Zinstief und Regulierung: Volksbanken weiter auf der Kostenbremse

Zinstief und Regulierung: Volksbanken weiter auf der Kostenbremse

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Zinstief und Regulierung: Volksbanken weiter auf der Kostenbremse

Weniger Institute, weniger Filialen: Die Volk- und Raiffeisenbanken in Deutschland stehen wegen niedriger Zinsen und hoher Regulierungskosten seit Jahren auf der Kostenbremse. Das bekommen auch die Kunden zu spüren.

Der Trend zu Fusionen und Filialschließungen bei den Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland könnte sich nach Einschätzung ihres Dachverbandes beschleunigen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der genossenschaftlichen Institute erstmals unter die Marke von 1000, wie der Verband BVR am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Nach 49 Fusionen gab es zum Jahresende 972 Institute. Für das laufende Jahr erwartet der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, „zwischen 60 und 80“ Zusammenschlüsse.

Auch das Filialnetz schrumpfte weiter um 473 auf 11 787 Standorte. „Ich gehe davon aus, dass sich das 2017 fortsetzen wird, dass wir also irgendwo zwischen 400 und 500 Bankstellen weniger sehen werden“, sagte Fröhlich. Einen Rückzug aus der Fläche werde es aber nicht geben, die Gruppe genieße wegen ihrer Präsenz vor Ort hohes Vertrauen bei Kunden: „Das wollen wir uns nicht durch undurchdachte Kostenaktivitäten kaputtmachen“, betonte Fröhlich. Die Zahl der Mitarbeiter der Genossenschaftsbanken verringerte sich zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 151 550. Hier rechne er „mit einer ganz leichten Beschleunigung dieses Rückbautrends“, sagte der BVR-Präsident.

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Das Zinstief lässt die Erträge der Banken sinken. Die Volks- und Raiffeisenbanken konnten dies dank regen Kundengeschäfts zumindest teilweise ausgleichen. Die gut laufende Konjunktur kurbelte die Kreditnachfrage an, die Bestände erreichten mit rund 528 Milliarden Euro einen Höchststand (Vorjahr: 505 Mrd). Dennoch haben die Institute einen Einlagenüberhang, der sie bares Geld kostet, wenn das überschüssige Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geparkt wird. Die Kundeneinlagen der Institute legten trotz extrem niedriger Sparzinsen weiter auf gut 637 Milliarden Euro zu (Vorjahr: 608 Mrd).

Die EZB kassiert für Bankeinlagen 0,4 Prozent Strafzinsen. Dies geben etliche Institute an Unternehmenskunden weiter - und in Einzelfällen inzwischen auch an vermögende Privatkunden. „Negative Zinsen für Privatkunden möchte ich für alle Zukunft nicht ausschließen, aber wir haben es in absehbarer Zeit nicht vor“, sagte Fröhlich. Unter dem Strich stand bei den Genossenschaftsbanken nach vorläufigen Zahlen erneut ein Milliardengewinn - trotz des anhaltenden Zinstiefs und hoher Kosten für Regulierung. Zusammen kamen die 972 Institute auf rund 1,7 Milliarden Euro Jahresüberschuss. Das war sogar mehr als ein Jahr zuvor - auch weil der Vorjahreswert noch auf rund 1,4 Milliarden Euro nach unten korrigiert wurde, nachdem die Institute deutlich mehr an Vorsorgereserven bildeten als zunächst erwartet.

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