BASF-Konzernchef Jürgen Hambrecht: "Ein Angriff ist möglich"

BASF-Konzernchef Jürgen Hambrecht: "Ein Angriff ist möglich"

Bild vergrößern

BASF-Konzernchef Jürgen Hambrecht

Konzernchef Jürgen Hambrecht sorgt sich um die Unabhängigkeit der BASF, lobt den SPD-Kandidaten Frank-Walter Steinmeier und plädiert für Gentechnik im Essen.

WirtschaftsWoche: Herr Hambrecht, die Wirtschaft wächst, die Aktienkurse steigen, die Auftragsbücher füllen sich. Die Konjunktur scheint wieder anzuziehen. Trotzdem geben Sie den Oberpessimisten der deutschen Industrie. Wollen Sie uns nicht doch ein wenig Freude vermitteln?

Hambrecht: Wir sind in der Talsohle angekommen, die relativen Zahlen werden besser. Aber das heißt leider noch gar nichts. Wir freuen uns über Wachstumsraten von zwei, drei oder vier Prozent. Das Wachstum ist aber zuvor in einer Größenordnung von zehn Prozent eingebrochen. Ich glaube nicht, dass der Aufschwung stark ausfällt.

Anzeige

Die Krise dauert länger, als wir wahrhaben wollen. Die Abwrackprämie läuft gegen Ende des Jahres aus – das wird die Autoindustrie massiv zu spüren bekommen. Die Industrie leidet generell unter hohen Überkapazitäten. Solange die nicht beseitigt sind, kann es keinen wirklichen Aufschwung geben.

In China wächst die Wirtschaft schon wieder.

Auch in China gab es starke staatliche Anreize, zum Beispiel im Automobilsektor, aber auch sinnvolle Investitionen in die Infrastruktur. Die Chinesen sind auch in der Lage, dies sofort umzusetzen. Daraus resultiert ein Nachfrageschub aus China. Der hilft, aber rettet uns nicht, weil das Exportvolumen dorthin nicht groß genug ist. China ist ein Lichtblick, mehr nicht.

Die Chemieindustrie ist ja ein Frühindikator der Weltwirtschaft. Also: Wie sieht es in den anderen Märkten aus? Wo gibt es Hoffnung?

Asien wird – abgesehen von Japan und teilweise Korea – schon in diesem Jahr wieder wachsen. Südamerika hat sich von der Krise relativ gut abkoppeln können. Dort ist eher wieder mit Wachstum zu rechnen als in Europa. Nordamerika wird im nächsten Jahr sehr mühsam aus der Krise kommen. In Europa hoffen wir, dass wir nächstes Jahr bereits positive Tendenzen sehen.

Und Deutschland? Die Krise ist nun offiziell vorbei, das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Ende Juni um 0,3 Prozent zu und dürfte auch im dritten Quartal wachsen.

Es wird eine blutarme Erholung geben. Aber ich glaube, dass Deutschland besser als andere Länder aus der Krise kommt. Wir haben eine starke Industriestruktur wie kaum ein anderes Land. Viele kleine und mittlere Unternehmen sind auf ihren Gebieten Weltmeister...

...aber die Gegenwart bleibt erst mal trist.

Wir werden leider steigende Arbeitslosigkeit bekommen, Insolvenzen nehmen zu.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%