Bauer-Chef Thomas Bauer: "Wachstum erst ab 2011"

Bauer-Chef Thomas Bauer: "Wachstum erst ab 2011"

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Der Chef des Bau- und Maschinenbaukonzerns Bauer, Thomas Bauer

Bauer-Chef Thomas Bauer über den Geschäftseinbruch bei Baumaschinen, das drohende Ende der Kurzarbeit und die Arroganz von Bankern.

WirtschaftsWoche: Herr Bauer, wann ist nach dem Einbruch in Ihrem Geschäft der Boden erreicht?

Bauer: Ende des kommenden Jahres. Wir erwarten ab 2011 wieder Wachstum. In anderen Branchen mag es schneller gehen, aber bei unseren Baumaschinen ging es erst im zweiten Jahresviertel richtig runter mit den Auslieferungen, deswegen wird auch die Erholung noch auf sich warten lassen.

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Wann erreicht die Nachfrage wieder das Vorkrisenniveau, sodass Ihre damals aufgebauten Kapazitäten ausgelastet sind?

Das Niveau von 2007 werden wir im Maschinenbau wohl erst 2012 wieder erreichen.

Schaffen Sie trotz der Durststrecke 40 Millionen Euro Nachsteuergewinn 2009?

Ein Drittel des Vorjahreswerts von 107,5 Millionen Euro können wir erreichen, da sind wir schon in der Nähe der Zahl.

Wie stark profitieren Sie von den Konjunkturprogrammen?

Ohne sie würde unser Markt noch stärker zurückgehen. Aber der Staat kann den Rückgang des privaten Baus nicht komplett ausgleichen.

Und wenn die Stütze wegfällt?

Die staatlichen Programme werden noch zwei Jahre wirken. Danach wird das Bauen für die Wirtschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder anziehen. Das wird ein sanfter Übergang.

Muss es auch, denn Mitte 2011 sind die maximal zwei Jahre Kurzarbeit bei Ihnen vorbei.

Kurzarbeit haben wir nur in der Maschinenproduktion, und da etwa 20 Prozent. Wir können in zwei Jahren wieder 20 Prozent mehr Geschäft generieren mit unseren neuen Produkten, und so, wie wir den Markt einschätzen, sehen wir das nicht als Problem. Beim Bau haben wir keine Kurzarbeit, denn drei Viertel des Geschäfts machen wir im Ausland, wo wir viele Mitarbeiter nur für die Dauer der Projekte einstellen.

Wie sieht es bei den erhofften Baugroßaufträgen aus?

Die werden erst Ende des Jahres vergeben, wir sind dran. Aber man soll es nicht verschreien, da bin ich abergläubisch.

Ganz ohne Aberglauben: Die Krise hat Sie hart getroffen. Analysten sehen Ihr Baumaschinengeschäft als Last.

Das ist es sicher nicht – der Maschinenbereich bleibt eine große Chance. Aber in den vergangenen Jahren hatten wir hier Vorsteuermargen von 20 Prozent und 20 bis 40 Prozent Wachstum pro Jahr. Das Tempo kann man nicht durchhalten, jetzt normalisiert es sich.

Der Auftragsbestand bei Standardbaumaschinen brach im ersten Halbjahr um drei Viertel ein. Ist das normal?

Im Maschinenbau ziehen die Auftragsbestände wieder etwas an. Das hat auch einen technischen Grund: 2008 war der Bestand so hoch, dass Kunden neun Monate lang auf eine Maschine warten mussten. Dann sanken die Bestände und Lieferzeiten. Jetzt sind wir bei normalen eineinhalb Monaten Lieferzeit — und seit Juli steigt der Auftragseingang.

Und im Bau?

Da ist das Auftragsniveau seit Jahresbeginn stabil. Großaufträge wären das Tüpfelchen auf dem i.

Die Nettoverschuldung stieg im ersten Halbjahr um fast 50 Prozent auf 470 Millionen Euro. Warum?

Wir haben in dieser Zeit mehrere große Investitionen abgewickelt, zu deren Finanzierung wir auch Kredite aufnahmen. Außerdem steigt die Verschuldung unterjährig immer. Die Finanzkrise führte auch dazu, dass bis Juni unsere Lagerbestände deutlich wuchsen. Seitdem gehen sie zurück, aber erst Mitte 2010 werden sie wieder auf Normalmaß sein. Ende 2010 sollte die Verschuldung bei 400 Millionen Euro liegen.

Höher als vor der Krise...

...wegen der Investitionen, ja.

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