Bankenkrise in den USA: Pleitebanken und passende Prognosen

Bankenkrise in den USA: Pleitebanken und passende Prognosen

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Die große Lüge - offizielle Ergebnisse des Stess-Tests für die US-Großbanken

Ein genauer Blick in die Zahlen des Stress-Test für US-Banken zeigt: die Prognosen könnten kaum unrealistischer sein. Während aber Großbanken Milliarden einsammeln, gehen amerikanische Regionalbanken reihenweise bankrott. Jüngster Fall: Bank United in Florida.

Die Finanzkrise muss ein großes Missverständnis gewesen sein: Das zumindest vermitteln die Ergebnisse des Stresstests der US-Regierung für die 19 führenden Banken des Landes. Die Resultate kamen mit ein paar Tagen Verspätung. Ein paar übereifrige Stresstester von der Fed hatten sich nach Meinung einiger Bankchefs verrechnet. Das musste noch korrigiert werden.

Beispiel Citigroup: Nicht 35 Milliarden Dollar, wie zunächst kalkuliert, sondern lediglich 5,5 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital braucht das Institut angeblich, um 2009 und 2010 theoretisch Verluste von 104,7 Milliarden Dollar wegstecken zu können. Hohe Verluste drohten laut Fed aber ohnehin nur, wenn ganz üble wirtschaftliche Rahmenbedingungen eintreten. Die Stresstester von der Fed rechnen in ihrem Worst-Case-Szenario für 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,3 Prozent, mit einer Arbeitslosenrate von 8,9 Prozent sowie mit einem Rückgang der Häuserpreise um 22 Prozent aus. Problem nur: Was ist daran, bitte, Worst Case?

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Auf Kosten der Allgemeinheit

Hand aufs Herz! Die Fed hat die Ergebnisse des Stresstests auf Druck von Wall-Street-Banken passend gemacht.

Immer mehr bestätigt sich der Eindruck, dass sich in den USA eine Finanzoligarchie, gedeckt von Regierung und Notenbank, auf Kosten der Allgemeinheit bereichert. In dieses Bild passt auch der Plan von US-Finanzminister Tim Geithner, der es Finanzinvestoren und Hedgefonds ermöglichen soll, nahezu risikolos, über Steuergelder abgesichert, den Kreditmüll der Banken zu entsorgen.

Nur höhlen diese dreisten Manöver inzwischen immer mehr das Vertrauen der Amerikaner in ihre eigene Regierung aus, während im Ausland die Bonität des Staatsschuldners USA kritisch hinterfragt wird. Die Absetzbewegung aus dem Greenback könnte sich beschleunigen. Wenn es schlimm kommt, kauft niemand mehr US-Schuldpapiere. Die riesigen Haushaltsdefizite der USA ließen sich nicht mehr finanzieren – am Ende wären die Vereinigten Staaten bankrott.

Erste Großbanken strampeln sich frei

In der Bankenbranche gibt es neue Hoffnungsschimmer: In den USA plant die angeschlagene Bank of America einem Zeitungsbericht zufolge bis Jahresende die Rückzahlung von 45 Milliarden Dollar an Staatshilfen. Nach derzeitiger Planung könne die Bank of America bis Ende September Kapital in Höhe von mehr als 35 Milliarden Dollar aufbringen, zitierte die Online-Ausgabe der „Financial Times“ kürzlich mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Institut verhandele unter anderem bereits über den Verkauf einiger nicht zum Kerngeschäft gehörender Aktivitäten. Demnach verspricht sich der Finanzkonzern von der Veräußerung von Bereichen wie dem Versicherer Balboa oder der Privatbank First Republic sechs bis sieben Milliarden Dollar nach Steuern.

Die Bank of America muss zudem Eigenkapital in Höhe von 34 Milliarden Dollar aufbringen. Mit der Ausgabe neuer Aktien und dem Abstoß seiner Anteile an der China Construction Bank hat es bereits mehr als die Hälfte zusammen.

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