WestLB: Westfonds zieht  Konsequenzen aus Querelen mit Anlegern

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Das Logo der ehemaligen WestLB in Düsseldorf. Die ehemalige Landesbank wurde 2012 zerspalten, die Rechtsnachfolgerin wurde die Portigon AB.

von Melanie Bergermann

Nach Streitigkeiten trennt sich der Fondsanbieter Westfonds von seinen Geschäftsführern.

Der Fondsanbieter Westfonds trennt sich von seinen Geschäftsführern Achim Quambusch und Axel Pißarreck. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen. Die Erste Abwicklungsanstalt (EAA), als Muttergesellschaft von Westfonds wollte hierzu keine Stellungnahme abgeben. Den personellen Veränderungen waren Streitigkeiten zwischen den Geschäftsführern und einigen Anlegern vorausgegangen. Die Fondszeichner warfen den Managern vor, die Fonds ohne Rücksicht auf ihre Interessen abwickeln zu wollen. Die WirtschaftsWoche berichtete im April über die zweifelhaften Vorfälle bei Westfonds. Daraufhin wurde das Thema auch im Haushalts- und Finanzausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags diskutiert.

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Die WestFonds Immobilien-Anlagegesellschaft mbH war einst eine Tochter der Düsseldorfer Landesbank WestLB. Sie entstand 1997 durch eine Fusion der 1966 gegründeten Rheinisch-Westfälischen Immobilien-Anlagegesellschaft (RWI-Fonds) mit der 1972 gegründeten Süd-Immobilien-Fonds GmbH. RWI und Süd Immobilien hatten über die Jahre mehr als 100 geschlossene Fonds mit einem Volumen von rund drei Milliarden Euro aufgelegt. 25 Immobilienfonds mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro sind heute noch übrig. Weitere 16 befinden sich im Auflösungsprozess.

Zockerei der Landesbank WestLB verspekulierte sechs Milliarden Euro in der Karibik

Mit Spekulationen in Steueroasen hat die mittlerweile abgewickelte WestLB mehr als sechs Milliarden Euro verzockt. Die Landesbank verfügte offenbar über ein Netz an Briefkastenfirmen.

Milliarden in der Karibik versenkt: Die WestLB hat in Steueroasen spekuliert. Quelle: dpa

In der Finanzkrise war die WestLB zum wiederholten Mal in Existenznot geraten. Sie musste von ihren Eigentümern - dem Land Nordrhein-Westfalen und den NRW-Sparkassen - gerettet werden. Im Gegenzug zu dieser eigentlich verbotenen Subventionierung einer halbstaatlichen Bank, verfügte die EU-Kommission, dass die Landesbank abgewickelt werden muss. Ein Teil des ehemaligen WestLB-Geschäfts, zum Beispiel das mit Wertpapieren, wurde in die EAA gepackt und soll abgewickelt werden. Die Immobilienfonds sind davon eigentlich ausgenommen, da sie nicht der WestLB sondern Privatanlegern gehören. Diesen wurden die Fonds als Produkt zur Altersvorsorge vor allem über die Sparkassen verkauft. Die WestLB führte bei den Fonds nur die Geschäfte, ähnlich wie ein fest angestellter Manager.

Die Nachfahren der Landesbank aber schien das nicht zu stören. Mit aller Macht drängten sie die Anleger in Richtung Verkauf  und bedienten sich dabei zweifelhafter Methoden. So wurde in Schreiben an die Anleger mancher Fonds der Eindruck erweckt, die Gesellschaften befänden sich in einer Schieflage. Bei einem Fonds  sollte den Anlegern durch ein völlig absurdes und irreführendes Abstimmungsprozedere die Zustimmung zu einem Verkauf abgerungen werden.

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In einem weiteren Fall  wollten die Westfonds-Manager eine Fonds-Immobilie ohne explizite Zustimmung der Anleger verkaufen dürfen. Der Wunsch von Anlegern über den Verkauf ihrer eigenen Immobilie im Rahmen einer Gesellschafterversammlung zu entscheiden, wurde von Westfonds torpediert. Erst nach monatelangen Auseinandersetzungen kam das Treffen zustande. So mancher Anleger zweifelt aufgrund der Vorfälle daran, dass Quambusch und Pißarreck die Fonds im Sinne der Anleger managen wollen.

Neues Personal soll nun offenbar helfen, das Vertrauen in Westfonds wieder herzustellen. Die Gesellschafter streben eine „Neuordnung der Geschäftsführung von Westfonds an“, sagte eine Sprecherin. Als erste Maßnahme berief die EAA Anfang November mit dem erfahrenen Immobilienmanager  Thomas Scheitza einen neuen Geschäftsführer.

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