Bankenkrise: Commerzbank schreibt wieder tiefrote Zahlen

Bankenkrise: Commerzbank schreibt wieder tiefrote Zahlen

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Commerzbank-Chef Martin Blessing ist optimistisch: Die Commerzbank legt ihre Zahlen für das erste Quartal 2009 vor. Die angeschlagene Bank setzt sich nach tiefroten Zahlen zum Jahresauftakt ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre

Tief in die Verlustzone ist die Commerzbank zum Beginn des Jahres gerutscht: Das Geldinstitut verbuchte ein Minus von mehr als 800 Millionen Euro. Vor allem die Übernahme der Dresdner Bank hat den Commerzbankern einen Strich durch die Bilanz gemacht.

Die Commerzbank erwartet in diesem Jahr weitere empfindliche Abschreibungen auf kritische Wertpapiere. Die anhaltend angespannte Marktlage stelle das Institut bei der geplanten Verringerung der Risikopositionen vor große Herausforderungen, heißt es in dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht. „So rechnen wir in diesem Umfeld nicht mit einem zügigen Abbau des Exposures in 2009.“ Insbesondere bei dem überwiegend von der Dresdner Bank übernommenen Portfolio strukturierter Papiere (ABS) im Gesamtvolumen von mehr als 41 Milliarden Euro drohten dieses Jahr „unverändert hohe Belastungen“.

Als kritisch bezeichnet die teilverstaatlichte Bank davon fast 30 Milliarden Euro. Bereits im ersten Quartal waren die ABS-Papiere die Hauptquelle für die milliardenschweren Abschreibungen des Instituts. Die Belastungen hieraus summierten sich auf fast 1,5 Milliarden Euro. Angesichts dieses Volumens gilt die Commerzbank als eine der Hauptkandidaten für die Nutzung einer staatlich gestützten Bad Bank zur Bereinigung der Bankbilanzen.

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Gestern hatte die Bank bekannt gegeben, ihren Vorstand neu zu ordnen. Der bisher für die Eurohypo zuständige Stefan Schmittmann soll sich künftig um das Risikomanagement des Instituts kümmern. Der fast 60 Jahre alte Risikochef Wolfgang Hartmann, mit neun Jahren im Amt dienstältestes Mitglied des Vorstands, soll nach dem Willen des Aufsichtsrates den Vorstand verlassen. Der 52-jährige Schmittmann war vor seinem Wechsel zur Commerzbank bei der HypoVereinsbank für die Risikosteuerung zuständig.

Vorstandssprecher Martin Blessing wird knapp ein Jahr nach seinem Amtsantritt zumindest formell aufgewertet: Der Aufsichtsrat beförderte ihn zum Vorstandsvorsitzenden. Bislang ist er als Sprecher seiner Kollegen nur „Erster unter Gleichen“. Finanzvorstand Eric Strutz soll sich ab Juli ausdrücklich um den gestern von der EU-Kommission geforderten Abbau von Portfolios kümmern, die nicht zum Kerngeschäft der Privat- und Geschäftskundenbank passen. Die Wettbewerbshüter verlangen eine Reduzierung der Bilanzsumme von 1,1 Billionen auf 600 Milliarden Euro. Für das Osteuropa-Geschäft, das bisher bei Blessing lag, ist von Juni an Privatkundenchef Achim Kassow zuständig.

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