Baubranche: Warum die Baubranche erst 2010 den Abschwung spürt

Baubranche: Warum die Baubranche erst 2010 den Abschwung spürt

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Bauarbeiter auf einer Baustelle von Bilfinger Berger: Die Baubranche hofft, 2009 noch mit einem blauen Auge davonzukommen. Erst 2010 wird wirklich schwierig.

Heute hat der Baukonzern Bilfinger Berger seinen Ausblick für 2009 bekräftigt. Kein Wunder, denn die Baubranche ist dieses Jahr mit einem dicken Auftragspolster gestartet. Ab dem Sommer federt das Konjunkturpaket II einiges Ungemach ab – doch wirklich hart wird 2010.

Solche Meldungen haben in Zeiten, in denen eine Hiobsbotschaft die andere jagt, fast schon Seltenheitswert: Heute hat der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger seine Prognose für 2009 bekräftigt.

Der Konzern bleibt trotz der sich eintrübenden Wirtschaftslage vorsichtig optimistisch, hieß es. Zwar wird die Konzernleistung leicht auf rund 10 Milliarden Euro fallen – doch das Konzernergebnis soll mindestens das Vorjahresniveau von 140 Millionen Euro erreichen.

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Dicker Auftragspolster dämpft Talfahrt 2009

Der Optimismus mutet auf den ersten Blick erstaunlich an. In der Baubranche deuten alle Indikatoren steil nach unten.

So liegt der Markit-Bauindex seit zwölf Monaten deutlich unter jenem Wert, der Wachstum signalisiert. Auch die harten Zahlen zeigen talwärts: Im Januar brach die Bauproduktion um 7,5 Prozent ein. Experten halten diesen Einbruch allerdings für rein saisonal: Denn nach zwei beinahe schneefreien Wintern schlug Väterchen Frost in diesem Jahr kräftig zu.

Doch der Abschwung trifft die Baufirmen noch nicht so hart. Ein dicker Auftragspolster dämpft die Talfahrt: „Wir sind mit 20 Milliarden Euro Auftragsbeständen in das Jahr gegangen“, sagte Heiko Stiepelmann, Pressesprecher des Verbands der deutschen Bauindustrie, gegenüber wiwo.de. Das sichert erstmal hohe Beschäftigung. Erst in der zweiten Jahreshälfte, so Stiepelmann, wird die Rezession auch die Baubranche voll erreichen.

Konjunkturpaket hilft der Baubrnache über die zweite Jahreshälfte

Dann, so hofft Stiepelmann, wird der Baubranche das Konjunkturpaket II der Bundesregierung helfen.

Darin sind 18 Milliarden Euro an Infrastrukturausgaben vorgesehen, die über die nächsten zwei Jahre verteilt werden.

Bislang hat das Paket der Baubranche einen kräftigen Einbruch bei der öffentlichen Baunachfrage beschert. Sie ist im letzten Quartal um 23 Prozent zurückgegangen. Das hat nachvollziehbare Gründe: Zunächst haben die Kommunen angesichts drohender Steuermindereinnahmen die Investitionen stark gedrosselt. Viele Gemeinden haben sich mit Ausgaben auch deshalb zurückgehalten, weil sie erst den Ausgang der Debatten um das Konjunkturpaket abwarten wollten.

Dadurch ist ein Auftragsloch entstanden. „Wenn im Sommer mit den ersten Aufträgen aus dem Konjunkturpaket zu rechnen ist, muss erst das aufgeholt werden, was in den letzten Monaten weggefallen ist“, dämpft Stiepelmann die Erwartungen.

Dennoch hofft die Baubranche, 2009 mit einem blauen Auge davonzukommen. Laut Berechnungen des Verbands soll das Konjunkturpaket 2009 und 2010 einen Bauimpuls von je acht Milliarden Euro bringen.

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