das Drama um die WestLB kostet die Deutschen rund 18 Milliarden Euro. Die Hälfte der Summe entfällt auf das Land, den Rest tragen Bund und Sparkassen.

Der Untergang der WestLB wird für Steuerzahler und öffentlich-rechtliche Sparkassen zum Milliardengrab. Unter dem Strich wird die Abwicklung der einst mächtigsten deutschen Landesbank die öffentliche Hand rund 18 Milliarden Euro kosten, wie der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) mitteilte. Rund die Hälfte der Summe entfalle auf das Land. Rund sechs Milliarden Euro müssten die Sparkassen
schultern, weitere drei Milliarden der Bund.

In der Summe enthalten sind nach Angaben des Ministers alle Kosten von der Wertvernichtung durch den Niedergang der Bank in den vergangenen Jahren, über die Milliarden für Staatsgarantien bis hin zu den Pensionslasten.

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Zehn Jahre Skandale und Pannen

Die einst mächtige Landesbank WestLB schrieb von 2002 bis 2011 unter dem Strich siebenmal rote Zahlen. Zwischen 2002 und 2004 sowie 2007 beliefen sich die Verluste jeweils auf über 1 Milliarde Euro. Dreimal mussten die Anteilseigner damals das Kapital aufstocken, um Löcher zu stopfen. In der Finanzmarktkrise wurde die Bank nur mit Milliarden-Garantien am Leben erhalten.

Die spektakulärsten Fälle von Missmanagement waren das Engagement der WestLB beim britischen TV-Verleiher Boxclever und dem US-Flugzeugverleiher Boullioun, für die 2002 und 2003 Abschreibungen von insgesamt mehr als eine Milliarde Euro vorgenommen wurden.

Fehlspekulationen mit Aktien belastete die Bank 2007 mit 600 Millionen Euro. 2009 lagerte die Bank Risiken im Volumen von 85 Milliarden Euro aus, Deutschland bekam seine erste Bad Bank, der Bund stieg mit drei Milliarden bei der Landesbank ein. Der Posten des WestLB-Chefs entwickelte sich zum Schleudersitz: Ein halbes Dutzend Bankmanager wurden in den vergangenen zehn Jahren ausgetauscht. Dietrich Voigtländer ist der letzte Vorstandschef der WestLB.

Die EU hat genug

Nun muss die WestLB auf Druck der EU-Kommission am Samstag, den 30. Juni, zerschlagen werden. Am Montagabend hatten sich Bund, Land und Sparkassen nach harten Verhandlungen über die Verteilung der nun noch zu schulternden Lasten geeinigt. Walter-Borjans sprach von „einer Operation am offenen Herzen, die wir hingekriegt habe“.

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