Bankenkrise: Ist die Commerzbank über den Berg?

Bankenkrise: Ist die Commerzbank über den Berg?

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Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing

Die Commerzbank verzichtet auf Staatshilfen, will 2011 wieder Geld verdienen und sich ab 2012 von der Staatsbeteiligung befreien. Die Aktie startet durch, aber es bleiben hohe Lasten und uneinschätzbare Risiken.

Die Commerzbank befreit sich weiter von der Abhängigkeit vom Staat. Die zweitgrößte deutsche Bank gibt weitere fünf Milliarden Euro an Garantien des Bundes für die Ausgabe von Anleihen zurück und will sich künftig wieder aus eigener Kraft Gelder am Kapitalmarkt besorgen, wie Bankchef Martin Blessing heute in Frankfurt bei einer Branchenkonferenz sagte. Spätestens 2012 werde die Bank damit beginnen, die Stillen Einlagen des Bundes im Umfang von 16,4 Milliarden Euro zurückzuführen. Über den Rückzug als Aktionär müsse der Bund selbst entscheiden.

Commerzbank-Aktie im Höhenflug

Bei Anlegern schürte Blessing damit Hoffnungen, dass die teilverstaatlichte Commerzbank schneller über den Berg ist als gedacht. Commerzbank-Aktien legten am Nachmittag in der Spitze 15 Prozent auf 8,73 Euro zu und waren damit der mit Abstand größte Gewinner im Dax. „Dieser starke Kursanstieg kann aber eigentlich nur mit der Eindeckung von Short Squeezes erklärt werden“, sagte ein Börsianer gegenüber Nachrichtenagenturen. Bei einem solchen Short Squeeze müssen Anleger sich bei steigenden Kursen mit Aktien eindecken, um die Verluste möglichst gering zu halten, da sie zuvor auf fallende Kurse gewettet haben. Seit Tagen befindet sich das Commerzbank-Papier im Höhenflug.

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Der Commerzbank bleiben hohe Risiken

Bei allem Optimismus des Commerzbank-Vorstandsvorsitzenden und trotz des Höhenflugs der Commerzbank-Aktie: Es bleiben Risiken, die auch Blessing nicht leugnen kann. Als größter Unternehmensfinanzierer ist das Kreditbuch der Commerzbank mit rund 400 Milliarden erheblich größer als das des großen Konkurrenten Deutschen Bank (rund 260) Milliarden und es enthält zahlreiche Risikokredite. So ist die Commerzbank beispielsweise seit der Fusion mit der Dresdner-Bank der mit Abstand größte Gläubiger beim Automobilzulieferer Schaeffler, der sich mit der Übernahme des Konkurrenten Continental verhoben hat. Rund fünf Milliarden Euro nimmt allein diese Position im Kreditbuch ein. Wie viel die Bank hier letztlich verlieren wird, hängt von der konjunkturellen Entwicklung ab. Sie hat ihre Risikovorsorge bereits erhöht, doch viele Marktbeobachter zweifeln, ob das reicht.  

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