Baubranche: Bilfinger-Berger-Chef plant Übernahmen noch in diesem Jahr

Baubranche: Bilfinger-Berger-Chef plant Übernahmen noch in diesem Jahr

Herbert Bodner, Chef des zweitgrößten deutschen Baukonzerns Bilfinger Berger, kündigt noch für dieses Jahr – „wenn sich die Gelegenheit bietet“ – die Übernahme kleinerer oder mittelgroßer Dienstleister an: „Wir halten Liquidität trocken“, sagt Bodner im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Schluss macht der Bilfinger-Berger-Chef mit Gerüchten um die Übernahme der ThyssenKrupp-Industrieservice-Sparte: „Das Interesse an einer Gesamtübernahme wurde uns angedichtet. Zu uns würden allenfalls Teilbereiche passen, die aber nicht einzeln zum Verkauf stehen.“

Laut Bodner stammen nur noch 14 Prozent des 2008 erzielten Umsatzes aus dem Baugeschäft in Deutschland. 2009 werde sich das Unternehmen im Baubereich, so der Bilfinger-Berger-Chef, nicht auf Masse, sondern auf die Marge konzentrieren: „Wir nehmen nur rentable Aufträge an. Einen Rückgang im Baugeschäft akzeptieren wir eher als nicht lukrative Aufträge.“

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An seinem für 2009 ausgegebenen Ziel, bei leicht rückläufiger Konzernleistung den Gewinn (2008: 200,4 Millionen Euro nach Steuern) stabil zu halten, hält Bodner fest: „Ja, dabei bleibe ich.“

Bodner, seit 2008 Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, fordert Gesetzesänderungen, damit Vermieter Kosten für Energiesparmaßnahmen stärker auf die Mieter abwälzen können: „In Energiesparmaßnahmen zu investieren, lohnt sich für Vermieter heute nicht, weil sie die Investitionen nicht in ausreichender Höhe auf die Mieten aufschlagen dürfen. Das muss der Gesetzgeber ändern. So ein Schritt wäre klimapolitisch notwendig und auch den Mietern zuzumuten, weil im Gegenzug deren Energiekosten sinken.“

Bilfinger Berger ist bereit sich der Verantwortung für den Einsturz des Kölner Stadtarchivs zu stellen

Als Konsortialführer beim Kölner U-Bahn-Bau ist Bilfinger Berger bereit, sich gegebenenfalls der Verantwortung für den Einsturz des Stadtarchivs am 3. März 2009 zu stellen.

Auch den eigenen Rücktritt schließt Bodner dabei indirekt nicht aus, hält Spekulationen darüber aber für „wenig hilfreich“: „Wir stehen am Anfang der Ursachenfindung und wollen die Ermittler und Gutachter nach Kräften unterstützen.“

Zudem sagte der Bilfinger-Berger-Chef gegenüber der WirtschaftsWoche: „Sollte sich herausstellen, dass wir einen maßgeblichen Anteil an der Verantwortung für das Unglück haben, werden wir unserer Verantwortung auch gerecht.“

An Hilfen für die Opfer, die ihre Wohnungen in den beschädigten Häusern nahe der Einsturzstelle verloren haben, hat Bilfinger Berger sich offenbar aber bisher nicht beteiligt. Bodner: „Ich habe dem Kölner Oberbürgermeister unsere Hilfe angeboten. Bisher ist man jedoch nicht auf uns zugekommen.“

Bislang, so Bodner, sei für sein Unternehmen „kein Imageschaden“ zu spüren.

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