Bankenpleiten: Wie sicher ist unser Erspartes?

Bankenpleiten: Wie sicher ist unser Erspartes?

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Die deutschen Privatbanken senken ihre freiwilligen Sicherungsgrenzen für Erspartes. Was das für Kunden bedeutet.

Hunderte besorgte Sparer drängeln sich vor der Bank, um ihre Konten zu räumen – wenn Kunden massenhaft Geld abziehen wie 2007 bei der britischen Northern Rock, kann das schnell zur Zahlungsunfähigkeit führen. Vier Jahre später wackelt Griechenland, die EU berät neue Milliardenhilfen – müssen sich deutsche Bankkunden um ihr Geld sorgen?

„Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind“, sagt Kanzlerin Angela Merkel 2008. Das Gleiche sagt heute Andreas Schmitz, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken. Merkels Versprechen diente damals zur Beruhigung, eine gesetzliche Grundlage hat ihre Staatsgarantie nicht. Allerdings sichert ein umfangreiches Netz Kundengelder im Fall einer Bankpleite.

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Gesetzlich und freiwillig

Bei privaten Banken wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank schützt gemäß Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz zunächst die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) die Giro-, Spar-, Tages- und Festgeldguthaben sowie auf den Namen des Kunden lautende Sparbriefe bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Aktien, Fondsanteile oder Zertifikate sind nicht abgesichert. Aktien und Fondsanteile werden lediglich von der Bank verwaltet und bleiben im Besitz des Kunden. Im Insolvenzfall werden sie von der Bank herausgegeben. Wohlhabende Kunden sollten ihr Geld also auf mehrere Institute verteilen. Geschützt sind Privatpersonen, Personengesellschaften und kleine Kapitalgesellschaften, wenn sie laut Handelsgesetzbuch zwei von drei Kriterien erfüllen: bis 9,68 Millionen Euro Umsatz, bis 4,84 Millionen Euro Bilanzsumme, maximal 50 Mitarbeiter.

Bei privaten Banken greift zusätzlich ein freiwilliges Sicherungssystem für Einlagen, die 100.000 Euro übersteigen. Geschützt sind Gelder aller Kunden außer von Banken. Dazu zahlen 173 Institute in einen Einlagensicherungsfonds ein, der für jede Einlage in Höhe von bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals einer Bank aufkommt. Diese Grenze plant der Bankenverband aber schrittweise zu senken. Von 2015 an soll der Fonds nur noch für 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals, ab 2020 für 15 Prozent und ab 2025 nur noch für 8,75 Prozent garantieren. Die niedrigste garantierte Summe fiele damit von zurzeit 1,5 Millionen Euro auf 437.500 Euro pro Kunden. Bei einer oder mehreren Großpleiten müsste allerdings auch der Einlagensicherungsfonds kapitulieren.

System der Solidarität

Für Kunden von Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen sowie Genossenschaftsbanken greift ein anderer Schutzmechanismus. Nach dem Prinzip „alle für einen“ bilden 431 Sparkassen, 7 Landesbanken und 10 Landesbausparkassen einen Haftungsverbund, der im Krisenfall das Institut retten und so mittelbar einen 100-prozentigen Schutz der Einlagen garantieren soll. Auch von den Instituten ausgegebene Zertifikate und Schuldverschreibungen sind geschützt. Gerät eine Sparkasse in Schieflage, helfen zunächst die anderen aus der Region. Reicht das nicht, greifen sie auf die Sicherungsreserve der Landesbanken und Girozentralen sowie den Sicherungsfonds der Landesbausparkassen zurück. Umgekehrt helfen Sparkassen auch den Landesbanken. Im Krisenfall steht das gesamte Volumen aller Sicherungseinrichtungen parat. Auch Kreditgenossenschaften wie die Volks- und Raiffeisenbanken zahlen in eine Sicherungseinrichtung ein, die im Notfall die Bank und die Einlagen aller Nichtbanken-Kunden zu 100 Prozent schützt.

Bisher hat bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken kein Kunde Geld verloren. Das gilt auch für Privatbanken seit Einführung des Einlagensicherungsfonds 1976. Ob die Sicherungen aber halten, wenn mehrere Geldhäuser wackeln und der Staat nicht schnell einspringt, ist ungewiss.

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