Zurück in den schwarzen Zahlen: Commerzbank beschleunigt Tempo bei Sanierung

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Zurück in den schwarzen Zahlen: Commerzbank beschleunigt Tempo bei Sanierung

, aktualisiert 13. Februar 2014, 09:00 Uhr
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Die Commerzbank kann durchatmen: Das Jahr 2013 ist gut gelaufen.

Die Commerzbank hat sich im vergangenen Jahr wieder in die schwarzen Zahlen gearbeitet. Trotz hoher Kosten für den Konzernumbau und Verlusten beim beschleunigten Abbau von Problem-Anlagen erwirtschaftete das Institut einen Überschuss von 78 Millionen Euro. Das Engagement in der Schifffahrt wird deutlich zurückgefahren.

Die Commerzbank schreibt wieder schwarze Zahlen und will nun die Schlagzahl beim Abbau ihrer Altlasten erhöhen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Deutschlands zweitgrößte Bank einen Nettogewinn von 78 Millionen Euro. Damit übertraf die Commerzbank auch die Erwartungen von Analysten. Das nährt die Hoffnung auf eine Trendwende, denn eigentlich hatte das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut 2013 zu einem Übergangsjahr erklärt und für den Konzernumbau samt Sparprogramm mit einem Abbau von mehr als 5000 Stellen eine Sonderbelastung von rund 500 Millionen Euro verbucht.

"Wir haben wie angekündigt in unser Wachstum investiert und gleichzeitig die Kosten weiter gesenkt. Was wir uns für 2013 vorgenommen hatten, konnten wir planmäßig umsetzen", sagte Vorstandsvorsitzender Martin Blessing in einer Mitteilung. Auch komme der Umbau im Privatkundengeschäft schneller voran als geplant, neue Depotmodelle seien erfolgreich eingeführt worden.

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Ein Jahr zuvor hatten noch 47 Millionen Euro Verlust zu Buche gestanden. Damals hatten der Bank unter anderem hohe Abschreibungen auf Steueransprüche und Belastungen durch den Verkauf der Bank Forum in der Ukraine zugesetzt.

Auch der Abbau der Immobilien-, Staats- und Schiffskredite sei schneller als erwartet vorangekommen, teilte die Commerzbank am Donnerstag mit. Bis zum Ende des vergangenen Jahres ist die "Bad Bank", in der die nicht mehr erwünschten Kreditbestände geparkt sind, auf 116 Milliarden Euro geschrumpft, neun Milliarden Euro stärker als gedacht. Vor eineinhalb Jahren lagerten darin noch rund 160 Milliarden Euro. Auch die Verluste gingen 2013 deutlich zurück: auf knapp 1,1 von 1,5 Milliarden Euro. Bisher hatte Blessing sich nur zugetraut, die "Bad Bank" bis 2016 auf weniger als 90 Milliarden Euro zu verkleinern. "Wir wollen das Portfolio schneller abbauen als ursprünglich geplant, falls das günstige Marktumfeld über 2013 hinaus anhält", sagte Blessing.

Das Kreditvolumen an die notleidende Schifffahrtsbranche, die beim anstehenden Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) für die europäischen Großbanken im Fokus steht, belief sich Ende 2013 noch auf 14 Milliarden Euro. Bei den besonders riskanten Krediten halbierte sich der Bestand 2013 auf 7,4 Milliarden Euro. "Die Abbaubank nimmt langsam Dimensionen an, die nicht mehr so verschreckend sind wie noch vor zwei Jahren", sagte Metzler-Analyst Guido Hoymann. Die Commerzbank fährt ihr Engagement auf hoher See auch dadurch zurück, dass sie ausfallgefährdete Schiffskredite losschlägt - kürzlich zum Beispiel an den Finanzinvestor Oaktree. Die Schifffahrt steckt wegen Überkapazitäten, gestiegener Treibstoffkosten und des mauen Welthandels seit gut fünf Jahren in der Krise. Das macht neben der Commerzbank auch anderen Instituten wie der HSH Nordbank, der NordLB, der KfW und der DZ-Bank -Tochter DVB Bank zu schaffen. Die europäischen Aufsichtsbehörden wollen Schiffskredite beim anstehenden Stresstest deshalb genau unter die Lupe nehmen.

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Die harte Kernkapitalquote soll gleichzeitig auf mehr als zehn Prozent steigen - auch nach den verschärften Regeln von Basel III. Die bisher angepeilten neun Prozent hat die Bank bereits vorzeitig erreicht. Finanzvorstand Stephan Engels erklärt die Fortschritte so: "2013 haben wir die Verwaltungsaufwendungen und die Risiken weiter reduziert. Insbesondere in unserem Abbausegment konnten wir die Risikogewichteten Aktiva deutlicher als geplant zurückführen. Auch dadurch haben wir unser Ziel für die harte Kernkapitalquote bereits ein Jahr früher als geplant erreicht."

2014 will die Commerzbank das Geschäftsvolumen in der Kernbank weiter steigern: "In allen operativen Segmenten der Kernbank wollen wir 2014 weiter wachsen – und zwar bei Kunden, Marktanteilen und Assets", so Blessing. Jedoch werden "durch das Niedrigzinsumfeld sowie die geringen Investitionstätigkeiten der Unternehmen" auch Widrigkeiten erwartet. 2016 will die Commerzbank insgesamt wieder nachhaltig profitabel sein.

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