Bau: Hochtief trotzt der Finanzkrise

Bau: Hochtief trotzt der Finanzkrise

Bild vergrößern

Der Vorstandsvorsitzende des Bauunternehmens Hochtief, Herbert Lütkestratkötter

Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter fordert notfalls Zwangsverpflichtung der deutschen Banken, das Rettungspaket der Bundesregierung anzunehmen.

Der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Baukonzerns Hochtief, Herbert Lütkestratkötter, hat die Banken aufgefordert, die Rettungspakete der Regierungen zu nutzen, um den Geldverkehr und die Kreditvergaben zügig wieder in Gang zu bringen. “Das Wichtigste für die Industrie ist zurzeit, dass das Finanzsystem zu seinem normalen Geschäft zurückkehrt”, sagte Lütkestratkötter am Rande der Vorlage der Unternehmenszahlen zum dritten Quartal in New York.

Zwar sollten Regierungen auf längere Sicht grundsätzlich keinen direkten Einfluss auf die Banken nehmen. Kurzfristig gelte jedoch: “Wenn die deutschen Banken das Rettungspaket weiterhin nicht in ausreichendem Maß annehmen, muss die Bundesregierung sie notfalls unter Druck setzen, dies zu tun.”

Anzeige

Hochtief spüre bisher keine Auswirkungen der Finanzkrise und sehe noch keine nachhaltigen Effekte auf sein Geschäft: “Unsere Finanzierungen stehen, wir haben keine Projektstornierungen und auch der Auftragseingang ist nach wie vor robust – ganz besonders auch hier in den USA”, sagte Lütkestratkötter.

Ein Grund dafür sei die zunehmende Fokussierung von Hochtief auf Dienstleistungen rund um den Bau, die weit weniger zyklisch seien als das reine Baugeschäft. Einnahmen zum Beispiel aus dem Betrieb von Flughäfen oder dem Immobilienmanagement seien sicher und planbar.

In den USA sind die Hochtief-Tochterunternehmen Turner und Flatiron in Segmenten tätig, die nach Aussage des Vorstands weniger anfällig für die Auswirkungen der Kreditkrise sind. Dazu gehört der Bau von Verkehrsinfrastruktur wie Straßen und Brücken sowie zum Beispiel der Bau von Schulen und Krankenhäusern.

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2008 stieg der Auftragsbestand auf den höchsten Stand der Unternehmensgeschichte: Mit 32,73 Milliarden Euro ist Hochtief rechnerisch für 19 Monate ausgelastet. Der Auftragseingang lag zum 30. September mit 19,51 Milliarden Euro um 22,6 Prozent über dem Vorjahreswert.

Das Plus stammt vor allem aus dem Geschäft in Asien und Nordamerika. Das betriebliche Ergebnis (Ebita) stieg um 59,7 Prozent auf 549,5 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern erhöhte sich um 21,1 Prozent auf 415,3 Millionen Euro. Der Konzerngewinn kletterte um 48,8 Prozent auf 105,2 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr legte Lütkestratkötter eine verbesserte Prognose vor: “Wir erwarten heute, dass Auftragseingang und Auftragsbestand über dem hohen Vorjahresniveau liegen werden.”

Der schon länger kriselnde Unternehmensbereich Hochtief Europe, der das klassische Hoch- und Tiefbaugeschäft beinhaltet, wird allerdings auch 2008 wieder rote Zahlen schreiben. Der Vorstand erwartet einen Vorsteuerverlust von maximal 60 Millionen Euro.

Lütkestratkötter: “Der Verlust kommt aus den Geschäftskosten bei der Restabwicklung alter Verlustprojekte sowie aus den letzten Restrukturierungsaufwendungen. Wir sind dabei, den deutschen Bau so wetterfest zu machen wie irgend möglich. Das wird auch in diesem Jahr noch einmal Geld kosten. Dann aber sind wir durch.”

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%