Zins-Skandal: Deutsche Bank zittert vor hoher Strafe

Zins-Skandal: Deutsche Bank zittert vor hoher Strafe

Im Skandal um Zinsmanipulation könnte bald eine weitere Strafe auf die Deutsche Bank zukommen. Insgesamt habe Deutschlands größtes Geldhaus für den Fall der Fälle mittlerweile knapp eine Milliarde Euro zurückgelegt.

Die Deutsche Bank stellt sich im Skandal um Zinsmanipulationen auf eine weitere Strafe von fast einer Milliarde Euro ein. Mit den angelsächsischen Regulierern bahnt sich in der Affäre ein Vergleich an, wie Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen am Freitag erfuhr. Die Verhandlungen mit den Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien seien fortgeschritten. "Man versucht weiter alles, um das Thema bis Jahresende vom Tisch zu kriegen", sagte einer der Insider. Insgesamt habe die Bank dafür mittlerweile knapp eine Milliarde Euro zurückgelegt.
An einer anderen Front kann Deutschlands größtes Geldhaus dagegen aufatmen: Den Stresstest der Europäischen Zentralbank hat das Institut Insidern zufolge ohne Mühe bestanden und ist damit für neue Krisen gerüstet. Die Deutsche Bank wollte sich zu beiden Informationen nicht äußern.
Der Zinsskandal, in den etliche Großbanken rund um den Globus verstrickt sind, ist eine der größten Altlasten, die die Frankfurter mit sich herumschleppen. Eine Sonderprüfung der deutschen Finanzaufsicht BaFin dazu läuft noch. Einzelne Händler hatten sich nach Erkenntnissen der Regulierer bei wichtigen Referenzzinsen wie dem Libor und dem Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. Die EU hat ihre Strafen bereits Ende vergangenen Jahres verhängt: Der Deutschen Bank wurden 725 Millionen Euro aufgebrummt. Die britischen und die US-Behörden arbeiten bei der Aufklärung der Affäre Hand in Hand und verhängten zuletzt Strafen gegen eine Bank nach der anderen. Die Schweizer UBS etwa, die im EU-Verfahren als Kronzeugin ohne Bußgeld davonkam, musste an die Behörden in den USA und Großbritannien 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro) überweisen.

Banken Stresstest 25 Banken sollen durchgefallen sein

Anleger scheinen unruhig zu werden, wenn sie an die Verkündung des Banken-Stresstest am Sonntag denken. So zumindest lassen sich die Verkäufe an der Börse deuten. Es kursieren Gerüchte, 25 Banken seien durchgefallen.

huGO-BildID: 39930866 ARCHIV - ILLUSTRATION - Mit Scrabble-Buchstaben liegt am 16.12.2011 in Frankfurt (Oder) das Wort des Jahres 2011 «Stresstest» auf einem Tisch. Die Spannung wächst: Am 26.10.2014 um 12.00 Uhr will die Europäische Zentralbank die Ergebnisse ihrer umfangreichen Überprüfung der 130 größten Banken der Eurozone vorlegen. Dann wird nach Monaten der Spannung feststehen, wie groß mögliche Kapitallücken sind. Foto: Patrick Pleul/dpa (zu dpa "Banken blicken Stresstest-Ergebnissen gelassen entgegen" vom 24.10.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa


Bei der Deutschen Bank reichten die Analystenschätzungen für die noch ausstehende Libor-Strafe bislang von 800 Millionen Euro bis 1,3 Milliarden Euro. Einer der Insider betonte nun, es liege am Ende zwar in den Händen der Regulierer, wann der Vergleich unterzeichnet werde. Doch je konkreter jetzt verhandelt werde, desto mehr habe die Bank ein Gefühl für die Abschlussrechnung. Daher sei die Libor-Vorsorge noch einmal aufgestockt worden, was sich auch an den Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im dritten Quartal zeigen werde. Ein Sprecher des US-Justizministeriums, eine der federführenden Aufsichtsbehörden, wollte sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern.
Die Deutsche Bank schlüsselt nicht auf, wieviel sie genau für ihre einzelnen Streitigkeiten zurücklegt, aber der Libor-Fall gehört zu den größten. Insgesamt hatte die Deutsche Bank zum Ende des ersten Halbjahres 2,2 Milliarden Euro für potenzielle Strafzahlungen zurückgelegt. Das Geldhaus steht auch im Visier der US-Behörden wegen mutmaßlicher Sanktionsverstöße und ist zudem in den weltweiten Devisenskandal verstrickt. Von Quartal zu Quartal müssen die Rückstellungen neu angepasst werden - je nachdem, wie wahrscheinlich Vergleiche oder Urteile sind. Reuters hatte bereits Anfang Oktober aus Finanzkreisen erfahren, dass im abgelaufenen Vierteljahr nochmal eine Schippe draufgelegt wird. Diese Belastungen dürften Insidern zufolge die starke Entwicklung im Tagesgeschäft überschatten, insbesondere im wieder anziehenden Investmentbanking.

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