Bauindustrie: Bilfinger kämpft gegen Pfuscher-Image

Bauindustrie: Bilfinger kämpft gegen Pfuscher-Image

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Ein Bauschild von Bilfinger Berger an einer U-Bahnbaustelle in Düsseldorf.

Auf der Hauptversammlung wehrt sich Bilfinger-Berger-Chef Herbert Bodner gegen voreilige Schuldzuweisungen. Bilfinger will überproportional zulegen. Doch die Pfusch-Vorwürfe könnten bei Groß-Projekten zum Hemmschuh werden.

Über diese Entspannungsphase war Bilfinger Berger mehr als froh: Nach den Schlagzeilen um Pfusch bei mehreren Bauprojekten ist es in den vergangenen Wochen ruhig geworden um Deutschlands zweitgrößten Baukonzern.

Doch heute stellt sich Bilfinger-Berger-Chef Herbert Bodner einigen unangenehmen Fragen. Im „Musensaal“ des Mannheimer Congress Centers Rosengarten trifft Bodner bei der Hauptversammlung auf seine Aktionäre. Sie wollen wissen, was Bilfinger gegen die schweren Schäden am Image unternimmt – und wie der Konzern in der Krise vorankommt.

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Bodner warnte zu Beginn vor voreiligen Schuldzuweisungen in den Affären um Baupfusch-Vorwürfe. Die Unregelmäßigkeiten beim Kölner U-Bahnbau machten das Unternehmen betroffen und seien ganz und gar inakzeptabel. Wenn aber „auf Basis einer unklaren Faktenlage Schuldzuweisungen vorgenommen werden, so ist das in hohem Maße verantwortungslos und rufschädigend“, kritisierte er.

Pfusch-Vorwürfe setzen Bilfinger-Image zu

Der Pfusch auf einer U-Bahn-Baustelle in Köln, bei der in Stützwänden zu wenige Stahlteile eingebaut wurden, bescherte Bilfinger tagelang negative Schlagzeilen. Bald stellte sich heraus, dass auch beim Bau der Düsseldorfer U-Bahn Bauprotokolle manipuliert und Eisenteile gestohlen worden waren.

Oft wird Bilfinger Berger auch in einem Atemzug mit dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln genannt, bei dem vor gut einem Jahr zwei Menschen starben. Seit damals steht der Verdacht im Raum, dass eine direkt davor liegende U-Bahn-Baustelle von Bilfinger Berger das Unglück verursacht haben könnte. Doch die Verschuldensfrage ist nicht geklärt. Und das Verfahren dürfte sich in Köln einige Zeit hinziehen. Noch müssen die restlichen zehn Prozent der Archivstücke geborgen werden. Frühestens Ende 2010 kann die Staatsanwaltschaft ein so genanntes Besichtigungsbauwerk bauen – wenn die Feuerwehr grünes Licht gibt. Erst damit lässt sich klären, ob eine 40 Meter tief im Boden stehende Schlitzwand aufgrund eines Baufehlers den Einsturz verursacht hat.  

Die Pfusch-Vorwürfe haben das Image des Konzerns gehörig angekratzt. Bilfinger-Boss Bodner versucht seit Monaten gegenzusteuern. Er setzte Expertenteams ein, entließ umgehend Mitarbeiter an den U-Bahn-Baustellen in Köln und Düsseldorf. Bodner wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf, dass Bilfinger Mitschuld am Stadtarchiv-Einsturz habe. „Die fehlerhaften Schubhaken und die gefälschten Protokolle spielen beim Einsturz keine Rolle“, meinte er in einem Interview.

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